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Formalien bremsen die Hallenpläne

Stadtallendorf Formalien bremsen die Hallenpläne

Im August endete das Interessenbekundungsverfahren zu einer Vermarktung der Stadthalle. Eigentlich sollte es längst eine Entscheidung geben, was aus den Plänen wird. Doch es gibt zunächst noch eine formale Hürde.

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Die 13 Jahre alte Stadthalle soll möglicherweise privat betrieben werden, bliebe aber im städtischen Besitz. Archivfoto: Rinde

Stadtallendorf. Vier Wochen hatte die Stadtallendorfer Stadtverwaltung in einem formellen Verfahren nach einem möglichen privaten Betreiber für die Stadthalle gesucht. Jenes Verfahren endete mit dem Ergebnis, das sich ein einziger Interessent darauf hin gemeldet hat. Es handelt sich dabei um das Unternehmen Depro aus Gemünden (Wohra), wie die OP seinerzeit berichtete, wenn es dafür nach wie vor keinerlei offizielle Bestätigung gibt.

Doch nach dem Ende des Verfahrens ist es still um das Thema geworden. Eigentlich hatten sich Verwaltung, Magistrat und Verwaltung das Ziel gesetzt, bis 1. Oktober mit einem möglichen Betreibermodell zu starten. Doch schon Anfang August war klar, dass die Stadt zunächst prüfen muss, ob nicht doch noch eine offizielle Ausschreibung für private Hallenbetreiber notwendig ist. Und diese förmliche Prüfung dauert bisher noch an. „Wir müssen sehr genau arbeiten, weil ansonsten die Gefahr besteht, dass irgendjemand klagt, wenn wir direkt mit unserem Interessenten verhandeln und nicht ausschreiben“, erläutert Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) auf Anfrage dieser Zeitung.

Doch inzwischen ist zumindest zeitlich gesehen „Land in Sicht“. Somogyi erwartet, dass innerhalb der nächsten vier bis sechs Wochen zum einen alle offenen rechtlichen Fragen geklärt sind. Somogyi erwartet, dass Verwaltung und Magistrat dann auch schnell mit Verhandlungen mit dem Interessenten beginnen könnten. Somogyis Ziel: Bis zur Dezembersitzung soll dem Stadtparlament eine Beschlussempfehlung vorliegen.

Die Idee, nunmehr doch nach einem privaten Betreiber der Halle zu suchen, war entstanden, weil der langjährige Hallenmanager Berthold Littich zum Herbst hin in den Ruhestand geht. Das ist inzwischen auch geschehen. Reiner Bremer hat kommissarisch die Leitung der entsprechenden Stabsstelle übernommen. Er ist somit bis auf weiteres der Ansprechpartner für alle Themen rund um die Stadthalle.

Bürgermeister Somogyi geht davon aus, dass Bremer auch bei einer Entscheidung für einen privaten Betreiber eine wichtige Rolle in Sachen Stadthalle spielen wird.

Erklärtes Ziel des jetzt eingeschlagenen Weges einer privaten Vermarktung war es, die Stadthalle noch offensiver zu verkaufen. Dabei ist es aus Somogyis Sicht auch geblieben, wobei er weniger eine Kostensenkung im Blick hat. „Mir geht es vor allem darum, die Halle als attraktives Angebot zu präsentieren, noch freie Ressourcen auszunutzen“, sagt er.

Von einem Profi-Betreiber, wie Depro Concert einer wäre, erwartet er sich neben Kontakten für Veranstalter auch den Einsatz modernster Hallentechnik. Die hätte ein Privatunternehmen, die Stadt müsste sie über kurz oder lang anschaffen, wenn sie mit der Stadthalle im Geschäft bleiben will. Zwar ist die Stadthalle erst 13 Jahre in Betrieb, doch in dieser Zeit hat es technisch erhebliche Fortschritte gegeben.

Stadtallendorf profitiert bereits von der Sanierung und Schließung der Marburger Stadthalle. Somogyi geht davon aus, dass sich bei entsprechender Vermarktung noch mehr Interessenten für Stadtallendorf finden ließen. „Und es wäre natürlich schön, wenn diese Interessenten dann auch dauerhaft bei uns blieben“, sagt er. Bis zum jetzigen Zeitpunkt gibt es laut Reiner Bremer 60 fest gebuchte Veranstaltungen in der Stadthalle. Dabei ist die Bandbreite natürlich groß, reicht von Konzerten bis zu Vereinsterminen.

Ausdrücklich betont Somogyi, dass es bei einem privaten Betreibermodell keine Verschlechterung für die hiesigen Vereine geben wird. Diese Befürchtung war im Vorfeld des Stadtparlaments-Beschlusses laut geworden. Doch auch das Gegenteil wird wohl nicht eintreten: Erwartungen, dass sich vielleicht Hallengebühren auch senken ließen, will Somogyi nicht geweckt wissen. „Daran glaube ich ehrlich gesagt nicht“, erwidert er auf eine entsprechende Frage.

von Michael Rinde

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