Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Fleischkäse und gute Gesellschaft

Mittagstisch Fleischkäse und gute Gesellschaft

In Rüdigheim läuft‘s derzeit: Vor wenigen Tagen feierten die Bürger die Einweihung des Gemeinschaftshauses - und nun gibt es dienstags in dem sanierten Gebäude auch noch einen Mittagstisch.

Voriger Artikel
Große Bahnhofspläne enden im Nichts
Nächster Artikel
Lob für die Feuerwehren, Kritik an Bund und Land

Rüdigheim. Maria Schmitt und Elfriede Birk sind zufrieden: Vor ihnen steht ein Teller mit dampfendem Fleischkäse, Rahmwirsing und Thymiankartoffeln - und den müssen sie nicht einmal alleine zu Hause verputzen. Nein, sie sitzen mit 20 Mitbürgern gemeinsam am Tisch und lassen es sich schmecken - und dann auch noch im schönen Ambiente „ihres Treffpunkts“, der ihnen nach der Sanierung richtig gut gefällt.

„Es geht weniger ums Essen. Das ist zweitrangig“, sagt Schmitt. „Die Unterhaltung ist wichtig. Zuhause kann man ja höchstens Selbstgespräche führen“, wirft Birk mit einem Lachen ein, woraufhin ihre Tischnachbarin noch einen draufsetzt: „Oder man spricht mit dem Fernseher.“

Petra Becker und ihre fünf Mitstreiter haben also ein zentrales Ziel des Projektes von Ortsbeirat und Stadt bereits erreicht: Die Menschen aus der Einsamkeit zu Hause herauszuholen und die Gemeinschaft zu fördern.

„Unter Leute kommen und sich wohlfühlen“, bringt es Burkhard Wachtel, Amöneburgs Seniorenbeauftragter, auf den Punkt - der als Rüdigheimer ebenfalls auf gute alte Bekannte traf, die er schon länger nicht mehr gesehen hatte. „Es ist wunderbar, dass es hier nun einen Aufzug gibt“, freute er sich über die Neuerung im „Treffpunkt“, die auch gehbehinderten Menschen die Teilnahme am Mittagstisch problemlos ermöglicht.

Zusatzangebote geplant

22 Gäste zum Auftakt - auf eine solche Zahl hatte Initiatorin Petra Becker vielleicht gehofft, wohl aber nicht damit gerechnet. „Am Anfang gab es viel negative Luft. Aber als die Leute den neuen Treffpunkt sahen, wich die Skepsis, während die Begeisterung wuchs“, berichtet das Mitglied des Ortsbeirats, das anfangs auch bei der Helfersuche kleinere Schwierigkeiten hatte.

Inzwischen hat sich ein Team von sechs Rüdigheimern zusammengefunden, das allerdings weiterhin nach Unterstützern sucht. „Ich kann ja nicht jeden Dienstag auf alle zugreifen“, betont Becker und hofft, dass sich noch andere Rüdigheimer ehrenamtlich einbringen wollen.

Kleiner Wehrmutstropfen war, dass der Beginn des Mittagstischs wohl noch verlegt werden muss: Weil der Essenslieferant auch die Mittagstische in Mardorf und Niederklein bedient, mussten die Rüdigheimer warten - aber auch das „Problemchen“ lasse sich noch klären, ist sich Becker sicher. Zudem plant sie, im Anschluss ans Essen noch Aktionen anzubieten wie Gedächtnistraining über Gymnastik.

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr