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Flüchtlinge strömen in die Moschee

Feiertag Flüchtlinge strömen in die Moschee

Die Emir-Sultan-Camii-Moschee steht für alle Gläubige offen und die Gemeinde freut sich über den ­Besuch der muslimischen Flüchtlinge. Sorge bereitet den Gemeindemitgliedern die damit verbundene Kostensteigerung.

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Der Grund zur Freude gehört bereits der Vergangenheit an

Die Neustädter Moschee ist vollbesetzt. Für die Gemeinde werden die Glaubensbrüder aus dem Flüchtlingscamp zum Kostenfaktor. Der Kreis soll helfen.

Quelle: Karin Waldhüter

Neustadt. Muslime in aller Welt feiern vom 24. bis zum 27. September das Opferfest. Es ist eins der höchsten religiösen Feste im Islam.

Während Vorbeter Ramazan Bozkurt in der Emir-Sultan-Camii-Moschee an diesem Festtag zum gemeinsamen und besonderen Morgengebet ruft, füllt sich der Gebetsraum mehr und mehr. Rund 300 Muslime besuchen die Moschee an diesem Tag und füllen den, mit einem dicken Teppich und strahlenden Kronleuchtern geschmückten Raum, bis auf den letzten Platz.

„Wir versuchen, die Flüchtlinge aus der benachbarten Erstaufnahmeeinrichtung in unserer Moschee aufzunehmen“, erklärt Yaser Yediler, Vorsitzender der türkisch-islamischen Gemeinde Neustadt und äußert mit Blick auf die, dem Gebet vorangestellten rituellen Waschungen, einige Bedenken.

So fürchtet er, dass die Kosten für Strom, Wasser oder auch Reinigung explodieren könnten. Denn: Kommen an Festtagen rund 100 Gemeindemitglieder aus Neustadt zum Beten in die Moschee, so sind es jetzt fast drei Mal so viele Besucher, gibt Yediler zu bedenken.

90 Prozent der Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung sind Muslime

Etwa 80 bis 90 Prozent der Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung seien Muslime, schätzt Yasar Yediler, der auf Unterstützung vonseiten des Landkreises hofft und deshalb plant, bei Landrätin Kirsten Fründt anzuklopfen. „Wir sehen immer neue Gesichter“, erzählt Yediler.

Und die Verständigung sei oft ein Problem. Manchmal sei ein Austausch mithilfe der englischen Sprache möglich, einige sprächen auch Türkisch. Viele Flüchtlinge seien daran gewöhnt, barfuß die Moschee zu betreten. „Wir versuchen ihnen dann deutlich zu machen, die Moschee zwar ohne Schuhe, aber mit Strümpfen zu betreten“, verdeutlicht Yediler die hygienische Maßnahme.

Am Samstag wird der Abschluss des Opferfestes gefeiert. Dann hält die türkisch-islamische Gemeinde nach dem Gebet auch für die geflüchteten Glaubensbrüder ein Fleisch-Reisgericht zum Mitnehmen bereit. Bereits während des Ramadan-Monats gab es für jeden Flüchtling nach dem Moscheebesuch kostenlos ein Fladenbrot. Und auch beim Opferfest geht keiner der Besucher ohne eine süße Aufmerksamkeit nach Hause.

Gemeinde von anfangs zehn Mitgliedern gegründet

Die Gemeinde wurde 1989 von anfangs zehn Mitgliedern gegründet. Aufgrund wachsender Mitgliederzahlen und mithilfe der Stadt Neustadt konnte ein Grundstück gefunden werden, auf dem 1992 die Emir-Sultan-Camii-Moschee gebaut wurde. Der Verein gehört dem Dachverband des Ministeriums für Religionsangelegenheiten der Türkei an.

Der Hauptsitz in Deutschland ist der Dachverband DitiB. Der Verein, der derzeit einen Anbau mit einem Versammlungsraum, einem Jugendraum und einer Großküche plant, hat heute rund 190 Mitglieder und trägt sich hauptsächlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. „Es würde uns freuen, wenn die Landrätin einmal vorbeikommen würde“, sagt Yediler. Und Gastfreundschaft wird ihr in dem Fall allemal sicher sein.

von Karin Waldhüter

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