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"Für eine erste Sitzung lief es sehr gut"

Runder Tisch "Für eine erste Sitzung lief es sehr gut"

"Das habe ich schon anders erlebt", freute sich Dr. Michael Wormer, der Moderator von IFOK, über die konstruktive ­Atmosphäre, die beim lang ersehnten ersten runden Tisch herrschte.

Amöneburg. Eigentlich hatte der Plan für die erste Sitzung des runden Tischs zur Windenergie gelautet, nur die „Spielregeln“ und Themen für die weiteren Sitzungen festzulegen. Doch nach dem Treffen am Dienstagabend übermittelten die Mardorfer Waldinteressenten, ihr Projektierer Juwi, die Bürgerinitiative „Es reicht“, die Vertreter der Fraktionen, die Vorsitzenden der Ausschüsse, der Bürgermeister sowie Dr. Michael Wormer, der Moderator von IFOK sogar schon ein erstes Ergebnis: Das Unternehmen Juwi sagte zu, ein „förmliches Genehmigungsverfahren“ ablaufen zu lassen - was nicht notwendig wäre, da selbst beim Bau weiterer maximal möglicher acht Windkraftanlagen auf der Mardorfer Kuppe die in Hessen magische Zahl von 20 Windrädern nicht erreicht würde. Erst dann wäre von einem Windpark die Rede - und das Verfahren hätte automatisch „förmlich“ ablaufen müssen.

So verzichtet Juwi auf ein vereinfachtes Verfahren, was für den Projektierer mehr Aufwand und Kosten verursacht und eine längere Zeitspanne in Anspruch nimmt, wie Wormer hervorhebt. Ein weiterer, wichtiger Aspekt: Nun wird auch die Öffentlichkeit an dem Verfahren beteiligt.

„Gesprächsbereitschaft und ein Interesse an der Klärung des Konflikts durch eine sachliche Diskussion“, lautet das Fazit der Premiere des runden Tischs. „Für eine erste Sitzung lief es sehr gut“, lobte der Moderator auf Nachfrage der OP und gab zu, dies schon anders erlebt zu haben. Bei ähnlichen Verfahren sei es beispielsweise zu persönlichen Anfeindungen, Drohungen und Boykotten gekommen: „Hier gab es indes die klare Aussage aller Beteiligten, dass sie gemeinsam nach Lösungen suchen wollen. Fast schon ungewöhnlich war, dass sich alle problemlos auf die ,Spielregeln‘, die am runden Tisch herrschen sollen, verständigten.“

Nächste Sitzung findet am 26. April statt

Natürlich sei es an einigen Stellen bei aller Konstruktivität auch emotional zugegangen: Dies sei aber auch wichtig für die verschiedenen Gruppen, damit sie sich jeweils ein Bild davon machen können, was das Gegenüber bewegt und antreibt. „So erleben sie die Position des anderen“, erläuterte Wormer.

Ziel des runden Tischs ist es, neben einem intensiven Informationsaustausch einen Kompromiss zwischen den Befürwortern und den Gegnern weiterer Windkraftanlagen zu finden. „Vielleicht erreichen wir zum Beispiel, dass der Projektierer beim Bau über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht und eine weitere Entfernung zur nächsten Bebauung wählt, als nur die notwendige“, nannte Wormer einen möglichen Ansatz für Kompromisse.

Eine Grundlage des runden Tischs ist Transparenz, damit jeder weiß, was Sache ist. Um eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, tagt der runde Tisch nicht öffentlich - aber die Teilnehmer informieren nach den Sitzungen über den Stand der Dinge. In den zwei folgenden Sitzungen bis zu den Sommerferien soll es um die Themen Gesundheit, Landschaftsbild und Ökologie sowie Mitwirkungsmöglichkeiten am Genehmigungsverfahren gehen. Geplant ist, auch je einen Vertreter der Stadt Homberg, des Regierungspräsidiums Gießen und von HessenForst einzuladen, da auch ein direkt an den Amöneburger Bereich angrenzendes Waldgebiet im Stadtgebiet Homberg Vorranggebiet für Windenergie ist.

Die nächste Sitzung des runden Tischs, der über das Programm „Bürgerforum Energieland Hessen“ finanziert wird, ist für den 26. April geplant. Früher sei aufgrund von Osterferien und der „Hausaufgaben“, die es gegeben habe, nicht möglich, so Wormer: Waldinteressenten und Projektierer sollten sich noch einmal genauer abstimmen.

von Florian Lerchbacher

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