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Fliesen reichen für halbes Fußballfeld

Hallenbad-Sanierung Fliesen reichen für halbes Fußballfeld

Wie zu erwarten lassen die Wintermonate nur langsame Fortschritte auf der Hallenbad-Baustelle im Herzen der Stadt zu. Bei Minusgraden ist Betonieren unmöglich. Aussagen über die Fertigstellung sind laut Verwaltung nicht möglich.

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Ein Bauarbeiter überprüft einen Graben in der Kellerdecke. Darunter liegen Leitungen, die ausgetauscht werden müssen.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. In der zurückliegenden Woche war häufiger der Betonwagen an der Hallenbad-Baustelle zu sehen, der Material anlieferte - ein erkennbares Zeichen dafür, dass der Wiederaufbau des Bades langsam beginnt. Im offenliegenden Kellergeschoss sind ausgesägte Quadrate und kleinere Gräben zu sehen, die teilweise schon wieder verfüllt werden. Mancher, der an der Baustelle in diesen Tagen vorbeiging, wunderte sich über deren Bedeutung. Die „Quadrate“ sind zusätzliche Fundamente. Sie sind notwendig, da das Gebäude in diesem Teil aufgestockt wird. Die vorhandenen Fundamente reichen nicht aus.

Hauptsächlich Vorbereitungsarbeiten

Außerdem werden nach und nach die Grundleitungen unter dem Gebäude ausgetauscht.

„Was wir derzeit machen, sind vor allem vorbereitende Arbeiten“, fasst es Projektleiterin Julia Werner von den Stadtwerken zusammen. Mehr lässt der Frost auch noch nicht zu. Erst ab einer Temperatur von fünf Grad Celsius ist es möglich, größere Flächen zu gießen. Auch das Anbringen von Fertigteilen wäre nicht möglich, der Betonmörtel reißt, wie Bauexpertin Werner gegenüber der OP erläutert.

Warten auf frostfreien Boden

An anderen Stellen in der Umgebung des Bades sind in den zurückliegenden Wochen bereits neue Leitungen und Anschlüsse für das Gebäude verlegt worden. Die künftige Trinkwasserleitung werde aus Richtung des „Woolworth“-Gebäudes kommen und in das Bad führen, nennt Giselher Pontow, Betriebsleiter der Stadtwerke Stadtallendorf, ein Beispiel. Für die Versorgungsleitungen sei in der nächsten Zeit noch das ein oder andere Loch nötig, ergänzt Werner.

Sobald der Boden frostfrei ist, wird sich das Bild auf der Baustelle verändern. Dann geht es um die Abdichtung von Fundamenten, wofür der Boden rund um das Bad noch einmal aufgegraben wird. Auf der Badseite, die dem Kaufhaus zugewandt ist, wird dann Zug um Zug die „Verlängerung“ des Gebäudes geschaffen.

Kein Orakeln über den Eröffnungstermin

Über Fertigstellungstermine für das Bad wollen weder Werner noch Pontow derzeit orakeln. Geplant war die Wiedereröffnung im Januar nächsten Jahres, doch beim Abriss haben sich bereits erhebliche Verzögerungen ergeben (diese Zeitung berichtete). „Verlässliche Aussagen sind erst möglich, wenn die Frostperiode vorbei ist“, sagt Werner.

Bauzeitenpläne wie auch die Kostenentwicklung werden permanent fortgeschrieben. Im Wirtschaftsplan der Stadtwerke ist die Investition in die Badsanierung erwartungsgemäß der größe Einzelposten in diesem Jahr. 6,6 Millionen Euro sind dort dafür vorgesehen. Laut der letzten Kostenübersicht, die an die Stadtverordneten herausgegeben wurde, werden Sanierungskosten von insgesamt 9,04 Millionen Euro erwartet, verteilt auf die einzelnen Haushaltsjahre. Während die Bauarbeiten abhängig vom Wetter weiterlaufen, hat die Projektgruppe mit Planern und Mitarbeitern von Verwaltung und Stadtwerken weitere Vorarbeiten zu leisten. So ist inzwischen beispielsweise die Auswahl der Fliesen erfolgt. Im Springerbecken sind blaue Fliesen, unterbrochen von einzelnen hellen „Tupfern“ (Fliesen) vorgesehen. Im Hauptbecken ist die Fliesenfarbe ähnlich der in der Vergangenheit. Und für das neue Kinderbecken wurde eine helle Farbe gewählt, die von einzelnen blauen „Tupfern“ unterbrochen wird. Das Thema Fliesen hat naturgemäß ein besonderes Gewicht bei einem Hallenbad: Zu verlegen sind rund 3650 Quadratmeter im Stadtallendorfer Bad. Legte man alle Fliesen aneinander, so ergäbe das die Fläche eines halben länderspieltauglichen Fußballfeldes.

Fliesenarbeiten auftgeteilt ausgeschrieben

Derzeit läuft die Aussschreibung für die Fliesenarbeiten, verteilt auf zwei Auftragslose, außerdem für die künftige Lüftungsanlage wie auch Schwimmbadtechnik. Bei den Fliesenarbeiten habe man sich bewusst für eine Aufteilung entschieden, um auch kleineren Firmen aus der Region eine Chance zur Teilnahme zu geben, erläutert Julia Werner. Sie ermutigte gegenüber der OP heimische Unternehmen, die auf der Internetseite der Stadt (www.stadtallendorf.de) veröffentlichten Ausschreibungen regelmäßig zu verfolgen. „Wir können und dürfen Unternehmen nicht einzeln ansprechen und informieren“, sagt Werner.

Auch über den Gestaltungsstil des künftigen Bades herrscht schon Einigkeit in der Projektgruppe. Er soll „gradlinig, nicht zu verspielt und zeitlos“ ausfallen, wie es Werner zusammenfasst. „Wir bauen kein Modebad mit ausgefallenen Farben, die in zehn Jahren niemand mehr sehen möchte“, sagt Pontow. Eine Gestaltungskomponente ist dabei das Tageslicht, das das Bad durchfluten soll.

von Michael Rinde

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