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"Forster Weg" macht den Anfang

Wanderweg-Konzept "Forster Weg" macht den Anfang

Am Samstag wird der „Forster Weg“ vor dem offiziellen Beginn des Stadtallendorfer Altstadtfestes eingeweiht. Die Markierung des Weges geht auf die Initiative zehn Bürger zurück.

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Die Forstkapelle „Mariabild“ im Herrenwald entstand in den Jahren 1894/95 und bildet das Ziel des „Forster Weges“. Foto: Karl Weitzel

Stadtallendorf. Wer auf überregionale Wanderkarten schaut, der bemerkt für das Gebiet rund um die Stadtallendorfer Kernstadt einen „weißen Fleck“. Überregionale Wanderwege sind verzeichnet, an lokalen Wegen fehlt es. „Wir haben schöne Wanderwege, es kennt sie teilweise nur kaum einer“, stellt Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) im Gespräch mit der OP fest.

Doch das könnte sich im Laufe der Zeit ändern und zwar dank einer Initiative, die zehn Stadtallendorfer Wanderer aus Leidenschaft entwickelt haben. Sie traten mit der Idee an die Stadt heran, einen kulturhistorischen Weg vom alten Kirchhof von Sankt Katharina bis zur Forstkapelle „Mariabild“ auszuweisen, den „Forster Weg“. Die Wanderer übernahmen die Markierung und die Pflege des Weges. Der Gedanke fiel im Rathaus auf fruchtbaren Boden. Eine Arbeitsgruppe, an der unter anderem auch die Wanderfreunde Hatzbachtal, die Stadtallendorfer Wanderer und Vertreter von Hessen Forst als „Waldexperten“ teilnehmen, ist entstanden.

Stadt bietet Unterstützung

Bürgermeister Somogyi hofft, dass sich weitere Wanderbegeisterte, Privatleute wie auch Vereine, dafür begeistern lassen, sich dem Thema Wanderweg-Ausweisung anzunehmen. Klar ist: „Wir als Stadt können es uns nicht leisten, selbst einen Weg zu unterhalten“, sagt Somogyi.

Doch unterstützen will die Stadt entsprechende Initiativen in jedem Falle, schließlich sind Wanderwege mit entsprechender Beschilderung und Markierung auch eine wichtige Imagewerbung für Stadt und Region. Das gilt umso mehr, da Stadtallendorf weiterhin als „junge Stadt im Grünen“ für sich selbst wirbt. Die Materialkosten, etwa für Schilder und Markierungen, will die Stadt gerne tragen. Je nach Ausstattung wären das nach Schätzungen Somogyis zwischen 1500 und 2500 Euro.

Derzeit läuft eine Abstimmung mit dem Deutschen Wanderverein und der Tour GmbH beim Kreis über Rahmenbedingungen bei Ausweisung eines Wanderweges. Wichtig ist Somogyi, dass künftige Wege nach einheitlichen Standards markiert und beschildert werden, auch, um einen Wiedererkennungseffekt zu bekommen.

Gelbe Buchstaben auf blauem Grund

Die zehn Wanderer, die den Forster Weg ins Leben gerufen haben, kennen sich seit Jahrzehnten, nehmen an regionalen Wandertagen teil und sind einmal im Jahr selbst auf Tour. Mal zieht es sie in die Alpen, mal auch „nur“ in den Raum Gladenbach. Auch ihnen war bewusst, dass es im Gebiet rund um Stadtallendorfs Kernstadt „an etwas fehlt“, wie es Arnold Schmitt von der Wandergruppe formuliert. Eine Strecke des Forster Wegs ist ungefähr 5,5 Kilometer lang. Er führt vom Wehrhof der Kirche, vorbei an der sogenannten alten Mainzer Kellerei, den drei Bildstöcken, der Wache 2 des früheren Wasag-Werkes bis zur Kapelle, die dem Weg letztlich auch den Namen gegeben hat. „Wenn jemand aus dem alten Dorf zur Kapelle geht, sagt er, dass er zum Forst will“, erläutert Schmitt den Hintergrund der Namensgebung.

Die zehn Wanderer haben sich für das Kürzel „FW“ entschieden, mit dem sie den Weg markiert haben, gelbe Buchstaben auf blauem Grund, entsprechend den Stadtallendorfer Stadtfarben. Der Weg ist für die zehn auch ein Beitrag dazu, Erinnerung an Kultur- und Religionsstätten am Leben zu halten.

In Zusammenarbeit mit der Stadt ist ein Faltblatt entstanden, das über den Verlauf und die Stationen des „Forster Weges“ informiert. Es ist ab Montag im Rathaus erhältlich. Neben einer Karte enthält es mehrere Fotos von markanten Wegpunkten. Als Datei könnte das Faltblatt künftig auch auf der Internetseite der Stadt zu finden sein. Dort gibt es unter der Rubrik „Wandern“ zurzeit nur den Hinweis, dass ein Text gerade erstellt wird.

Die Eröffnungswanderung auf dem „Forster Weg“ findet am Samstag, 10. August, ab 13 Uhr ab dem Kirchhof statt.

von Michael Rinde

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