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Freunde und Nachbarn helfen Witwe

Stadtallendorf Freunde und Nachbarn helfen Witwe

Bei dem Terroranschlag am 12. Januar in Istanbul starben zwölf Menschen, unter ihnen der Stadtallendorfer Rüdiger Becker. Seine Frau Ursula überlebte schwer verletzt. Am Freitag findet die Trauerfeier für den Getöteten statt.

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Stadtallendorfer Bürger bekundeten im Januar ihre Anteilnahme mit einem Eintrag in ein Kondolenzbuch im Rathaus.

Quelle: Archivfoto

Stadtallendorf. Knapp vier Monate liegen zwischen dem Selbstmordanschlag in Istanbul und der Trauerfeier für Rüdiger Becker an diesem Freitag, über die Bürgermeister Christian Somogyi die OP in Absprache mit der Witwe des Ermordeten informierte. Nach der Trauerfeier in der Friedhofskapelle erfolgt die Urnenbeisetzung.

Ursula Becker erlitt selbst schwere Verletzungen bei dem Anschlag auf dem Sultan-Ahmed-Platz im Herzen der türkischen Metropole. Sie leidet weiter unter den körperlichen und seelischen Folgen der Tat, für die die türkischen Behörden die Terrororganisation Islamischer Staat verantwortlich machen. Das Ehepaar gehörte zu einer deutschen Besuchergruppe. Sie brauche weiterhin ärztliche und psychologische Behandlung, sagte Ursula Becker im Gespräch mit dieser Zeitung. „Vor allem brauche ich weiterhin Zeit“, unterstreicht sie.

In den vergangenen Monaten, die sie zunächst in einer Klinik in Istanbul, dann in weiteren Kliniken in Deutschland verbrachte, erfuhr sie aber auch viel Hilfe. „Meine Familie, meine Nichten, aber auch Nachbarn und Freunde helfen mir sehr“, sagt Becker. Es sei in dieser Situation sehr schön, so etwas zu erleben.

Nachricht löste Trauer und Entsetzen aus

Ihr Mann hatte jahrzehntelang bei Ferrero gearbeitet, war außerdem auch selbstständiger Pyrotechniker und für seine professionelle Arbeit hochgeschätzt. Geschäftspartner aus der Region hatten Rüdiger Becker im Januar besonders gewürdigt (die OP berichtete). Rüdiger Becker hatte in der Vergangenheit auch das „Marburger Himmelsleuchten“ gestaltet.

In Stadtallendorf hatte die Nachricht, dass ein Bürger aus der Stadt zu den Terroropfern gehört, Trauer und Entsetzen ausgelöst, die Stadt gedachte Beckers mit auf Halbmast gesenkten Fahnen und der Auslage eines Kondolenzbuches, in das sich zahlreiche Stadtallendorfer im Rathaus eintrugen. Das Stadtparlament gedachte Becker mit einer Schweigeminute. Am Freitag wird Bürgermeister Somogyi selbst einige Worte bei der privaten Trauerfeier sprechen.

Der evangelische Pfarrer Thomas Peters wird den Trauergottesdienst gestalten. Er hatte bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Ereignisse Beistand für alle Trauernden angeboten. „Ich werde versuchen, die besondere Situation nochmal vor Augen zu führen und zugleich die nötigen Worte des Trostes zu spenden“, sagt Peters.

Der Trauergottesdienst beginnt am Freitag, 6. Mai, um 14 Uhr in der Kapelle des Friedhofs in der Kernstadt.

von Michael Rinde

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