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Fraktionen wollen über Zukunft reden

Kulturspektakel Fraktionen wollen über Zukunft reden

Die Ausrichtung des Kulturspektakels 2015 ist zwar gesichert, das Thema aber noch lange nicht vom Tisch. CDU und FWG fordern nicht nur eine detaillierte Auflistung der Kosten, sondern Gleichberechtigung.

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In den Diskussionen rund um die Zukunft des Kulturspektakels wundern sich die Kritiker, dass die Nacht der Blasmusik nicht mehr zum Programm gehört.

Quelle: Archiv

Amöneburg. Bei den Mitgliedern des Vorstandes des Kulturspektakelvereins herrscht Unzufriedenheit: Sie engagieren sich für die Veranstaltungsreihe, opfern viele Stunden ihrer Zeit, ihre Kräfte und stellen Ausrüstung zur Verfügung, durch die viele Veranstaltungen günstiger, wenn nicht gar erst finanzierbar werden. In der Lokalpolitik sei aber dennoch nur die Rede von den Kosten, klagen die Ehrenamtler, deren Motivation durch die Kritik stark zurückgeht.

Das sei nicht in ihrem Sinne, betont Jan-Gernot Wichert, der Vorsitzende der CDU, die gemeinsam mit der FWG einen Antrag rund um die Offenlegung der Finanzen eingereicht hatte (die OP berichtete). Seiner Fraktion sei viel eher daran gelegen, die Vereinsmitglieder zu motivieren - mit ihnen aber auch über die Zukunft des Kulturspektakels zu reden. Und, vor allem, mehr über die Kosten zu erfahren - genauer gesagt die Kosten, die durch den Einsatz des Bauhofs oder anderer Mitarbeiter der Stadtverwaltung entstünden.

Kritik an Einnahmen und Leistungsverrechnung

Wenn der Bürgermeister von einem Defizit in Höhe von 400 Euro spreche, dann seien diese Kosten eben nicht enthalten. Er könne nicht verstehen, dass die Stadtverordneten keine konkreten Zahlen und Abrechnungen erhielten: „So ist jeglicher Spekulation Tür und Tor geöffnet.“

Fraktionskollege Reinhold Franke fordert sogar, dass das Kulturspektakel nicht nur als einzelner Punkt im Haushaltsplan aufgeführt, sondern genau aufgedröselt wird. Er zweifele beispielsweise immer wieder an den prognostizierten Einnahmen und der internen Leistungsverrechnung: „Das macht es schwer, über das Kulturspektakel zu diskutieren.“

Insgesamt gehe es keinesfalls darum, die Veranstaltung kaputtzumachen, betonen die Christdemokraten und Rudi Rhiel, der Vorsitzende der FWG. Sie wollten jedoch gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern auch über die Entwicklung des Kulturspektakels sprechen. Einen Namen habe es sich und der Stadt im kulturellen Bereich gemacht, weitere Schritte sollten allerdings eine gemeinsame Entscheidung sein. Dass die Schlossfestspiele nun in Amöneburg stattfinden, sei beispielsweise ein Resultat des Kulturspektakels, lobt Wichert. Es müsse daher diskutiert werden, ob nicht auch Teile des Spektakels nicht mehr in der Verantwortung der Stadt, sondern in denen eines Unternehmens liegen sollten - was wohl auch schon diskutiert wurde. „Dann läge das Risiko nicht mehr bei uns“, hebt Wichert hervor. CDU und FWG hatten in ihrem Antrag auch daran erinnert, dass die Stadt die Trägerschaft früher oder später abgeben werde.

Forderung: Erfolgsgeschichten fortschreiben

Eine weitere Frage sei beispielsweise, ob Erfolgsgeschichten nicht fortgeschrieben werden sollten. Die Organisatoren des Kulturspektakels haben es sich zwar auf die Fahnen geschrieben, stets Neues auf die Beine zu stellen. „Aber eine Nacht der Blasmusik war vor allem in den Stadtteilen ein riesiger Erfolg. Und die müssen wir wieder mehr einbinden“, fordert Wichert - ansonsten sehe er die Gefahr, dass die Akzeptanz außerhalb der Kernstadt verloren gehe.

Und dann wäre da noch das Thema der Gleichbehandlung. „Andere Vereine bekommen eine Rechnung gestellt, wenn sie den Bauhof einbinden. Beim Kulturspektakel ist dem nicht so“, monieren die Christdemokraten. Im Sinne der Gerechtigkeit sei es daher unumgänglich, diesen Punkt in der Kulturfördersatzung, die der Haupt- und Finanzausschuss entwickeln soll, festzuzurren. Zu den Sitzungen (die erste ist am 12. Januar) will Rhiel als Vorsitzender auch die Mitglieder des Kulturspektakelvereins einladen - was auch schon zur Dezembersitzung geschehen sollte. Die Einladung erfolgte damals nicht, was zu einer ausführlichen Diskussion über die Schuld zwischen Vorsitzendem und Bürgermeister führte - die natürlich ausging wie das Hornberger Schießen. Bleibt zu hoffen, dass die Amöneburger aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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