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Freibad steht auf der Tagesordnung

Freibad steht auf der Tagesordnung

Wie lange die zum Teil 50 Jahre alte Technik des Kirchhainer Freibades noch halten wird, kann niemand seriös sagen. Das erklärte Bürgermeister Olaf Hausmann vor dem Sozialausschuss.

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Das parkähnliche Areal des Freibads wird laut Umfrage von den Stammgästen des Kirchhainer Schwimmbads sehr geschätzt.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Gleichwohl setzte Olaf Hausmann das Thema vor den unter Vorsitz von Helga Sitt tagenden Parlamentariern auf die politische Tagesordnung. Die Bäderkommission arbeite an Vorschlägen für die Zukunft der Kirchhainer Bäderlandschaft, und die Bauverwaltung arbeite bis zum November einen groben Kostenrahmen aus. „Dann sind wir als Politiker gefordert, dann müssen wir entscheiden: Wollen wir das Bad sanieren? Wollen wir einen Anbau anderswo? Wird das Becken 50 oder 25 Meter groß?“

Entscheidungshilfen hatte sich der Magistrat von den Kirchhainer Bürgerinnen und Bürgern erhofft, die im Frühjahr 2015 mit einer flächendeckenden Fragebogen-Aktion nach ihren Wünschen in Sachen Freibad befragt worden waren. Nach der professionellen Auswertung der 350 zurückgeschickten Fragebögen durch die Uni Gießen zeigte sich, dass diese kein repräsentatives Bild ergaben.

Die meisten Einsendungen stammten aus der Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen, die jüngeren Altersgruppen seien schwach vertreten, bekannte der Bürgermeister. 100 Prozent der Einsender seien Stammgäste des Freibades, von denen wiederum 93 Prozent aus Kirchhain stammen. Frauenanteil: 60 Prozent.

Die Lage gefällt, aberdie Attraktionen fehlen

Wie Olaf Hausmann ausführte, werden die Lage des Freibades, die Anlage an sich, der alte Baumbestand, die regelmäßigen Pflegearbeiten und die Liegewiesen mit ihrem Erholungswert als große Stärken genannt. Zudem sind es die Erinnerungen an Kindheit und Jugend sowie das Sommergefühl, das die Badegäste anzieht. Kritik gab es dagegen an den fehlenden Attraktionen und den veralteten Sanitäreinrichtungen.

Die Fragebögen hätten der Stadt nur eine gute Standort-Beschreibung gebracht, mehr nicht, sagte Hausmann und stellte klar, dass das Projekt bei einer positiven Entscheidung die finanziellen Dimensionen der barrierefreien Sanierung des Bahnhofs habe.

Professor Erhard Mörschel (CDU) warb für das Bad. Dies sei auch jetzt noch im Spätsommer täglich voll. Die Benutzer machten sich ihre Attraktionen selber, sagte er. Uli Balzer (Grüne) betonte, dass Kirchhain seinen Ruf als attraktive Wohnstatt nicht verlieren dürfe. Es sei nicht zielführend, die Freibad-Zukunft allein aus dem Blickwinkel der Wirtschaftlichkeit zu entscheiden. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Pöppler entgegnete, dass die Wirtschaftlichkeit bei der Gesamtbetrachtung nicht vergessen werden dürfe: „Wir müssen sonst befürchten, dass sehr bald andere über unseren Haushalt entscheiden.“ Barbara Hesse (SPD) warb dafür, das Thema stärker in die Öffentlichkeit zu tragen.

Olaf Hausmann erinnerte daran, dass es einen breiten Konsens in der Stadtpolitik für ein Freibad in Kirchhain gebe. Darauf deuteten zumindest die Programme der Parteien zur Kommunalwahl vom 6. März hin.

Zu Beginn der Sitzung hatte sich Christel Herz, die neue Leiterin des Altenhilfenzentrums Haus Elisabeth, den Ausschuss-Mitgliedern vorgestellt. Die gelernte Krankenschwester berichtete von den Umbrüchen, vor denen ihre Einrichtung in Folge gesetzlicher Neuerungen stehe. Das Altenheim als Lebensentwurf für das Alter gebe es nicht mehr. Ziel sei es, Menschen so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung zu belassen. Diesem Ziel diene das wachsende Segment der Tagespflege in ihrer Einrichtung. Umgekehrt nehme der Anteil der intensiver Pflege bedürfenden Heimbewohner zu.

Wie demenzfreundlichist Kirchhain?

Einen Anknüpfungspunkt für die Kooperation mit der Stadtpolitik sah Christel Herz bei der Frage: Wie demenzfreundlich ist Kirchhain? Sie warb dafür, offenbar hilfsbedürftige ältere Menschen bei Begegnungen im Alltag nicht zu ignorieren, sondern bei ihnen zu bleiben und professionelle Hilfe herbeizurufen – im Zweifelsfall die Polizei.

Der Stadtverordnete Dr. Christian Lohbeck (FDP) sah die Stadt dank des Sozialen Netzwerks auf diesem Gebiet bereits gut aufgestellt und erinnerte an die vielen ehrenamtlichen Seniorenbegleiter, die inzwischen in Kirchhain ausgebildet worden seien.

von Matthias Mayer

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