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"Finger" steht wieder ohne Hülle da

Sanierung "Finger" steht wieder ohne Hülle da

Nach rund neun Monaten der Renovierungsarbeiten an Kirchturm, Dach und Fassade erstrahlt die spätbarrocke Pfarrkirche von Betziesdorf jetzt wieder in neuem Glanz.

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Nach dem Gottesdienst, den der Kirchenchor untermalte, fand ein Empfang an der renovierten Kirche statt.Fotos: Karin Waldhüter

Betziesdorf. Von September 2013 bis Mai 2014 dauerten die Instandsetzungsarbeiten an der im Jahr 1789 erbauten Kirche. Den Arbeiten war eine langjährige Planungsphase vorangegangen. Pünktlich zur Konfirmation wurden die Arbeiten nun abgeschlossen. Mit einem Dankgottesdienst und einem anschließendem Empfang feierten die Gläubigen den Abschluss der Renovierung.

Im Verlauf der Arbeiten war die Holzkonstruktion des Kirchturms und des Daches ausgebessert und gefestigt worden. Turm und Dach wurden neu eingedeckt und mit einer neuen Blitzschutzanlage versehen. Ebenfalls neu sind der Turmaufsatz mit Kreuz und Wetterhahn und die Turmuhrenanlage.

Als sich abzeichnete, dass das Gerüst länger als erwartet stehen muss, machten sich auch Mitglieder der Gemeinde ehrenamtlich ans Werk und erneuerten den Außenanstrich des Gotteshauses. Zudem überprüfte der ortsansässige Glaskünstler Ingolf Anschütz die Fenster und besserte sie aus.

Im Winter waren bereits Baumfällarbeiten ehrenamtlich vonstatten gegangen. Diese waren notwendig geworden, weil die Bäume zum Teil zu dicht an der Kirche gestanden hatten, andre mussten weichen, weil sie beschädigt waren. Die Betziesdorfer planen jedoch eine Neubepflanzung, die gut zur Kirche und der historischen Kirchenmauer passen soll.

372700 Euro an Kosten

Die Gesamtkosten in Höhe von 372700 Euro trugen die Landeskirche und der Kirchenkreis Kirchhain - mit Unterstützung der Gläubigen, durch die ein Spendenbetrag in vierstelliger Höhe zusammenkam.

Architekt Christian Stamm aus Schweinsberg leitete in Zusammenarbeit mit Axel Westendorf und Andrea Berend von der Bauberatung des Landeskirchenamtes und Dr. Bernhard Buchstab vom Landesamt für Denkmalpflege das Bauprojekt.

Den Abschluss der Arbeiten feierten die Betziesdorfer mit einem Gottesdienst. Gemeinsam gestalteten Helmut Golin, der Ortspfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Betziesdorf-Anzefahr-Sindersfeld, und Dekan Herrmann Köhler den Dankgottesdienst, der musikalisch vom Kirchenchor unter der Leitung von Frauke Maria Schönig begleitet wurde.

„Endlich, so mögen viele gedacht haben, ist er wieder frei, der Blick auf den Kirchturm und die Kirche“, begann Köhler seine Festpredigt. „So ein Kirchturm ist Gold wert“, fuhr er fort. Der Kirchturm gebe nicht nur Orientierung, sondern schaffe auch das Gefühl der Verbundenheit. „Ja, wir lassen uns den Kirchturm etwas kosten. Sie sind uns etwas wert“, betonte Köhler und ging auf die Bedeutung eines Kirchturms ein.

Die Kirchturmspitze sei nicht nur hilfreich bei der geographischen Orientierung, sondern zeige wie ein Finger den Weg in eine andere Welt. „Ein Kirchturm zeigt still und stetig in eine andere Welt, das macht ihn so sympathisch. Wenn ich den Kirchturm sehe, dann weiß ich, ich bin wieder zu Hause“, so Köhler. „Wohl dem Dorf, wo er sichtbar und hörbar von Gott verkündet“, sagte er und lobte alle Helfer.

Manfred Peter, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands, erinnerte an die geleisteten Arbeiten und schloss sich den Dankesworten an. Dabei stellte er die ehrenamtlichen Helfer Heinrich Mann, Detlev Henkel, Gunther Decker, Kurt Feußner, Günter Knöppel und Wolfgang Müller für das zweimalige Streichen der Außenfassade heraus. Thomas Otto und Manfred Peter hatten ehrenamtlich die Bäume gefällt, Küsterin Liselotte Kobermann die Fenster von außen zu putzen.

Insgesamt hatten die Helfer mehr als 150 Stunden in das Projekt gesteckt. Dem Dankgottesdienst schloss sich ein Empfang vor der Kirche an.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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