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Form des Grundsteins steht für Ideale

Heilpädagogische Gemeinschaft Form des Grundsteins steht für Ideale

Anlässlich der Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau der Heilpädagogischen Gemeinschaft Kirchhain gab es ein Fest. Es entstehen zusätzliche Räume für 12 schwer behinderte Kinder und Jugendliche.

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Architekt Jörg Gorr überreichte die Schatulle für die Grundsteinlegung an Dennis Binkert, Christian Lukas hielt das Modell des Erweiterungsbaus in der Hand. Foto: Klaus Böttcher

Kirchhain. Die Sonne meinte es am Freitagnachmittag gut mit der Festgesellschaft, denn sie strahlte auf die Betonplatte, in die eine Hülse in Form eines Pentagondodekaeder eingelassen wurde.

In die Hülse aus Kupfer mit 12 fünfeckigen Außenflächen wurden auf Wunsch einiger Jugendlicher des Hauses die Namen der Bewohner eingelegt. „Dass andere immer wissen, dass wir dabei waren“, so die Aussage eines Jugendlichen dazu. Architekt Jörg Gorr hatte die Baupläne auf eine kleine Rolle gezaubert und mit in den Körper gelegt, der dann mit einem fünfeckigen Deckel verschlossen wurde.

Der Pentagondodekaeder wurde in ein Loch der Betonplatte gelegt und jedes Kind oder Jugendlicher der HGK durfte eine Kelle Beton darauf werfen und wer es nicht selbst konnte, bei dem erledigte es die Betreuerin oder der Betreuer.

In der HGK leben derzeit 36 Kinder und Jugendliche mit Folgezuständen nach schweren Schädel-Hirntraumata, mit sogenannten geistigen oder körperlichen Behinderungen, mit seelischen oder Sinnesbeeinträchtigungen mit Mehrfach- bzw. Schwerstmehrfachbehinderungen.

„Unser Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen mit einer sogenannten geistigen oder mehrfachen Behinderung zu helfen, sich selbst zu finden und ihr Leben in unserer Gesellschaft entwicklungsgerecht und ihrem Wesen entsprechend führen zu können. Dazu gehört im Bedarfsfall eine umfassende Pflege und pädagogisch-therapeutische Förderung“, sagt der Geschäftsführer der HGK Roland Freitag.

Damit das gelingen könne, sei die Entwicklung von Haltung und die Bestrebung nach Ausgleich eine wesentliche Aufgabe unseres Menschseins. „In der geometrischen Form des Pentagondodekaeder begegnen uns diese Ideale symbolhaft in einer ausgewogenen und vielschichtigen Weise“, heißt es in den Gedanken zum Pentagondodekaeder. Der Erweiterungsbau wird „Haus Pegasus“ benannt und bietet 12 Kindern, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen ein neues Heim, die intensiver Pflege und Betreuung bedürfen und dauerbeatmet werden müssen. Die Kosten für das Haus mit 710 Quadratmeter Wohn- und Gemeinschaftsflächen auf zwei Etagen sowie einem 178 Quadratmeter großen Versorgungstrakt belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro.

Die Grundsteinlegungsfeier wurde musikalisch umrahmt von einer Trompetengruppe der Amöneburger Stiftsschule. Die Kinder und Jugendlichen des Hauses sangen mit den Betreuern zusammen ein Lied vom Wind. Außerdem umrahmten Kinder und Jugendliche der HGK die Veranstaltung mit ihren Klanginstrumenten.

In der Ansprache des Vorsitzenden des Vereins „Heilende Erziehung“, Hans-Joachim Wölk, sowie den Grußworten des Kirchhainer Bürgermeisters Jochen Kirchner, des ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern, des Regionalmanagers des Landeswohlfahrtsverbandes Ralf Noll und des ersten Geschäftsführers der HGK Manfred Trautwein lagen die Betonungen immer wieder bei der Bedeutung der HGK oder deren Geschichte. Zugleich würdigten die Redner das Mitarbeiterteam und dessen Engagement. „Ein besonderes Lob möchte ich an die Mitarbeiter, darunter pädagogische Mitarbeiter, Pflegefachkräfte oder Zivildienstleistende richten. Die Arbeit mit solch schwer erkrankten Kindern zu leisten erfordert eine starke Persönlichkeit und ist sicherlich oft psychisch schwer zu verarbeiten“, sagte Kirchner.

von Klaus Böttcher

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