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Für "Sorgenkinder" ist eine Lösung in Aussicht

Ortsbeirat Für "Sorgenkinder" ist eine Lösung in Aussicht

Eine erste Bilanz des Ortsbeirats zum neuen Rauchverbot am Bürgerhaus fällt durchwachsen aus. Indes gibt es zum Thema Straßenausbau in Erfurtshausen zwei wichtige Neuigkeiten.

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Vor dem Bürgerhaus liegt ein Kippenstummel – und das, obwohl dort eigentlich Rauchverbot herrscht. Das Thema beschäftigt die Erfurtshäuser seit einigen Monaten.Foto: Yanik Schick

Erfurtshausen. Vertreter der Anwohnerschaft, des Ortsbeirats sowie Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg einigten sich nach langen Querelen im Fall „Zur Pill“ auf eine klassische Lösung. Die Stadt wird Firmen beauftragen, nötige Ausbesserungsarbeiten an der Straße zu unternehmen. Im Gegenzug müssen die Anlieger einen Erschließungsbeitrag leisten. „Es wäre schön, wenn es dieses Jahr noch gemacht wird“, sagte Ortsvorsteher Wolfgang Rhiel mit Nachdruck.

Denn seit Jahren schon sind die Anwohner der Straße „Zur Pill“ so etwas wie die Sorgenkinder des Dorfs. Unzufrieden mit dem Zustand des Schotterwegs, der unter anderem das Regenwasser nicht richtig abführt, diskutierten die Betroffenen immer wieder über Ausbau-Möglichkeiten. Um den teuren Erschließungsbeitrag zu meiden, hatten sie zuletzt sogar erwägt, den Auftrag privat zu vergeben. Das wäre zwar kostengünstiger, aber auch risikoreicher gewesen. Das Bauamt riet den Bürgern deshalb von dieser Variante eindringlich ab.

Daneben herrscht nun über einen weiteren Streitpunkt in Erfurtshausens Straßennetz Klarheit. Der Zugangsweg zum „Kreuzacker“ - ein Feldweg, der in einige hundert Meter geschotterten Boden übergeht - soll allerdings frühestens ab dem kommenden Frühjahr mit einer Asphaltschicht überzogen werden. Der aktuelle Zustand sei eine Zumutung für die Anwohner, fand Wolfgang Rhiel. „Diese Straße ist kaum befahr- oder begehbar. Es muss etwas passieren.“

Handlungsbedarf sehen die Mitglieder des Ortsbeirats aber auch bezüglich eines ganz anderen Themas. Das von Bürgermeister Richter-Plettenberg auferlegte Rauchverbot vor dem Eingangsbereich des Bürgerhauses hatte Anfang des Jahres für Unruhe in Erfurtshausen gesorgt (die OP berichtete). Anlass war die zunehmende Lärmbelästigung bei Feiern für die Anwohner gewesen.

Rauchverbot erzürnt die Ortsbeiratsmitglieder

Seit ungefähr einem halben Jahr ist die Anordnung inzwischen in Kraft. „Ich finde, es ist Quatsch. Die Raucher fühlen sich doch veräppelt“, meinte der Ortsvorsteher. Ortsbeiratsmitglied Bertram Rhiel pflichtete ihm bei: „Es ist doch unfair, den Rauchern zu unterstellen, sie seien für den Krach verantwortlich. Das Argument greift nicht.“

In der Summe bemängelte der Ortsbeirat, das System sei in vielfacher Hinsicht nicht ausgereift genug. So gebe es zum Beispiel weder Kontrollen noch Hinweisschilder.

Eine Option, wie der Lärmschutz alternativ gewährleistet werden könnte, fiel dann aber auch den Kritikern nicht wirklich ein.

Der Bürgermeister blieb deswegen relativ entspannt. „Der Magistrat ist mit der derzeitigen Situation nicht unzufrieden.“ Gleichzeitig sei er allerdings offen für Verbesserungsvorschläge. „Inwieweit das Rauchverbot langfristigen Bestand hat, ist offen. Wir können gerne ein Gesamtgespräch führen und nach anderweitigen Lösungen suchen“, betonte Richter-Plettenberg.

„Unser Dorf hat Zukunft“ steht am 17. September an

Zumindest bis dorthin wird sich an den momentanen Gegebenheiten nichts ändern. Zeit also, um die letzten Details zu klären, bevor eine Bewertungskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ am 17. September nach Erfurtshausen kommen wird. Im Bürgerhaus soll es dazu eine große Ausstellung geben, die das Dorf erklärt und repräsentiert.

Rund um die laufende Dorferneuerung gab Ortsvorsteher Rhiel zu: „Es klemmt an einigen Stellen und es gibt Verzögerungen.“ Das betreffe Projekte wie die Verschönerung des Kirchplatzes, die Grundsanierung des Backhauses und die Neuverlegung der Wasserleitungen. Beste Kunde hatte Anette Schick vom Arbeitskreis Dorferneuerung vom Spielplatz „Im Weimer“ zu überbringen. Die Aufbereitungsarbeiten stünden kurz vor dem Abschluss. „Das ist ein richtig schönes Gelände geworden“, lobte Schick.

von Yanik Schick

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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