Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Filterkies trübte das Brunnenwasser

Sorge Filterkies trübte das Brunnenwasser

Die Untersuchung mittels einer Kamera und eines Lichtlotes hat Schäden am 120 Meter tiefen Mengsberger Brunnen aufgezeigt, durch die sich die Verfärbung des Wassers (die OP berichtete) erklären lässt:

Mengsberg. Allem Anschein nach ist Filterkies, durch den das Wasser laufen muss, ehe es im inneren Rohr des Brunnens an die Oberfläche gepumpt wird, mit in die Wasserversorgung geraten. Die ursprüngliche Annahme der Stadt, dass die unterirdische Ader, aus der Mengsberg das Wasser gewinnt, derzeit Gesteinsmehl mit sich führt, hat sich damit erübrigt.

Laut eines Fachbüros sei es das oberste Ziel gewesen, möglichst kurzfristig die Mengsberger wieder mit ungetrübtem Wasser zu versorgen. Aus diesem Grund sei zunächst ein kleiner Teil des Brunnens entsandet worden, um aus ihm klares Wasser zur Füllung des Hochbehälters zu gewinnen. Mittlerweile müsste an allen Zapfstellen wieder klares Wasser zur Verfügung stehen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. In einer Mengsberg-Gruppe bei dem sozialen Netzwerk Facebook nahmen die Unmutsbekundungen jedenfalls Tag für Tag ab.

Bürgermeister Thomas Groll teilt mit, dass nach dem vollständigen Befüllen der beiden Kammern des insgesamt 300 Kubikmeter Wasser fassenden Hochbehälters heute die weitere, abschnittweise Entsandung beginnen soll. Dafür muss die Brunnenpumpe ausgebaut werden - in den Nachtstunden wird sie wieder eingebaut, um den Hochbehälter wieder zu füllen, damit die Mengsberger zu keinem Zeitpunkt auf Wasser verzichten müssen.

Geplant sei, dass der Brunnen bis Mitte übernächster Woche vollständig entsandet ist. Danach lässt die Stadt ein neues Innenrohr in den Brunnen einziehen. An dem alten gibt es Roststellen, die zwar ungefährlich sind, allerdings ist durch sie wohl der Filterkies in die Wasserversorgung geraten. „Ob das Wetter den Einbau in den darauffolgenden Wochen zulässt, kann erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden“, sagt Groll und betont: „Unabhängig vom Einbauzeitpunkt ist die Wasserversorgung auf weiteres unterbrechungsfrei sichergestellt.“

Zur „Sicherheitschlorung“ erklärt er, dass sich das Chlor inzwischen überall im Netz ausgebreitet habe, sodass die Bürger nach Absprache mit dem Gesundheitsamt Marburg-Biedenkopf auf das Abkochen des Wassers verzichten können. Eine Gesundheitsgefährdung bestand durch die Verfärbung nicht. Eine von Mengsbergern geäußerte Kritik nimmt Groll an. Die Stadt habe die Verfärbung zwar schon am Mittwoch festgestellt, wollte aber die mikrobiologische Untersuchung abwarten und gab erst donnerstags Bescheid: „Wir wollten die Bürger nicht beunruhigen, indem wir sagen: Es stimmt etwas nicht mit dem Wasser, aber wir wissen nicht was.“ In Zukunft würden die Menschen nicht nur mittels Handzetteln informiert, sondern über Lautsprecherdurchsagen.

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis