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Freie Fahrt auf der Panzerstraße

Aufatmen Freie Fahrt auf der Panzerstraße

Gute Nachricht für alle Neustädter, die die Panzerstraße zum Fahrradfahren, Spazierengehen oder Inlineskaten nutzen: Bald können sie dies auch an Werktagen tun.

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Die Schranke bleibt, aber das Schild gehört bald der Vergangenheit an.

Quelle: Florian Lerchbacher

Neustadt. Im September hatte die Bundeswehr der Stadt mitgeteilt, dass sie die Panzerstraße zwischen Neustadt und der Einfahrt zum Standortübungsplatz in Stadtallendorf nicht mehr benötigt, entsprechend zum Ende des Jahres die Nutzungsvereinbarung kündigt und den nicht mehr benötigten Teil der Liegenschaft an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) zurückgibt.

Der Grund: Den Doppelstandort gibt es seit einigen Jahren nicht mehr - „und so entfällt für uns der Nutzwert“, wie Kasernenkommandant Oberstleutnant Friedrich-­Wilhelm Luchtenberg erklärt.

Ohne die Rückgabe an die Bima wäre die Bundeswehr weiterhin in der Versicherungspflicht - und die Verantwortung wolle sie nicht mehr übernehmen. „Im Moment ist die Straße noch in einem passablen Zustand - aber je nach Stärke des Winters kann sich das ändern“, ergänzt Luchtenberg.

Für die Neustädter kam diese Nachricht einer Katastrophe gleich, schließlich erfreute sich die Panzerstraße großer Beliebtheit bei Fußgängern, Radfahrern und Inline-Skatern - zumindest an Sonn- und Feiertagen, an denen die Bürger das Teilstück im Herrenwald nutzen durften.

„An diesen Tagen hat sie eine wichtige Erholungsfunktion für die Einwohner von Neustadt und Stadtallendorf und zieht aufgrund ihrer Breite, dem guten Straßenzustand und den geringen Steigungen auch überregional viele Fahrradfahrer an“, stellten Bürgermeister Thomas Groll und die drei Fraktionsvorsitzenden Hans-Gerhard Gatzweiler (SPD), Hans-Dieter Georgi (CDU) und Karsten Gehmlich (FWG) in einer gemeinsamen Presseerklärung heraus und bedauerten, dass die Nutzungsgenehmigung mit der Rückgabe an die Bima entfallen würde.

In Stadtallendorf wartet Schranke auf Bürger

Der Sozialdemokrat hat zudem einen Antrag für den Kreistag vorbereitet, den die anderen Neustädter Gremiumsmitglieder unterstützen. Sie alle hoffen, dass die Bürger die Panzerstraße zumindest, wie bisher, an Sonn- und Feiertagen nutzen dürfen - am liebsten aber noch mehr.

Die gute Nachricht: Der Wunsch der Neustädter geht in Erfüllung, wie die Bima dieser Zeitung auf Anfrage mitteilte. Bald können die Bürger nach Herzenslust auf dem Teilstück zwischen der ehemaligen Hessenkaserne und der ehemaligen Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne unterwegs sein. Die Bima gibt die Strecke an den Bundesforst (einen ihrer Geschäftsbereiche) ab, der für die umliegenden Waldflächen zuständig ist und die Straße für die ordnungsgemäße Bewirtschaftung der rund 300 Hektar benötigt.

Das Teilstück fungiert dann als Wirtschafts- beziehungsweise Waldweg und kann uneingeschränkt genutzt werden. Die Verkehrssicherungspflicht (inklusive Winterdienst) soll die Stadt für die Strecke vom Beginn des Waldes an bis zur Schranke übernehmen, wie die Pressestelle der Bima mitteilt. Eine entsprechende Vereinbarung trete zum 1. Januar in Kraft.

Für den Bereich ab der Schranke bis zur Begrenzung der Panzerstraße bei Stadtallendorf übernimmt der Bundesforst die Unterhaltung und Verkehrssicherung. Ein Winterdienst wird es dort allerdings nicht geben - wie auf Waldwegen üblich.

In Stadtallendorf benötigt die Bundeswehr das Teilstück bis zum Standortübungsplatz (im Volksmund Kirtorfer Acker genannt) weiterhin für militärische Zwecke. Danach soll auf Wunsch der Bundeswehr ein Zaun als Begrenzung dienen, um die Nutzung der Straße als Abkürzung oder „Promilleweg“ zu verhindern - was dazu führt, dass die Panzerstraße auch in Zukunft keine Alternative zum eigentlichen Radweg zwischen Neustadt und Stadtallendorf ist.

Die Mandatsträger in der Junker-Hansen-Stadt wollen aber noch prüfen lassen, ob sich die Panzerstraße auch in den Deutschlandradweg D4 einbeziehen lässt. Diese Antwort auf diese Frage sei noch offen, teilt die Bima mit.

von Florian Lerchbacher

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