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Fortbestand des Friedhofs ist gesichert

Erweiterung statt Verlegung Fortbestand des Friedhofs ist gesichert

Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) leistete sich während der jüngsten Stadtverordnetenversammlung einen leisen Anflug von Emotionalität. Und das beim Thema Friedhof.

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Der parkartig angelegte Kirchhainer Friedhof gehört zu den grünen Lungen und Ruheoasen der Stadt. Das Friedhofsareal kann jetzt erweitert werden. Archivfoto: Matthias Mayer

Kirchhain. Das Verbleiben des Kirchhainer Kernstadt-Friedhofs an seinem angestammten Standort ist gesichert. Es muss kein neuer Friedhof am Stadtrand angelegt werden. Das ist die gute Nachricht, die Kirchner am Montagabend in der Anzefahrer Mehrzweckhalle den 30 Stadtverordneten überbrachte. „Wir haben jetzt die Hand auf den Flächen, die wir für die Erweiterung des Friedhofs benötigen“, sagte der Bürgermeister. Kirchner würdigte ausdrücklich den langjährigen Einsatz von Gerold Vincon vom Fachdienst Planen und Entwickeln, der in mühsamer Verhandlungsarbeit die einzelnen Grundstücke für die Stadt gewonnen habe. Und das offenbar zum richtigen Zeitpunkt, denn wie der Bürgermeister weiter berichtete, habe der Friedhof inzwischen rein rechnerisch seine Kapazitätsgrenze erreicht.

Auf eine Bitte des Magistrats informierte der Bürgermeister über den Dauerzwist mit einigen Anliegern um die Friedhofserweiterung und über einige Details aus den Einwendungen, die von einigen Anliegern gegen das Vorhaben vorgebracht worden waren. Weil der Friedhof um 35 Meter näher an ihre Grundstücke heranrücke, fürchteten Anlieger um ihre Wohn- und Lebensqualität, sähen die Nutzung ihrer Balkone beeinträchtig und befürchteten sogar psychische Belastungen und psychosomatische Störungen. „Das weisen wir in aller Form zurück. Diese Bedenken können wir nicht teilen“, sagte Jochen Kirchner und zitierte ein Magistratsmitglied: „Einen ruhigeren Nachbarn findet sich nicht.“ Die für das Projekt erforderliche Änderung des Bebauungsplans beschlossen die Stadtverordneten einstimmig.

Auch die übrigen Tagesordnungspunkte zur Bauleitplanung verabschiedete das unter Vorsitz von Willibald Preis tagende Parlament einstimmig. Diese sind:

n In Großseelheim soll ein neues Baugebiet östlich der Straße Lange Gasse entstehen. Das dem gegenüber dem Friedhof gelegene Gebiet reicht bis an das Feuerwehrgerätehaus heran und schließt eine Bebauungslücke. „Der Bedarf für Bauplätze in Großseelheim ist da“, sagte Kirchner über das Baugebiet in der Ortslage, dessen Verwirklichung mit dem Aufstellungsbeschluss näher rückt. n In Emsdorf kann ein Bürger in der Gemarkung Teichgärten ein Wohnhaus errichten. Das Parlament fasste den Aufstellungsbeschluss für die Aufstellung des dafür erforderlichen vorhabenbezogenen Bebauungsplans. n Die für einen Wohnhaus-Bau in der Wilhelm-Busch-Straße erforderliche Umwidmung einer ehemaligen Spielplatz-Fläche in einen Bauplatz passierte das Parlament ebenfalls. Dagegen zog Jochen Kirchner die Beschlussvorlage für ein weiteres Baugebiet in Großseelheim zurück. Ein Unternehmen möchte hier ein kleines Baugebiet mit sechs Bauplätzen entwickeln. Das zwischen Rotenbergstraße, Elsterweg und Rheinstraße gelegene Gebiet möchte der Investor von der Rheinstraße aus durch eine Sackgasse erschließen. Während einer Ortsbeiratssitzung in Großseelheim hatte ein Firmensprecher diese Erschließungsart mit der besseren Vermarktbarkeit der Grundstücke begründet. Im Ortsbeirat hatte es dazu Nachfragen gegeben, da Sackgassen unter anderem die Müll abfuhr und den Winterdienst vor Probleme stellen. In der Beschlussvorlage besteht die Stadt auf den Bau eine Durchgangsstraße. Da diese Variante im Ortsbeirat nicht besprochen wurde, behandelte das Parlament diesen Tagesordnungspunkt nicht.

von Matthias Mayer

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