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Frühere Kirche gibt Zentrum ein Dach

Herrenwaldkirche Frühere Kirche gibt Zentrum ein Dach

Ein allzu langer Leerstand, der Albtraum von Kirchenvorstand und Gemeindemitgliedern, scheint der früheren Herrenwaldkirche und dem angrenzenden Gemeindehaus erspart zu bleiben.

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Die Herrenwaldkirche wurde am 31. Dezember vergangenen Jahres entwidmet. Jetzt gibt es eine Perspektive. Archivfoto

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Der Verein "Jumpers" will die Räume der leerstehenden früheren Herrenwaldkirche von der Kirchengemeinde mieten. „Jumpers“ steht für „Jugend mit Perspektive“. Und genau darum geht es den Verantwortlichen: Angebote für Kinder und Jugendliche schaffen, möglichst gemeinsam mit anderen Einrichtungen oder Vereinen - oder jetzt mit der evangelischen Kirchengemeinde Stadtallendorf.

Stadtallendorf ist für „Jumpers“ seit einigen Monaten kein weißer Fleck mehr. In Zusammenarbeit mit der Wohnungsbaugesellschaft GWH betreibt Tobias Czarski mit Unterstützern das „Projekt Pinienhain“. Czarski und seine Frau wohnen dabei mitten unter den Menschen, um die es auch bei einem Familienzentrum in den Räumen der früheren Herrenwaldkirche schwerpunktmäßig gehen soll. Zunächst stünden die Räume des bisherigen Gemeindezentrums im Vordergrund, alles soll Zug um Zug wachsen. Projektleiter Czarski kann sich bereits vieles vorstellen: einen Indoor-Spielplatz, Lernhilfe-Angebote oder auch ein Begegnungs-Cafè in den früheren Kirchenräumen. um nur einige Beispiele zu nennen. „Doch wichtig ist es, alles gemeinsam mit den Menschen, um die es geht, abzustimmen“, sagt Czarski. Die Kirchengemeinde will „Jumpers“ gerne unterstützen. „Für uns wäre das auch das klare Zeichen, das wir uns eben nicht aus diesem Teil von Stadtallendorf zurückziehen“, sagt Pfarrer Thomas Peters im Gespräch mit der OP.

Eine Vision, die Peters wie auch Czarski in den Sinn kommt, wäre vielleicht auch eine Tagesgruppe.

Start im Sommerist angepeilt

Wenn der formale Teil, sprich die Vertragsgestaltung abgearbeitet ist, soll es losgehen. Ziel ist es, im Sommer die ersten Angebote in den früheren Gemeinderäumen zu starten. Dabei will „Jumpers“ aber möglichst viele Partner für das Projekt „Familienzentrum“ gewinnen. Gespräche mit der Stadtjugendpflege sind ebenso angestoßen wie auch mit muslimischen Gemeinden. Aber auch Vereine hat „Jumpers“-Projektleiter Czarski im Blick. Er betont im Gespräch immer wieder, dass sich „Jumpers“ als Ergänzung, nicht als Konkurrenz zu vorhandenen Angeboten sehe. Zwar steht der Verein „Jumpers“ für christliche Überzeugungen, was natürlich den Bezug zu einer früheren Kirche verstärkt. Doch sind alle Angebote, die sich der Verein vorstellen kann, überkonfessionell. Das Thema Integration von Migranten wird zweifellos ein besonderes Gewicht bei der „Jumpers“-Arbeit bekommen. „Wir sehen uns dabei als Brückenbauer“, gebraucht der „Jumpers“-Projektleiter ein Bild. Es waren finanzielle Gründe, die letztlich dazu geführt haben, dass sich die Kirchengemeinde von einer ihrer beiden Kirchen trennte. Zunächst hatte der Kirchenvorstand intensiv nach Käufern oder Pächtern gesucht. „Doch wir kämen auch mit einer Vermietung, wie sie jetzt geplant ist, klar, wenn wir keine laufenden Kosten mehr für die Gebäude aufbringen müssen“, sagt Pfarrer Peters. Derzeit sucht die Gemeinde sogar nach einem Sponsor für eine neue Heizungsanlage. Die alte ist bereits 40 Jahre alt.

n Am 7. April werden „Jumpers“ und die Kirchengemeinde das Projekt Familienzentrum in der Herrenwaldkirche einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Information - Idee - Austausch - Verabredungen“ und beginnt um 19 Uhr im Gemeindehaus in der Liebigstraße. Die ursprünglich für den 29. März geplante Zukunftswerkstatt entfällt wegen zu wenigen Anmeldungen.

Der Verein "Jumpers"

Der Verein mit Sitz in Kau-fungen besteht seit etwa vier Jahren. Neben eigenen Projekten versteht sich „Jumpers“ auch als Netzwerk für andere Einrichtungen und Vereine. Aktuell sind es bereits 60, die mit „Jumpers“ kooperieren. „Jumpers“ betreibt unter anderem ein großes Projekt in Kassel-Helleböhn mit zahlreichen Angeboten für Kinder und Jugendliche. Projekte, die der Verein unterstützt, sollen christlich-sozialen Werten entsprechen, heißt es auf der Vereins-Homepage www.jumpers-netz.de.

von Michael Rinde

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