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Fußgänger müssen Umwege nehmen

Stadtallendorf Fußgänger müssen Umwege nehmen

Die Situation der Fußgänger nach dem fertiggestellten zweiten Ausbauabschnitt an der B 454 beschäftigte am Donnerstagabend das Stadtallendorfer Stadtparlament in besonderem Maße. Ein Grünen-Antrag gab den Anstoß.

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Die Fußgänger-Situation an der ausgebauten B 454 beschäftigte das Stadtparlament. Archivfoto

Stadtallendorf. Die Stadtverwaltung wird sich nun noch einmal mit Hessen Mobil auseinandersetzen und ausloten, ob es nicht doch noch eine Möglichkeit für einen Fußweg vom Scheidfeld bis zur Haartsiedlung jenseits der ausgebauten B 454 gibt. Dank Unterstützung der CDU-Fraktion passierte am Donnerstagabend ein entsprechender Prüfantrag von B 90/Die Grünen das Stadtparlament. Zuvor lieferten sich die Stadtverordneten allerdings eine intensive Aussprache zur Thematik.

Der Hintergrund: Seit Fertigstellung des zweiten Ausbauabschnitts der B 454 gibt es zwischen Scheidfeld und Haartsiedlung keine direkte Fußwegverbindung mehr. Fußgänger können allenfalls riskieren, in Höhe des Jugendzentrums über die Bundesstraße zu laufen. Zwischen Stadtverwaltung und Hessen Mobil als Straßenbaubehörde gab es zu diesem Thema bereits Kontakt. Es soll nach Möglichkeiten gesucht werden, das Überqueren der Bundesstraße zu erschweren, da bereits gefährliche Situationen bei manchem schnellen Sprint über die vielbefahrene Straße beobachtet wurden. Einen verkehrspolitischen „Rundumschlag“ machte Michael Goetz (B90/Die Grünen) bei seiner Antragsbegründung. Das Scheidfeld sei für Fußgänger abgehängt worden, Besucher von Stadion oder Park müssten lange Umwege in Kauf nehmen. Er verwies darauf, dass bei millionenschweren Projekten in der Stadt Fußgänger und Radfahrer stets die Leittragenden gewesen seien - und verwies unter anderem auf die „Ferrero“-Umgehung.

Aus Sicht anderer Fraktionen kam dieser Vorstoß bei der B 454 rund 15 Jahre zu spät. Denn zu dieser Zeit seien die Planungen für die jetzige Situation entstanden - und da habe sich die Stadt mit Forderungen nach einer Fußwegverbindung nicht gegenüber den Verantwortlichen durchsetzen können, erinnerte etwa Winand Koch (FDP).

Nils Runge (SPD) nannte „selbst eine Prüfung rausgeworfenes Geld“, Werner Hesse sprache im Laufe der Debatte gar von „Populismus“. Auch Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) gibt einem Vorsprechen bei Hessen Mobil eigentlich keine Chance. Er verwies auf die Kosten, die etwa eine Tunnelverbindung mit sich brächte.

Manfred Thierau (Republikaner) begrüßte zwar den Grundgedanken, der hinter dem Grünen-Antrag stehe. „Doch wir sind schlicht nicht zuständig, darum muss der Antrag abgelehnt werden.“

Das sah einzig die CDU-Fraktion anders. „Lassen Sie es uns doch probieren“, sagte Jürgen Berkei. Die Verwaltung habe in der Vergangenheit schon gezeigt, dass sie zu kreativen Lösungen fähig sei. Mit 16 zu 15 Stimmen passierte der Grünen-Antrag das Stadtparlament.

n Einstimmig billigten die Stadtverordneten den Kostenplan für den Bau des neuen Hatzbacher Feuerwehrgerätehauses. Es wird 537000 Euro kosten, wie die Planungen ergaben. Dieter Erber (CDU) sprach von einem „Quantensprung“ für die Wehr. Hatzbachs Ortsvorsteher und SPD-Stadverordneter Frank Drescher verwies auf den Abstimmungsprozess zwischen Feuerwehr, Ortsbeirat und Stadtverwaltung. Sein Fazit: Nach Jahrzehnten sei die Zeit der Notunterkunft, eine ehemalige Maschinenhalle, für die Feuerwehr gezählt. „Trotz der Kostenbremse ist ein annehmbares Haus geplant worden“, sagte Drescher. Die Stadtverordneten hatten den Betrag von 500000 Euro als anzupeilende Kostengrenze angesetzt.

Ein Landeszuschuss ist inzwischen beantragt. Dank Eigenleistung könnte die jetzige Bausumme sogar am Ende unter der 500000-Euro-Grenze liegen.

von Michael Rinde

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