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Gebäude sollen zur Umgebung passen

Baupläne Gebäude sollen zur Umgebung passen

Das Projekt "Leben und Altwerden an der Falkenstraße" in Mardorf stand im Mittelpunkt einer gemeinsamen Sitzung des Amöneburger Haupt- und Finanzausschusses und des Bauausschusses.

Mardorf. Nein, mit riesigen Gebäuden müssten die Mardorfer nicht rechnen, hob Thomas Barg, der Geschäftsführer der Geißler Infra GmbH, bei der Vorstellung des Projektes sogleich hervor und betonte, dass sein Unternehmen schließlich weder die Anwohner verärgern noch die Käufer der anderen, im neuen Baugebiet entstehenden Bauplätze abschrecken wolle.

Gemeinsam mit der Tagespflegeeinrichtung AurA will die Kirchhainer Firma am südöstlichen Siedlungsrand Mardorfs eine Art Mehrgenerationenkomplex entstehen lassen - bestehend aus sechs „Kettenhäusern“(120 bis 140 Quadratmeter groß) und zwei Gebäuden, in denen die bisher in Roßdorf sitzende AurA zum einen Tagespflege betreiben und zum anderen eine Wohngruppe für Menschen mit Demenz einrichten will. Im Vorfeld der Ausschusssitzung hatte die Mardorfer Kirchengemeinde mitgeteilt, dass das geplante soziale Angebot im neuen Bebauungsplangebiet nicht in Konkurrenz steht zu den eigenen, für das Obergeschoss des ehemaligen Schwesternhauses geplanten vier Wohnungen.

Für 19 oder 20 Häuser wäre im neuen 1,4 Hektar großen Baugebiet Platz gewesen, berichtete Barg. Die Firma Geißler habe als Erschließer jedoch ermittelt, dass es in Mardorf Bedarf für zehn bis zwölf neue Bauplätze gebe. Nun plant das Unternehmen mit elf Bauplätzen für den offenen Markt plus dem rund 5000 Quadratmeter großen Mehrgenerationenkomplex - wie viel es davon veräußert und wie viel selbst betreibt, steht noch nicht fest. Klar ist, dass die AurA die erwähnten zwei Gebäude übernimmt.

Die Tagespflegeeinrichtung soll etwa 320 Quadratmeter groß und eingeschossig werden -und 18 bis 20 Kunden Platz bieten. Für die Wohngruppe für Menschen mit Demenz ist eine Fläche von rund 450 Quadratmetern vorgesehen. Dieses Gebäude soll zweigeschossig werden - allerdings gibt es für die obere Etage bisher weder ein Nutzungskonzept noch Baupläne. Barg sprach von einer maximalen Firsthöhe von neun Metern. Auf Nachfrage von Reinhard Franke (CDU) erklärte er, dass die Gebäude barrierearm werden sollen - nicht barrierefrei: Dafür wären die Auflagen zu hoch. Winfried Kaul (SPD) teilte er mit, dass er für die sechs „Kettenhäuser“ mit dem „ortsüblichen“ Mietpreis von 7 bis 7,50 Euro kalkuliere. Sollten Interessenten frühzeitig spezielle Wünsche zur Einrichtung äußern, ließen diese sich wahrscheinlich umsetzen - dann würde aber auch der Mietpreis steigen.

Von Dagmar Loock-Wirth hätten sowohl die Mitglieder der Ausschüsse als auch Besucher der Sitzung gerne Informationen rund um die für die AurA-Einrichtungen geplante Betreuung oder das Personal bekommen. „Im Moment informieren wir uns über Wohngemeinschaften. Wir wissen noch nicht, was uns gefällt. Das Konzept müssen wir noch schreiben“, kommentierte die examinierte Krankenschwester und Diplom-Sozialarbeiterin. Die Planungen befänden sich noch im Frühstadium: „Ich lehne mich jetzt nicht aus dem Fenster.“

„Wir haben schon länger darüber nachgedacht, die AurA zu erweitern und uns ein Stück moderner aufzustellen“, sagte sie. Wichtig sei es auch, mehr Platz zu bekommen: In Roßdorf fehle es beispielsweise an einem Pausenraum für das Personal oder an Möglichkeiten für Spaziergänge - von daher sei eine Veränderung sinnvoll.

Für den 1. September planen die AurA und die Firma Geißler eine Infoveranstaltung im Bürgerhaus Mardorf. Dann sollen mehr Details feststehen. Barg rechnet damit, dass im ersten Quartal 2017 Baurecht besteht: „Danach müssen wir das Baugebiet erschließen - was acht bis zwölf Wochen dauert.“ Spatenstich zu den kleineren Gebäuden sei frühestens im Sommer 2017 - der Einzug sei dann im Sommer 2018 möglich: „Bei den größeren Gebäuden wird es etwas später.“

von Florian Lerchbacher

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