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Funken führen zu "Desaster"

Alarmübung Funken führen zu "Desaster"

Die Stadtteilwehren aus Wolferode, Hatzbach und Erksdorf probten bei der Firma Jasky sowohl Löscheinsatz als auch Personenrettung. Stadtbrandinspektor Uli Weber zog ein positives Fazit.

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Zwei Feuerwehrleute suchten ihren Weg durch den vermeintlichen Brandrauch. Foto: Yanik Schick

Wolferode. Es ist kurz nach 18 Uhr, als in Wolferode die Sirenen aufheulen. Weißer Qualm steigt aus der Halle der Zimmerei Jasky. Die Feuerwehrleute aus dem Ort sowie den Nachbardörfern Hatzbach und Erksdorf sind alarmiert und bereits im Anmarsch. Schon nach gut fünf Minuten trifft die Staffel aus Wolferode ein, deren Gerätehaus direkt neben der Halle liegt. Wehrführer Lars Amrhein übernimmt die Einsatzleitung, erkundigt sich über den Vorfall und erteilt erste Kommandos. Einen Augenblick später kommen auch die Einsatzfahrzeuge aus Hatzbach und Erksdorf an. Insgesamt 25 Feuerwehrleute befinden sich nun auf dem Gelände. Dass es sich bei der Alarmierung nicht um einen Ernstfall, sondern lediglich um einen Übungseinsatz handelt, hat jeder von ihnen sofort bemerkt. Trotzdem ist die Stimmung vor der Halle angespannt, fast hektisch. Die Wehren sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Würde es in der Halle wirklich brennen, dürften jetzt keine Fehler passieren. Die Zeit drängt.

Das simulierte Szenario an diesem Tag lautet: Ein Landwirt hat auf der Wiese neben der Firma Strohballen verbrannt, darauf blies der Wind Funken in die Maschinenhalle und entzündete auf dem Boden liegende Sägespäne. Drei Menschen, darunter ein Kind, stecken im dichten Rauch des Gebäudes fest.

In Wahrheit sorgt eine Nebelmaschine dafür, dass die Einsatzkräfte mit Atemschutz beim Betreten der Halle kaum etwas sehen können. Die eingekesselten Menschen werden durch schwarze Stoffpuppen ersetzt und liegen zum Teil unter Holzplatten begraben.

Während einige Zweierteams der Feuerwehr die Puppen bergen, bekämpfen andere Einsatzkräfte an der Außenseite der Halle den imaginären Brand. Exakt 40 Minuten nach dem Alarm, das zeigen die Aufzeichnungen schließlich, ist die dritte und letzte Person aus der Halle befreit. Stadtbrandinspektor Uli Weber hat den gesamten Einsatz genau beobachtet. Er ist mit dem Ergebnis durchaus zufrieden. Trotzdem betont er: „Je nach Schwere des Brands kann es bei den Menschen zu einer Rauchgasvergiftung kommen, die vielleicht sogar zum Tod führt. Die Zeit arbeitet eben immer gegen uns.“ Eine Übung dieser Größenordnung kann die Freiwillige Feuerwehr Stadtallendorf wegen des hohen Aufwands nur wenige Male im Jahr organisieren.

„Wichtig ist, dass wir schauen, wie das Zusammenspiel der einzelnen Wehren funktioniert“, erklärt Weber. In Wolferode funktionierte das. Derweil habe es leichte Komplikationen beim Löscheinsatz gegeben. „Die Wasserversorgung war etwas problematisch, weil eine Pumpe nicht richtig gesaugt hat. Das überprüfen wir jetzt.“

von Yanik Schick

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