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Fitness für Körper und Geist

Demenz Fitness für Körper und Geist

Die Bürgerhilfe bietet Menschen mit Demenz Unterstützung im Alltag an und wirbt durch die "lokale Allianz" für mehr Verständnis für Demenzkranke. Nun kommt ein konkretes Angebot hinzu.

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Körperliche Fitness ist auch gut für den Geist.Foto: Tobias Hirsch

Mardorf. „Wir möchten, dass die Menschen mit Demenz oder ersten Einschränkungen aktiv bleiben. Ziel ist, dass sie so lange wie möglich zuhause leben können“, sagt Christina Stettin über die „MoMent“-Gruppe, die sich ab sofort immer montags von 10.30 bis 12 Uhr im Mardorfer Schwesternhaus trifft. „MoMent“ steht für „motorisches und mentales Training“. „Bewegung hat einen positiven Effekt auf die motorischen und kognitiven Symptome von Demenzerkrankungen“, ergänzt die Koordinationskraft der Bürgerhilfe.

Sturzprävention und kleinere, für das Alltagsleben sinnvolle Kraftübungen sollen im Mittelpunkt der Trainingsgruppe stehen. Wenn die geistige Fitness nachlasse, dann leide zumeist auch der Körper darunter, erklärt Stettin. Handlungsketten, die sonst zur Routine gehörten, seien nicht mehr abrufbar: „Und dann haben die Menschen Angst vor eben diesen Bewegungen und führen sie nicht mehr aus.“ Der Kurs sei indes nicht auf Menschen mit Demenz oder ersten Symptomen beschränkt: „Wir wollen aber niemanden ausgrenzen: Wer etwas für seine körperliche Fitness tun will, ist natürlich willkommen“, sagt Stettin und hebt hervor: „Der Kurs soll Spaß machen. Die Teilnehmer sollen lachen, sich austauschen und aus der oftmals herrschenden Einsamkeit zuhause hinauskommen.“ Ein Ziel des Programms „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ sei noch dazu, die oftmals existierenden Barrieren im Kopf und Berührungsängste im Umgang mit Erkrankten zu überwinden.

Vier Frauen sind für die „MoMent-Gruppe“ verantwortlich: Gemäß Vorgaben bilden die aus der Demenzbetreuung kommende Christina Stettin und die aus dem Seniorensport kommende Marburgerin Sonja Goldbach ein Tandem. Unterstützung erhalten sie von Ingelore Falkenberg, die sich schon seit längerem in der Bürgerhilfe engagiert und in der Behindertenarbeit tätig ist, sowie von Jutta Pfeiff, die ausgebildete Altenpflegerin ist und auch schon Angebote im Seniorensport gemacht hat. Goldbach und Stettin mussten sich auf dem jeweiligen Fachgebiet ihres Tandempartners fortbilden lassen - die Kosten dafür trug der Hessische Landessportbund, der auch eine Anschubfinanzierung zur Verfügung stellt. Für die Bewegungsmaterialien kommt die Diakonie-Stiftung „Diadem“ auf.

Sollte das Sportangebot fruchten, könnte die Bürgerhilfe künftig auch eine Betreuungsgruppe anbieten.

- Die Teilnahme an der „MoMent“-Gruppe ist durch die Pflegekassen als bezuschussungsfähige Leistung anerkannt.

Weitere Infos erteilen Christina Stettin und die Bürgerhilfe, Telefon 06429/8291541.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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