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Fünf Kirchengemeinden werden Seelsorgeeinheit

Veränderung Fünf Kirchengemeinden werden Seelsorgeeinheit

Die Nachfolge von Pfarrer Günter Wondrak, der im September die Kirchengemeinden Mardorf, Roßdorf und Erfurtshausen gen Fulda verlässt, ist geregelt: zwei alte Bekannte übernehmen.

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Pater Lucjan (links) und Marcus Vogler bilden künftig ein Seelsorger-Team.Foto: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Die Kirchengemeinden Mardorf, Roßdorf und Erfurtshausen müssen sich nach dem Abschied von Günter Wondrak weder auf eine Übergangslösung noch auf eine pfarrerfreie Zeit einstellen: Es kommt zur Neuordnung innerhalb des Pastoralverbundes St. Bonifatius Amöneburg und „das Leben geht weiter - und das auch gar nicht so schlecht“, wie Marcus Vogler betont. Gemeinsam mit Pater Lucjan, dem Guardian (Leiter) des Franziskaner-Klosters in Kirchhain, kümmert sich der bisherige Pfarrer von Amöneburg und Rüdigheim ab September um die drei weiteren katholischen Kirchengemeinden der Stadt. Unterstützung bekommen sie dabei von dem ständigen Diakon Wilfried Jockel, der eine halbe Stelle in der neuen „Seelsorgeeinheit Amöneburg“ bekleidet, und den beiden nebenberuflichen Diakonen Gerhard Jungmann und Dr. Paul Lang. „Die Pfarrgemeinderäte wollten von Fulda einen jungen, engagierten Pfarrer bekommen - davon haben sie jetzt gleich zwei“, freut sich Vogler. „Der einzige Unterschied ist, dass kein Pfarrer mehr direkt im Ort wohnt - aber die Roßdorfer und die Erfurtshäuser kennen das ja schon seit einigen Jahren“, ergänzt Pater Lucjan, der als „mitarbeitender Priester“ fungieren wird.

9200 Katholiken gebe es im Pastoralverbund, zu dem neben den fünf Orten Amöneburgs noch Kirchhain und die Ortsteile Anzefahr, Stausebach, Himmelsberg und Sindersfeld sowie Bauerbach, Schröck und Ginseldorf gehören. „Wir hatten sechs Priester - und jetzt noch fünf. Angesichts der Tatsache, dass Fulda mit einem Priester für 3000 Gläubige kalkuliert, geht es uns im Vergleich mit anderen Gemeinden gut“, hebt Vogler hervor und ergänzt, dass im Stadtgebiet von Amöneburg rund 3900 Katholiken lebten: „Dafür sind wir mit zwei Seelsorgern sehr gut aufgestellt.“

Auch vor den zahlreichen Verwaltungsaufgaben schreckt Vogler nicht zurück: Er wisse, dass angesichts von fünf Verwaltungsräten und drei Kindergärten eine große Aufgabe auf ihn warte. Entsprechend müsse es zu Umstrukturierungen kommen, die er im Detail mit den jeweiligen Mitgliedern abstimmen möchte. „Wir müssen Synergieeffekte erzielen. Die Gemeinschaft, der Teamgedanke müssen im Vordergrund stehen“, sagt er. Aus diesem Grund plant er regelmäßige Treffen aller Pfarrgemeinderäte. Eine Idee ist es, angesichts der im kommenden Jahr anstehenden Neuwahlen, ein gemeinsames Gremium mit Vertretern aus allen Orten zu gründen - entweder als Ergänzung zu den einzelnen Pfarrgemeinderäten oder eben an ihrer statt. „Wir befinden uns derzeit ein bisschen in der Vorreiterrolle im Bistum Fulda“, erklärt Vogler. Es gelte, neue Wege zu gehen: „Das ist das spannende: Wie kann ich Kirche unter den herrschenden Bedingungen gestalten und gleichzeitig gewährleisten, dass das Wesentliche im Blick bleibt, nämlich die Menschen mit Gott in Verbindung zu bringen.“

Kommt es an dieser Stelle zu Veränderungen, so müssen die Gläubigen laut Pater Lucjan nicht fürchten, dass ihnen „etwas weggenommen“ werde: Jede Kirchengemeinde behalte ihren eigenen Gottesdienst am Wochenende, den entweder er oder Vogler halten. Als Zeiten vorgesehen sind samstags um 17.30 Uhr und um 19 Uhr sowie sonntags um 9, 10.15 und 10.30 Uhr - lediglich die Sonntagabendmesse in Amöneburg entfällt. An deren Stelle tritt eine feierlich gestaltete Vesper um 18.00 Uhr. So gebe es eine bisher nicht dagewesene Auswahl an Gottesdiensten, und die Menschen könnten sich aussuchen, welche Zeiten ihnen am besten in die Wochenendplanung passten. Ist einer der beiden Seelsorger verhindert, werde ein Pensionär aktiviert, erläutern sie.

Aber auch um beispielsweise die Fronleichnamsprozession müsste den Menschen nicht bange sein, fügt Vogler hinzu. Jeder Ort werde weiterhin eine eigene Prozession bekommen: „Das kann am Vormittag oder am Nachmittag oder eben am Vorabend oder dem folgenden Sonntag sein“, sagt Pater Lucjan. Vogler ergänzt: „Nicht überall ist der Donnerstag ein Feiertag. Weltkirchlich gesehen wird in vielen Ländern Fronleichnam erst am Sonntag gefeiert. Es geht nicht um den Termin, sondern um die Botschaft der Feier.“

Die Stiftsschüler müssen sich ebenfalls auf kleinere Veränderungen einstellen: Vogler wird zwar als Priester weiterhin die Messen zelebrieren und auch noch Religionsunterricht geben, da er den Kontakt zu den jungen Menschen nicht verlieren will. Um die Schulseelsorge kümmert sich künftig allerdings Dr. Paul Lang.

„Wir sind von Gott in diese Zeit hineingesetzt worden, um Kirche zu gestalten - das eine interessante Aufgabe“, fasst Vogler zusammen und hofft, dass die Gläubigen von Roßdorf, Mardorf und Erfurtshausen ihn und Pater Lucjan offen aufnehmen werden. Unbekannte sind sie schließlich dort nicht.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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