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Fische müssen für Naturschutz sterben

Hecht und Vögel Fische müssen für Naturschutz sterben

Das Fischsterben im Vogelparadies Schweinsberger Moor kündigt sich den Besuchern schon von weitem an: Der Gestank von verfaulendem Fisch steigt unangenehm in die Nase, noch bevor man den See im Moor erblickt.

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Verendete Fische treiben auf dem seichten Wasser des Sees im Schweinsberger Moor. Die Fische sind nach dem Ablassen des Wassers erstickt. Foto: Matthias Mayer

Schweinsberg. Vom Nabu-Haus aus lassen sich mit bloßem Auge rund 50 aufgeblähte Fischkadaver erkennen, die auf dem nur noch seichten Seewasser treiben. Die Uferzonen sind trockengefallen. Waren hier Umweltfrevler mitten im Naturschutzgebiet am Werk? Im Gegenteil. Helmut Hahn vom Nabu-Ortsverein Schweinsberg berichtet auf OP-Anfrage, dass das Wasser des Sees auf Anordnung des Gießener Regierungspräsidiums abgelassen worden sei, um den Fischbestand des künstlich aufgestauten Sees zu reduzieren. Es sei für jeden Naturfreund ausgesprochen schwierig, bewusst den Tod von Lebewesen herbeizuführen, aber letztlich diene das dem Natur- und Artenschutz.

Laut Hahn dient die Aktion in erster Linie dem Hecht, der verantwortlich dafür sei, geschützte Vogelarten wie Wasserrallen, Blesshühner, Teichhühner und einige Entenarten ihre Jungvögel nicht mehr hochziehen könnten, da diese in den ersten Lebenstagen von Hechten gefressen würden. Helmut Hahn kündigte an, dass der See ab heute wieder aufgestaut wird.

Fische haben in dem See nur Vogelarten wie den Fischreiher zu fürchten. Angeln ist dort ebenso verboten wie das Betreten der zugewachsenen Uferzonen.

von Matthias Mayer

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