Volltextsuche über das Angebot:

° / °

Navigation:
Frauen haben gleich drei Gründe zu feiern

Närrisches Jubiläum Frauen haben gleich drei Gründe zu feiern

Die Frauengemeinschaft Sankta Maria feiert seit 55 Jahren Fastnacht. Felicitas Trebes-Börner ist seit 11 Jahren Sitzungspräsidentin, und die Hipp de Bibbs gibt es seit 25 Jahren. Das sind zwei "närrische" und ein "normales" Jubiläum.

Voriger Artikel
„Ein Rechtsgespräch auf sehr hohem Niveau“
Nächster Artikel
Trauer, Betroffenheit und Ohnmacht

Monika Groll (rechts) und Felicitas Trebes-Börner präsentieren das neue Logo und die alten Kostüme. Eingeklinkt: die Hipp de Bibbs.Fotos: Lerchbacher

Neustadt. Neustadt. Es war das Jahr 1961, als die Mitglieder der Frauengemeinschaft Sankta Maria beschlossen, eine Karnevalsveranstaltung aus der Taufe zu heben. Todesfälle verhinderten zunächst, dass die Neustädterinnen diese Entscheidung auch umsetzen konnten. Doch 1963 ging‘s dann richtig los: Elisabeth Gies, Maria Schüssler, Hedwig Faber, Ottilie Ruhe, Anna Jansen und Uschi Feurer waren zu Beginn die treibenden Kräfte der „Fasenacht“ - die nicht zu verwechseln sei mit Weiberfasching: „Das ist in Neustadt die Domäne des Frauenvereins, und damit sollte nicht konkurriert werden“, betont Monika Groll, die heutige Vorsitzende der Frauengemeinschaft.

Von Jahr zu Jahr wuchs die Veranstaltung, die entweder in der Krone oder im Deutschen Haus stattfand. Am Anfang stand die „Kaffeerunde mit Tanz bis Mitternacht“, inzwischen gibt es eine echte Prunksitzung: Zwar feierten die Frauen auch zuvor schon mit Büttenreden und Kapelle (Hausband waren die Palomas), seit dem Wechsel ins Haus der Begegnung im Jahr 1980 dann aber auch mit Komitee und eigenem Kostüm.

Erste Sitzungspräsidentin war Uschi Feurer (1980 und 1981). Auf sie folgten Johanna Lotz (1982 bis 1989) - die als einzige auch gleichzeitig Vorsitzende der Frauengemeinschaft war - und Lotte Bielert (1990 bis 2001). Von 2002 bis 2005 schwang Ulrike Schäfer das närrische Zepter, das sie 2006 an Felicitas Trebes-Börner übergab, die nun also in ihr elftes Jahr als Ober-Närrin geht. Seit 1991 existieren derweil die Hipp de Bibbs. Allerdings fiel ausgerechnet in diesem Jahr Karneval wegen des Golfkrieges aus, sodass die Premiere auf der Narren-Bühne noch bis 1992 warten musste.

Ein außergewöhnliches Jahr war dann 2009: Die Frauen feierten das 50-jährige Bestehen des Gesamtvereins und nahmen dies zum Anlass, ihre Fasenacht auch für Männer zu öffnen - bis dato durften maximal Bürgermeister, Stadtverordnetenvorsteher, Pfarrer und die Sitzungspräsidenten der anderen karnevalstreibenden Vereine mitfeiern. „Es gab einen Riesenaufschrei“, erinnert sich Groll. Gleichzeitig sei diese Veränderung ein so großer Erfolg gewesen, dass die Frauen sie nicht mehr zurücknahmen. Schon 1974 hatten sie übrigens eine Männergruppe eingeschleust: Damals gaben die Neistärrer Gassejonge ein Gastspiel - hatten sich aber als Frauen verkleiden müssen.

Persönlicher Höhepunkt für Monika Groll, die seit 1982 der Frauengemeinschaft angehört, war das Zirkus-Thema des Jahres 2006: „Die Bühne war einfach superschön.“ Trebes-Börner erinnert sich besonders gerne an die Ernennung von Lotte Bielert zur Ehrenpräsidentin und von Irene Henrich zur Ehrenbüttenrednerin sowie einen Programmpunkt, bei dem Bürgermeister Tomas Groll (damals werdender Vater) an den als Babys verkleideten Klaus, Reinhold und Groll das Wickeln üben sollte.

Um das närrische Jubiläum „55 Jahre Sankta-Maria-Fastnacht“ zu feiern, organisieren die Frauen für Samstag eine geladenen Gästen vorbehaltene „Just Aqua Party“ im Pfarrheim, bei der es unter anderem die vier Kostüme der Vergangenheit und zahlreiche Fotos zu sehen gibt. Wer mitfeiert, sollte Türkis tragen, um sich dem jetzigen Outfit der Frauen anzupassen.

Die eigentliche Jubiläums-Fasenachts-Veranstaltung findet dann am Mittwoch, 27. Januar, ab 20.11 Uhr im Haus des Karnevals statt. Dann ist sozusagen öffentliche Premiere des neuen Logos der Sankta-Maria-Närrinnen, die einen eigenen Clown gestaltet haben.

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr