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Fluch und Segen der Leitplanken

Pläne Fluch und Segen der Leitplanken

Die Verschlechterungen für Fußgänger und Radfahrer auf den sanierten Eisenbahnbrücken bei Anzefahr und Langenstein waren erneut Thema im Kirchhainer Wirtschafts- und Verkehrsausschuss.

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Die Archivfotos vom 5. November 2014 belegen zwei Sachverhalte: Für Fußgänger ist nur noch auf der Fahrbahn der Langensteiner Eisenbahnbrücke Platz. Und ohne die kritisierten Schutzplanken wäre dieser Lkw auf die Bahngleise gestürzt.

Quelle: Fotos: Matthias Mayer

Kirchhain. Diesmal hatten die unter Vorsitz von Professor Erhard Mörschel tagenden Parlamentarier einen kompetenten Gesprächspartner zu Gast. Eugen Reichwein, der neue Bevollmächtigte von Hessen Mobil West, stand dem Ausschuss Rede und Antwort.

Zuvor hatten Bürgermeister Jochen Kirchner und der Ausschussvorsitzende die Probleme, die die Stadt mit der Kappung des Viehwegs zur Anzefahrer Brücke und mit dem fehlenden Gehweg auf der Langensteiner Brücke hatte, näher gebracht.

Brücken kurzfristig auf Bauliste gesetzt

Wie der Bürgermeister erläuterte, seien beide Brücken nach jahrelangem Vorlauf kurzfristig vom Sanierungsträger Landkreis Marburg-Biedenkopf auf die Bauliste gesetzt worden.

Deshalb habe die Stadt Kirchhain nicht mehr an den Planungen beteiligt werden können. Das fertige Ergebnis habe die Stadt unangenehm überrascht, da diese von einem unveränderten Bestand für die Gehwege ausgegangen sei.

Diesem stehen die voluminösen und im Ausschuss wiederholt von allen Fraktionen beklagten Schutzplanken im Wege. Die Leitplanken riegeln den Anzefahrer Viehweg zur Brücke ab und reduzieren den verbliebenen Gehweg auf der Brücke auf ein Maß unter der Normbreite von 1,50 Metern.

Und auf der Langensteiner Brücke lassen sie überhaupt keinen Raum mehr für einen Gehweg.  Dafür verhinderten die Leitplanken dort am 5. November 2014 bei einem Unfall den Absturz eines Lkws.

Schutzplanken müssen so dimensioniert sein

An den Schutzplanken komme kein Planer vorbei, erklärte Eugen Reichwein. Nach der derzeitigen Richtlinie für Eisenbahnbrücken müssten diese so dimensioniert sein, dass sie den Absturz eines Autos auf die Gleise verhinderten. Für ihre volle Wirksamkeit benötigten die Schutzplanken eine gewisse Länge. Deshalb sei es nicht möglich, bei der Einmündung des Viehwegs an der Brücke und am gegenüberliegenden Gehweg die Leitplanken zu unterbrechen.

Eine nochmalige Überprüfung der Planung habe deren Richtigkeit bestätigt. Hessen Mobil habe die Abriegelung des Viehwegs wegen des auf der anderen Seite befindlichen Gehweges nicht als kritisch bewertet. Gleichwohl erkenne er an, dass der Wegfall einer alten Wegebeziehung für die Betroffenen ärgerlich sei, sagte Eugen Reichwein und kündigte an, aus der Geschichte Konsequenzen zu ziehen:

- Hessen Mobil wird mit dem Landkreis das Gespräch suchen, ob dieser bereit ist, durch den Bau eines Abgangs auf der anderen Seite der Anzefahrer Brücke die alte Wegebeziehung halbwegs wiederherzustellen.

- Bei künftigen von Hessen Mobil geplanten Projekten von Bund, Land oder Landkreis sollen die betroffenen Kommunen frühzeitig über das Ergebnis der baulichen Veränderungen informiert werden.

von Matthias Mayer

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