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Früherer Stützpunkt stößt auf Interesse

Flüchtlinge Früherer Stützpunkt stößt auf Interesse

Die Bundeswehr ist bereit, Gelände und Gebäude des früheren Mobilmachungsstützpunktes in der Scharnhorststraße an das Land abzugeben. Von dort gibt es keine Aussage zum Stand der Dinge.

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Ein Blick durch den Zaun auf das frühere Zentralgebäude des Mobilmachungs-Stützpunktes.
Das Gelände gilt als grundsätzlich geeignet für die Flüchtlingsunterbringung.

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Auf Bitten des Landes hat die Bundeswehr ihre nicht mehr genutzten Liegenschaften weitergeleitet. Das Landeskommando Hessen in Wiesbaden hat dabei die Federführung. Händeringend sucht das Land nach Standorten, um ankommende Flüchtlinge menschenwürdig unterbringen zu können.

ugleich müssen aber auch geeignete Quartiere für die Menschen gefunden werden, die derzeit in Zeltstädten untergebracht sind. In der vergangenen Woche gab es eine Begehung von Vertretern der Bundeswehr wie auch des Landes des früheren Mobilmachungsstützpunktes. Solche Stützpunkte wären in der Vergangenheit beim Verteidigungsfall von Reservisten genutzt worden.

Zustimmung für Ersuchen aus Wiesbaden

Zwischenzeitlich ist Ende der vergangenen Woche ein formales Amtshilfeersuchen beim Landeskommando in Wiesbaden wie auch bei der Division Schnelle Kräfte am Standort eingegangen. Dies bestätigte gestern Oberstleutnant Wolf von Rabenau, Sprecher des Landeskommandos, gegenüber dieser Zeitung.

Auch das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum in Homberg/Efze, das die Liegenschaft verwaltet, ist naturgemäß eng eingebunden. Wolfgang Schulze, der stellvertretende Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums wie auch von Rabenau teilten mit, dass man dem Ersuchen aus Wiesbaden zustimmt - zumal Gebäude und Gelände seit vielen Jahren nicht mehr genutzt werden.

Gebäude für weitere Aufgaben nutzen  

So weit bekannt, könnte das vorhandene Gebäude auch für Verwaltungsaufgaben und medizinische Untersuchungen genutzt werden. Auf dem Gelände, das natürlich entsprechend vorbereitet werden müsste, ließen sich Wohncontainer aufstellen. Dies erläuterte Schulze gegenüber der OP. Aber: Der frühere Mobilmachungs-Stützpunkt ist nicht mehr an das Versorgungsnetz und die Kanalisation angeschlossen.

Kurzfristig ist Liegenschaft nicht nutzbar

Wie viele Menschen dort untergebracht werden könnten und ab wann, ist derzeit offen. „Kurzfristig wäre diese Liegenschaft aus unserer Sicht nicht nutzbar“, sagt Landeskommando-Sprecher von Rabenau. Das heißt: Der frühere Mobilmachungs-Stützpunkt ließe sich nicht von einem Tag auf den anderen als Unterkunft herrichten. Die auf dem Gelände außerdem vorhandenen Hallen mit Schleppdächern sind außerdem für die Unterbringung von Menschen nicht geeignet. „Im Laufe des Herbstes ließe sich das Gelände sicherlich nutzen“, sagt Wolfgang Schulze vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum.

Keine Wasserstandsmeldungen vom Ministerium

Das Sozialministerium will weiterhin auf „Wasserstandsmeldungen“ verzichten. „Wir bitten um Verständnis, dass wir in der derzeitigen Situation nicht über Zwischenstände bei einzelnen Objekten unterrichten können“, sagt Markus Büttner, stellvertretender Sprecher des Ministeriums. Rund 80 Liegenschaften werden insgesamt seit einigen Wochen seitens des Landes derzeit auf ihre Eignung als Unterkunftsgebäude untersucht.

Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi lagen gestern noch keine Informationen zu einer Entscheidung über eine mögliche Nutzung des früheren Stützpunkt-Geländes vor. Er war allerdings bei der Besichtigung des Geländes in der vergangenen Woche dabei. Im Gespräch mit der OP erinnerte er an die Bilder des vergangenen Wochenendes, als vollbesetzte Züge mit Flüchtlingen in Deutschland eintrafen und dort sehr herzlich begrüßt wurden, unter anderem in München und Frankfurt. „Es kann sein, dass jede Kommune einen zusätzlichen Beitrag leisten muss, auch Stadtallendorf“, betonte Somogyi.

Bundeswehr setzt auf „maximale Kulanz“

Generell hat sich die Bundeswehr auch am Standort Stadtallendorf auf „maximale Kulanz“ bei der Freigabe von geeigneten Gebäuden eingerichtet. Dies ist in einer Weisung des Bundesverteidigungsministeriums aus der vergangenen Woche auch so vorgegeben. „Die Bundeswehr hat an vielen Stellen schon geholfen und wird das auch weiterhin tun“, sagt Generalmajor Eberhard Zorn, Kommandeur der Division Schnelle Kräfte in Stadtallendorf.

Derzeit nutzt die Division noch vier Unterkunftsgebäude der Hessen-Kaserne (die OP berichtete), unter anderem, weil in der Herrenwaldkaserne Bauarbeiten laufen. Außerdem ist dort die Zahnarztgruppe untergebracht, für die es noch keine Räume in der Herrenwaldkaserne gibt. Andere, seit Jahren ungenutzte frühere Unterkünfte seien auch überprüft worden, sagt Zorn. „Doch sie sind nicht kurzfristig sanierungsfähig.“ Dem Landeskommando Hessen liegen keine Anfragen des Landes nach Gebäuden oder Flächen auf dem Gelände der Hessenkaserne vor.

von Michael Rinde

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