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Freds flinke Zunge führt zum Erfolg

Erfolg Freds flinke Zunge führt zum Erfolg

Drei Schüler der Stiftsschule St. Johann haben den Zungenschuss eines Jemen-Chamäleons untersucht und mit den Ergebnissen beim Wettbewerb "Schüler experimentieren" geglänzt.

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Lehrer Bernd Steinebach (von links) ist stolz auf den Erfolg von Kester Schmidt, Mark Nau und Lukas Hemer, die untersucht haben, wie schnell sich die Zunge von Jemen-Chamäleon Fred auf der Jagd nach Nahrung bewegt.

Quelle: Yanik Schick

Amöneburg. Ganz unscheinbar klammert sich Fred an eine schmale Holzlatte, bis seine Zunge im nächsten Moment blitzartig hervorschnellt. Kaum wahrgenommen, hat das Jemen-Chamäleon damit eine Grille zunächst um- und Sekundenbruchteile später dann auch verschlungen.

Es ist nur ein kurzer Augenblick, den es dauert, dem Tier bei der Nahrungsaufnahme zuzuschauen. Und doch hat er Lukas Hemer (11), Mark Nau (11) und Kester Schmidt (12) derart fasziniert, dass die drei Stiftsschüler im vergangenen Halbjahr die Schnelligkeit eines Chamäleon-Zungenschusses untersuchten.

Elisabethschule zum wiederholten Mal erfolgreich

Die Ergebnisse präsentierte das Trio bei „Schüler experimentieren“, der Jugendsparte des Regionalwettbewerbs „Jugend forscht“ in Lollar. Dort war die Marburger Elisabethschule bereits zum wiederholten Mal erfolgreich vertreten (die OP berichtete).

Die Stiftsschule St. Johann hingegen nahm erstmalig mit einem Team an dem Wettbewerb teil - und erntete prompt viel Anerkennung: die Jury zeigte sich vom Chamäleon-Experiment angetan und belohnte die Schüler mit dem ersten Platz in der Kategorie Biologie.

„Wir waren selbst erstaunt“, sagt Biologie-Lehrer Bernd Steinebach zu dem überraschenden Erfolg. Er hatte die Gruppe bei der Vorbereitung und Durchführung ihres Experiments unterstützt. „Dadurch, dass wir zum ersten Mal bei dem Wettbewerb dabei waren, wussten wir gar nicht, was auf uns zukommt.“ Im Feedback teilten die Juroren mit, vor allem die „originelle Idee“ sowie die „guten Vorentwicklungen“ seien ausschlaggebend für Platz eins gewesen.

Wöchentlich zwei Stunden im Vivarium

In der Tat hatte die Zungenschuss-Untersuchung für Lukas, Mark und Kester im Vorfeld viel Zeit in Anspruch genommen. Im Förderunterricht des vergangenen Halbjahres arbeiteten die Sechstklässler wöchentlich zwei Stunden im Vivarium der Stiftsschule zusammen.

Zwischen Rennmäusen und mexikanischen Schwanzlurchen fiel ihr Forschungsinteresse von Beginn an auf das einzige Chamäleon in der Anlage - Fred. „Er hat uns wirklich sehr interessiert“, erklärt Kester Schmidt begeistert.

Um die Schnelligkeit des kaum sichtbaren Zungenschusses zu messen, nahmen die Kinder Freds Greifen nach einer Schwarzkäferlarve mit einer Videokamera auf. Mit einem Bearbeitungsprogramm ließ sich die Geschwindigkeit auswerten. Das Ergebnis: in 0,6 Sekunden schießt die Zunge 30 Zentimeter weit, erreicht also eine Geschwindigkeit von 1,8 Kilometern pro Stunde.

Weil die Schüler im Internet von Messungen gelesen haben, bei denen Chamäleons bis zu 22 Kilometer pro Stunde schnell schießen, möchten sie ihre Untersuchung mit modernen Methoden noch einmal wiederholen - und damit beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“ im kommenden Jahr erneut antreten.

von Yanik Schick

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