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Für Bücherfans steht alles bereit

Stadtallendorf Für Bücherfans steht alles bereit

Nach den Umbauarbeiten ist die Stadtbücherei ab Dienstag wieder für die Leser geöffnet. Die Stadt kann damit einen dicken Haken hinter das Sanierungsprojekt Gemeinschaftszentrum machen.

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Leiterin Elke Hahn zeigte Mitgliedern der Verwaltung, an der Spitze Bürgermeister Christian Somogyi, die sanierte und erweiterte Stadtbücherei. Foto: Yanik Schick

Stadtallendorf. „Man sieht, es ist freundlicher geworden“, bemerkte Bürgermeister Christian Somogyi zufrieden, nachdem er die erneuerte Bücherei betreten hatte. Direkt rechts vom Eingang ist eine geräumige Sitzecke entstanden, in der Somogyi zwischen einigen Regalen die altmodischen Zustände vor dem Umbau aufzeigte.„Hier war alles mit Büchern zugestopft“, betonte der Bürgermeister stirnrunzelnd, „und auch von der Struktur her nicht mehr modern.“ Diese Erinnerungen sollen aber der Vergangenheit angehören, wenn die Stadtbücherei nach gut viermonatiger Sanierung am Dienstag wieder öffnet - zu den gewohnten Zeiten (siehe Kasten).

Denn vieles hat sich in dieser Zeit unter der Leitung des Architekten Christian Stamm verändert: ein Linoleumfußboden ersetzt so den alten Teppichboden, der Bretterverschlag in der Raummitte ist abgerissen. Neue Verkleidungen am Klinkermauerwerk lassen die Bücherei heller erscheinen und Akustik-Platten im oberen Bereich sorgen obendrein für Schallabsorption. WC-Anlagen, Kücheneinrichtung, Decke und Beleuchtung sind ebenfalls erneuert. Etwa 275000 Euro hat die Stadt in den Umbau investiert.

Die optisch wohl auffälligste Umgestaltung ist allerdings, dass die Grundfläche der Bücherei um etwa 40 Quadratmeter erweitert ist. Auf der gegenüberliegenden Seite des Eingangs wurde die Wand zum alten Clubraum des Gemeinschaftszentrums durchbrochen - dort besteht jetzt zusätzlicher Platz, um Bücher zu lagern. Die Stadtbücherei-Leiterin Elke Hahn hat in den vergangenen Tagen kräftig umgeräumt und beispielsweise alle Romane inzwischen aus dem Unter- ins Erdgeschoss gebracht. „Das war uns ein wichtiges Anliegen“, erklärte Hahn während eines Pressetermins, „viele ältere Leute mussten vorher immer die Treppe herunter und sind zum Teil auch gestürzt.“

Vor dem Umbau den Bestand verkleinert

Daneben hat die Leiterin den Bestand, der sich aktuell auf rund 21000 Bücher beläuft, zuletzt kontinuierlich ausgedünnt. In den Regalen selbst können so einzelne Exemplare besser ins Licht gerückt werden, und insgesamt gibt es mehr Raum zum Sitzen und Lesen. Auf diese Weise also soll die Bücherei künftig mit Leben gefüllt werden und zeigen, dass sie viel mehr ist als eine „Buchlagerstätte“.

Gerade weil die gewichtige Internetkonkurrenz im großen Maße jüngere Generationen anspricht und damit der gesamten Branche im Nacken sitzt. Elke Hahn ist aber optimistisch, dass die neue Stadtbücherei mit dieser Entwicklung Schritt halten kann. „Unsere Ausgangssituation war schon vor der Sanierung, dass wir viele junge Leute hier hatten. Ich glaube, sie wird weiterhin ein Aufenthaltsort sein.“ Im Keller gibt es nun genügend Schreibtische, an denen Schüler und Studenten arbeiten könnten. Außerdem ist in der Decke ein Access Point eingebaut, der die Voraussetzung für die Einrichtung von WLAN bietet. Und durch das eigene „Onleihe“-System ist die Bücherei selbst schon lange im Internet präsent.

Letzter von drei Bauabschnitten

Bürgermeister Somogyi ist erleichtert, dass das Sanierungsprojekt des Gemeinschaftszentrums nun vollends abgeschlossen ist. Ursprünglich war bereits 2011 im Stadtparlament die Erweiterung der Bücherei beschlossen worden. Jedoch stellte sich im Nachhinein heraus, dass am gesamten Gemeinschaftszentrum einige weitere gravierende Arbeiten nötig waren. So bekam das Gebäude aus den 1970er-Jahren in drei Bauabschnitten seine eigene Heizungsanlage, die zuvor mit der des Hallenbads verbunden gewesen war. Zudem wurden Mängel im Fluchtwegesystem und beim Brandschutz behoben und vor allem das Dach saniert. Alle Arbeiten belaufen sich zusammengerechnet auf 1,5 Millionen Euro. Somogyi ist aber zuversichtlich, dass sich ein Großteil der Investitionen durch die Einsparungen infolge der energetischen Sanierung am Gemeinschaftszentrum wieder einspielen würde.

von Yanik Schick

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