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Für das Singen ohne Noten gibt es ein Sonderlob

Stadtallendorf Für das Singen ohne Noten gibt es ein Sonderlob

Diplom-Chorleiterin Hermia Schlichtmann aus Wölfersheim hörte beim Beratungssingen 14 Lieder von 7 Chören des Sängerkreises Zwester Ohm.

Stadtallendorf. „Es gibt ein Wertungssingen mit Benotung und es gibt ein Beratungssingen, das wir heute veranstalten“, klärte der Vorsitzende des Sängerkreises Gerhard Ruppenthal auf. Der Hessische Sängerbund habe den Begriff „Kritiksingen“ vor einiger Zeit in „Beratungssingen“ umgeändert. Es sei in der Vergangenheit schon vorgekommen, so Ruppenthal, dass ein Kinderchor wegen der Kritik nicht auftreten wollte.

Stadtallendorfs Erster Stadtrat Otmar Bonacker begrüßte die Chöre und Gäste im Namen der städtischen Gremien in dem Stadtallendorfer Stadtteil Schweinsberg und wies auf die derzeit laufenden Kunst- und Kulturtage hin, wozu auch das Beratungssingen gehöre.

Wenn Außenstehende etwas sagten, wirke das oft mehr, als wenn es vom Chorleiter komme, betonte Diplom-Chorleiterin Hermia Schlichtmann im Gespräch mit der OP. Jeder teilnehmende Chor hatte sich selbst zwei Lieder aussuchen dürfen, die der Diplomchorleiterin vorher bekannt waren. Sie machte sich jeweils Notizen. Nach den zwei Liedern ging Schlichtmann auf die Auftritte ein. Ihre Beratung erfolgte in lockerer, oftmals humorvoller Manier, wobei man nie das Gefühl hatte, dass sie kritisieren wollte. Sie sparte auch nicht mit Lob.

So stellte sie es beispielsweise heraus, wenn Chorsätze herausgesucht wurden, die nicht immer gesungen werden, oder würdigte es besonders, wenn die Chormitglieder ohne Noten auswendig sangen. „Das hat ihnen Spaß gemacht, das konnte man sehen und hören“, lobte sie einen Chor und setzte noch eins drauf: „Ihr Lächeln habe ich gehört, als ich geschrieben habe.“

Hermia Schlichtmann gab wertvolle Tipps zum Üben, erklärte, was man noch besser machen könnte und gab selbst kurze Gesangsproben. Sie wies darauf hin, wo die Aussprache noch etwas geändert werden könnte, oder wie man die Taktübergänge besser in den Griff bekommen könnte.

Ein ganz lebensnaher Tipp: „Vielleicht sollten sie den Rhythmus mal tanzen und vorher ein Gläschen Wein trinken.“ Die Chöre und Chorleiter waren dankbar für ihre Hinweise.

Zu den teilnehmenden Chören gehörten unter der Leitung von Bernhard Katzenbach der Gesangverein (GV) Schweinsberg und der GV „Liederkranz“ Hachborn. Den MGV 1884 Niederwald und den MGV Ebsdorf leitete Klaus Fillsack. Außerdem waren dabei der GV „Cantilena“ Roßdorf (Leitung Bernhard Wieber), der GV „Tafelrunde Amöneburg“ (Leitung Jürgen Pöschl) und der Projektchor „Neue Töne“ Ebsdorf (Leitung Jochen Mink).

von Klaus Böttcher

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