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Gasversorger sieht Handlungsbedarf

Hindenburgstraße in Neustadt Gasversorger sieht Handlungsbedarf

Erst im April war die Hindenburgstraße in Neustadt nach fast zweijähriger Sperrung wieder für den Verkehr freigegeben worden. Jetzt sind schon wieder Straßenaufbrüche notwendig.

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Zu Wochenbeginn wurde die Hindenburgstraße wieder Baustelle, um drei Gasanschlüsse auf ihren Zustand hin zu überprüfen.

Quelle: Michael Rinde

Neustadt. Anfang der Woche hatte ein Bauunternehmen die Überprüfung von drei Hausanschlüssen an der Gasleitung begonnen und dafür die Straße stellenweise per Ampel halbseitig sperren müssen.

Die „EnergieNetz Mitte“ als Gasversorger in Neustadt hat nach der Überprüfung der Leitungen in der Hindenburgstraße „Verbesserungsbedarf gesehen“, wie es ein Unternehmenssprecher der für den Netzbetrieb verantwortlichen EAM gestern gegenüber der OP ausdrückte. Er betonte, dass von der Leitung und deren Lage im Boden keinerlei Gefahr ausgegangen sei und ausgehe.

Dennoch hat sich die EAM nach der Freilegung und Überprüfung der drei Gasanschlüsse entschieden, zu handeln. Bereits Anfang nächster Woche solle es entsprechende Abstimmungen und einen Beginn der Arbeiten geben, erklärt das Unternehmen EnergieNetz Mitte. Konkret bedeutet das, dass die Gasleitung auf einer Länge von 50 Metern aus der Straße genommen und in den Gehweg verlegt werden soll. Die alten Hausanschlüsse werden nach Ende der Arbeiten dann stillgelegt.

Gasleitungen müssen teilweise ummantelt sein

Er könne verstehen, dass es bei Bürgern Kopfschütteln auslöse, wenn sie nun erneut Baufahrzeuge und Fahrbahnaufbrüche auf der Hindenburgstraße sähen, kommentiert Neustadts Bürgermeister Thomas Groll die Ereignisse gegenüber der OP. Natürlich sei es sehr bedauerlich, dass schon wieder Straßenarbeiten drohten. Wobei die Stadt Neustadt daran völlig unschuldig ist. Für die Bundesstraße 454 ist Hessen Mobil zuständig, für die Gasleitungen samt der Hausanschlüsse das Versorgungsunternehmen „EnergieNetz Mitte“ respektive die EAM.

Zum Hintergrund der jetzt aufgetretenen Probleme: Eigentlich haben Gasleitungen 60 Zentimeter tief unter der Fahrbahndecke zu liegen. Ist das aus bautechnischen Gründen nicht möglich, müssen Schutzvorkehrungen getroffen werden, wie die EAM erläutert. Im konkreten Fall liegt die Gasleitung 50 Zentimeter tief, weil sie bei den Arbeiten 2014 über einen bestehenden Kanal hinweg verlegt werden musste.

In einem solchen Fall müssen Gasleitungen in einem betonummantelten Schutzrohr verlaufen. Und das scheint beim betroffenen Teil der Gasanschlüsse jetzt offenbar nicht so der Fall zu sein wie von der EAM eigentlich gewünscht.

Hessen Mobil will genau hinsehen

Konkreter wollte Unternehmenssprecher René Schneider aber auch auf Nachfragen der OP hin nicht werden. Ob also Schutzrohre fehlen oder nicht ausreichen oder die Betonummantelung nicht vorhanden ist, bleibt unbeantwortet. Laut EAM ist Hessen Mobil auf den Versorger vor einigen Wochen zugekommen, um die Schutzvorrichtungen zu prüfen.

Hessen-Mobil-Sprecherin Sonja Lecher betont, dass ihre Behörde „peinlich genau Wert darauf legen wird, dass die neue Fahrbahndecke nach den Leitungsarbeiten so nahtlos wie möglich wieder verschlossen wird“. Wie bereits berichtet, hat Hessen Mobil den Sanierungsstart bei der Querallee um ein Jahr auf 2018 verschoben.

In der Querallee müssten umfangreiche Vorarbeiten im Untergrund der Bundesstraße erfolgen, bevor Hessen Mobil die Erneuerung des Fahrbahnaufbaus beginnen kann. Daher habe die Behörde den Versorgungsunternehmen das nächste Jahr als Vorbereitungszeit eingeräumt, um möglichst zu vermeiden, während der laufenden Bauarbeiten mit Unwägbarkeiten konfrontiert zu werden, wie dies in der Hindenburgstraße der Fall war. Das erläuterte Hessen-Mobil-Sprecherin Lecher.

Bürgermeister Groll begrüßt das angesichts der neuerlichen Ereignisse an der Hindenburgstraße jetzt noch einmal ganz nachdrücklich.

von Michael Rinde

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