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Fünf Kunstwerke entstehen ab heute in der Stadt

Kirchhainer Skulpturen-Symposium ist eröffnet Fünf Kunstwerke entstehen ab heute in der Stadt

Für Kunst im öffentlichen Raum steht Kirchhain mit seinem Skulpturenpfad bereits beispielhaft. Ab heute ist in der Stadt zudem erstmals die Entstehung von Kunst im öffentlichen Raum zu erleben.

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Eingerahmt von den Jury-Mitgliedern Helmi Ohlhagen (links) und Professorin Tina Stolt (rechts) und von Bürgermeister Jochen Kirchner (2. von links) zeigen sich die Künstler (von links) Mihaela Kamenova, Ortrud Sturm, Christian Heß und Heiko Börner vor dem Rathaus. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Heute um 9 Uhr werden vier der fünf Künstler, die eine Jury für das 1. Kirchhainer Bildhauer-Symposium ausgesucht hat, in ihre Arbeitsplätze eingewiesen. Mihaela Kamenova aus Sofia, Ortrud Sturm aus Rödermark und der Wahl-Münchner Heiko Börner beziehen ihr Freiluft-Atelier auf dem neuen Platz am Bahnhof. Ortrud Sturm und Heiko Börner werden vor den Augen der Passanten mit schwerem Gerät aus Kirchhainer Eichenstämmen Groß-Skulpturen formen. Mihaela Kamenova verwandelt mit nicht minder schwerem Werkzeug Stahlplatten aus Stadtallendorf in tanzende Herbstblätter.

Christian Heß nimmt im Annapark seine Arbeit auf und formt Spezialbeton aus Niederwald zu einer Skulptur, die einen Parkbaum umgeben wird. Ab Montag bekommt der im oberbayerischen Ullerting beheimatete Franke Gesellschaft durch Irene Anton, die nicht vorher anreisen kann. Die Berlinerin verwirklicht im Annapark eine begehbare Farbstift-Installation, für die das Material aus Kirchhain geliefert wird..

Mit einem Empfang im Rathaus hieß die Stadt Kirchhain am Freitag die Künstler im Beisein zahlreicher Ehrengäste willkommen. Bürgermeister Jochen Kirchner rief die Bürgerinnen und Bürger seiner Stadt auf, den Entstehungsprozess der fünf Skulpturen zu begleiten. Zum Wesen der Kunst gehöre auch die Auseinandersetzung mit ihr. Die Chance dazu biete sich bei dem Symposium in einzigartiger Weise, weil dort die Auseinandersetzung auch mit den Künstlern geführt werden könne. Er hoffe, dass möglichst viele Kirchhainerinnen und Kirchhainer diese Chance nutzten, und sich eine persönliche Beziehung zu ihrer favorisierten Skulptur aufbauten.

Über die Siegerskulptur entscheidet die Bürgerschaft gemeinsam mit einer Jury. Die vorbereiteten Stimmkarten können bis zum 10. November im Rathaus abgeben werden. Die Siegerarbeit wird während des Kirchhainer Kunstmarkts im Advent proklamiert.

Für Professorin Tina Stolt, Sprecherin der Jury, sind die fünf Teilnehmer heute schon Sieger. Die Jury habe sich unter den knapp 60 Bewerbungen für die interessantesten Künstlerinnen und Künstler entschieden, stellte sie fest. Diese seien zudem erfahren und ihre Arbeiten mehrfach preisgekrönt.

Warum soll sich eine Stadt wie Kirchhain in Zeiten finanzieller Not ein solches Kunstereignis leisten? Tina Stolt beantwortete ihre eigene Frage in einem Satz: „Wer glaubt, man könne in diesen Zeiten auf Kunst verzichten, hat kein Verhältnis zur Kultur.“

Kirchhain kann sich sein besonderes Verhältnis zu Kunst und Kultur erlauben, weil das Mäzenatentum in der Stadt so ausgeprägt ist. So unterstützt die Marburger Tapetenfabrik, die schon viele Top-Designer herausgebracht hat, das Symposium. Als Material- und Werkzeug-Sponsoren fungieren die Firmen Holz Jung, Cemex, die Eisengießerei Winter sowie das Kirchhainer Forstamt. Zudem stieß die Idee, auf solche Weise Kunst in die Stadt zu holen, bei vielen Privatleuten auf so große Begeisterung, dass sie dafür Geld gaben.

Da auch die Europäische Union und die Region Burgwald das Bildhauer-Symposium fördern, muss die Stadt keine Mittel aus ihrem defizitären Haushalt zur Verfügung stellen.

Das Projekt stieß auf großes Wohlwollen in der Stadt. Und dies bestärkt Jochen Kirchner in der Annahme, dass am Ende nicht allein die Siegerskulptur für den Kirchhainer Skulpturenpfad angekauft werden wird.

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