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Freude an Musik, Spaß am Vermitteln

Neuer Musikschulleiter Freude an Musik, Spaß am Vermitteln

Am Sonntag führt die evangelische Kirchengemeinde den Leiter ihrer Sing- und Musikschule in sein Amt ein. Philip Schütz will weiterentwickeln, was schon "ein tolles Fundament hat".

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Philip Schütz bläst in der Stadtkirche sein Lieblingsinstrument, die Trompete. Am Sonntag wird er offiziell in einem Gottesdienst in sein Amt eingeführt.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Entspannt sitzt Philip Schütz in seinem künftigen Büro oder in dem Raum, der es einmal sein wird. Gerade ist der Boden dort neu verlegt worden. Seit 1. Juni leitet Schütz die evangelische Sing- und Musikschule in Stadtallendorf. Er ist damit Nachfolger von Soonyoun Yoo und ihrem Vorgänger Hans-Christian Malzahn.

Schütz hat eine sehr breite Ausbildung für seine neue Aufgabe, in die er zurzeit Zug um Zug hineinwächst. Er weiß, dass er bei der Sing- und Musikschule auf einem breiten Fundament aufbaut. Dafür hat er eine Reihe eigener Pläne: So möchte er in nicht allzu ferner Zukunft Eltern-Kind-Kurse in der Frühförderung aufbauen, für Kinder, die erst wenige Monate alt sind. In diesen Kursen geht es naturgemäß vor allem um Geborgenheit, um Ansprache des Kindes. Weiterführende Kursangebote sollen dann gezielter auf die musikalische Förderung eingehen und dann nach und nach einzelne Instrumente umfassen. Seine Konzeptidee geht von einem Angebot der Musikschule bis hin zu professionellen Ansprüchen aus. All das wird mit der Kirchengemeinde, auf der die Schule ruht und in die sie eingebettet ist, verzahnt sein.

Philip Schütz, dessen eigener persönlicher Schwerpunkt bei den Blechblasinstrumenten liegt, wird natürlich wie seine Vorgänger auch in den Gottesdiensten zu hören sein. Aber nicht nur er. Schütz möchte, dass sich die Facetten, die Vielfalt der musikalischen Richtungen seiner Schule auch in den Gottesdiensten zeigen soll. Denn er sieht sich als einen Teamspieler, nicht als Individualisten. Philip Schütz kommt aus Schwalmstadt, sein Vater ist Wohrataler. Dort hat er bis vor vier Jahren auch den Posaunenchor Halsdorf dirigiert und ihn Zug um Zug erweitert. Die Gründung eines Posaunenchors kann sich Schütz auch in Stadtallendorf gut vorstellen. Schütz ist mit der Region verwurzelt. Um so mehr freut es ihn, dass seine Bewerbung in Stadtallendorf den gewünschten Erfolg hatte. Er hatte sich bundesweit bei Orchestern beworben. Ursprünglich studierte er in Kassel zunächst Schulmusik und evangelische Religion auf Lehramt. Nach zwei Jahren begann er parallel dazu das Studium „Komposition für Neue Musik“. Am Ende entschied er sich für die Musik und wechselte nach Frankfurt an das „Dr. Hoch‘s Konservatorium“ in den Studiengang Trompete als künstlerische Ausbildung bei Florian Balzer. Schließlich ist auch Schütz‘ Lieblingsinstrument die Trompete. Dass er jetzt sowohl pädagogisch als auch musikalisch arbeiten wird, begeistert ihn umso mehr.

Bewährtes wird bleiben

Bewährtes wird in Stadtallendorf in jedem Falle bleiben, zum Beispiel die Stadtallendorfer Adventskonzerte, einschließlich des Quempas-Singens natürlich. Vor einigen Jahren hat er dort selbst ein Konzert gegeben.

Zwischenzeitlich ist Philip Schütz nach Wolferode umgezogen. Dort fand er nach einem längeren Suchen die barrierefreie Wohnung, Schütz ist auf den Rollstuhl angewiesen. „Mit dem Auto bin ich in einer Viertelstunde in Stadtallendorf, jetzt wohne ich im Grünen“, sagt der neue Leiter der Sing- und Musikschule. Diese Stadtallendorfer Institution unter der Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde ist bundesweit immer noch einmalig. Für den glaubensgeprägten Menschen Philip Schütz ist das ein zusätzlicher Reiz.

Die Frage, welche Musik ihn am meisten begeistert, kennt er zur Genüge, deshalb kommt die Antwort schnell und spontan: „Es ist nicht entscheidend, welche Musik es ist, für mich ist es entscheidend, mit welcher Begeisterung Musik gemacht wird.“ Wenn ein Sechsjähriger ein Stück mit Inbrunst spiele, sei das immer etwas ganz Besonderes. Das passt auch zu seinen pädagogischen Grundsätzen. Ein zentraler Punkt bei Philip Schütz ist nämlich, dass „wir ohne Begeisterung nichts wirklich lernen“.

  • Der Einführungsgottesdienst für Philip Schütz findet am Sonntag, 21. Juni, ab 11 Uhr in der Stadtkirche statt.

von Michael Rinde

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