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Fünftklässler begründete die Schach-Dynastie

Martin-von-Tours-Schule Fünftklässler begründete die Schach-Dynastie

Einblicke in das Schulleben der Martin-von-Tours-Schule geben und das ehrenamtliche Engagement besonders würdigen – das waren die Leitgedanken des Neujahrsempfangs, der zum ersten Mal veranstaltet wurde.

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Preisträgerin Andrea Bauscher (von links), Laudator Artur Hett, Schulleiter Volker Schmidt, Preisträger Roland Schade, Laudator Stefan Seibert und Laudatorin Nadine Kalbfleisch bei der Preisübergabe.

Neustadt. „Die Veranstaltung dient in erster Linie dazu, den Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Vereinen und interessierten ehemaligen Kolleginnen und Kollegen einen Einblick in unser Schulleben zu geben“, erläuterte Schulleiter Volker Schmidt vor rund 80 Gästen, unter ihnen die Landrätin Kirsten Fründt, die SPD-Landtagsabgeordnete Handan Özgüven und Bürgermeister Thomas Groll.

Bei diesem Anlass wurde erstmals der Martin-von-Tours-Schulpreis vergeben. „Mit der Verleihung des Schulpreises möchten wir das besondere Engagement für unsere Schule würdigen, aber auch das Interesse am Unterstützen unserer Schule wecken“ hob Schmidt hervor. Ausgezeichnet wurden die langjährige Fördervereinsvorsitzende (von 2007-2016) Andrea Bauscher für ihren Einsatz für den Erhalt des Schulstandortes und die Entwicklung zur integrierten Gesamtschule (IGS) sowie für die Mitarbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen.

Während der Umwandlung zur IGS fungierte sie als Sprachrohr, sammelte Unterschriften und organisierte eine Demonstration. Weiter setzte sie sich für die Schulhofgestaltung und die Neurhythmisierung ein. Im Förderverein habe man ihre Zuverlässigkeit und Hartnäckigkeit sehr zu schätzen gelernt, erklärte Laudator Artur Hett. „Sie hat erfolgreich dazu beigetragen, dass die integrierte Gesamtschule weiter besteht und einen Namen erhält“, so Hett.

Ehrung für Flüchtlingsarbeit

Weiter wurden mit dem Schulpreis Barbara und Roland Schade sowie Klaus-Günther Thiem ausgezeichnet. Barbara und Roland Schade erhielten die Auszeichnung für ihr besonderes Engagement im Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Sie erstellten anlässlich der 40-Jahrfeier der Schule eine Festschrift, stellten den Kontakt zu Flüchtlingen her und setzen sich ehrenamtlich für Flüchtlinge ein. In Abwesenheit von Barbara Schade, die aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein konnte, würdigte Stufenleiter Stefan Seibert den Einsatz der beiden Lehrkräfte über den Ruhestand hinaus.

Klaus-Günther Thiem konnte den Preis aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich entgegennehmen. Auch nach seinem Ruhestand hatte der Lehrer die Homepage der Schule aufgebaut und gepflegt. Für die 40-Jahrfeier initiierte und betreute er eine große Ausstellung. Seine Nachfolgerin Nadine Kalbfleisch dankte für acht Jahre ehrenamtliche Unterstützung.

Die Zertifizierung zur „Deutschen Schachschule 2016-2020“ hatte Ursula Lembach auf den Weg gebracht. 22 von insgesamt 27 Kriterien hatte die Schule auf dem Weg dorthin erfüllt. Aus den Händen des Hessischen Schulschachreferenten Simon Martin Claus nahmen Ursula Lembach und Schulleiter Volker Schmidt die Auszeichnung entgegen. „Qualität bedeutet, dass man seine Sache gut gemacht hat“, hob Claus hervor. Deutschlandweit seien 50 Schulen mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet worden. In Hessen hätten bisher vier Schulen die Auszeichnung erhalten.

Rasante Entwicklung

Ursula Lembach zeigte dann den Weg auf, den die Schule bis zu diesem Tag gegangen war. „Es war ein einzelner Schüler, nämlich Roman Qayumi, der im Schuljahr 2009/2010 als Fünftklässler den Wunsch äußerte, dass eine Schach-AG angeboten wird“, erinnerte Lembach. Ein Schuljahr später waren es sechs Schüler, die das Schachspielen lernen wollten. Die Dinge nahmen rasant ihren Lauf. Der größte Erfolg war der 3.Platz bei den Deutschen Meisterschaften in der Gruppe H/R in Schwäbisch Hall im Jahre 2014. Bis vor einem halben Jahr bestand Schulschach noch aus einer AG mit 15 Teilnehmern, heute spielen 200 Schülerinnen und Schüler der Schule Schach, drei Mannschaften nehmen an Wettkämpfen teil, die Schule verfügt über rund 100 Schachbretter, und Schachspielen ist in verschiedenen Klassen zum Unterrichtsfach geworden.

„Der Deutsche Schachverband staunte nicht schlecht über die Geschwindigkeit, mit der unsere Schule alle Kriterien erfüllt hat, und so konnten wir als erste Schule im Landkreis Marburg-Biedenkopf das Schulsiegel in Empfang nehmen“, freute sich Lembach. Auch in diesem Jahr werden die Schüler an den hessischen und deutschen Meisterschaften teilnehmen, ein internes Schachturnier ist geplant.

In einem Rückblick auf das vergangene Jahr unterstrich Schulleiter Volker Schmidt, angesichts des Leitbildes der Schule „gemeinsam miteinander, voneinander lernen“, dass einiges vollbracht worden sei. Er erinnerte an die Schulfirmen, die zum festen Bestandteil des Wahlpflichtunterrichts geworden seien und ein besonderes Merkmal der Schule darstellten, weiter an den Tag der offenen Tür und den Pädagogischen Tag im März.

Zwischen den Programmpunkten sorgten die Auftritte der Tanz-AG, der Jahrgangsstufe drei mit dem Theaterstück „St.Martin“ und der Klaviervortrag von Carlo Kappel für unterhaltsame Abwechslung. Für die vielen Besucher hatte die Schulfirma leckere Häppchen vorbereitet.

von Karin Waldhüter

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