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Filetstück soll bleiben

Warten au den "Frequenzbringer" Filetstück soll bleiben

Die im Zuge der Neugestaltung des Kirchhainer Bahnhofsumfelds geplante Markthalle schien längst in der Versenkung verschwunden. Es fand sich dafür kein Investor.

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Der provisorische Parkplatz neben dem Kirchhainer Bahnhof soll nicht ausgebaut werden. Die Fläche bleibt als Bauplatz reserviert für ein noch zu findendes zugkräftiges Einzelhandelsunternehmen. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Die CDU-Fraktion im Kirchhainer Stadtparlament hievte die Markthalle am Donnerstagabend vor dem bau- und Planungsausschuss ungewollt wieder ans Tageslicht - mit einem Antrag auf Ertüchtigung des kostenpflichtigen Parkplatzes rechts neben dem Empfangsgebäude. Die provisorische Parkfläche bietet in der Tat ein Bild des Jammers. In einigen tiefen Löchern sammelt sich ­Regenwasser, das offenbar nicht versickert. Und das exakt auf der Fläche, auf der eigentlich die Markthalle für ein zugkräftiges Einzelhandelsunternehmen entstehen sollte.

Bürgermeister Olaf Hausmann stellte klar, dass er die Hoffnung auf die Niederlassung des vielzitierten „Frequenzbringers“ zur Belebung der Kirchhainer Innenstadt keineswegs aufgegeben habe. Er kümmere sich mit der gleichen Intensität um das Vorhaben, wie er dies für das Gewerbegebiet Ost getan habe, versicherte Hausmann und ergänzte: „Wir arbeiten an der Vermarktung dieser Fläche.“ Er warb dafür, das Parkplatz-Provisorium vorerst beizubehalten, „denn wir brauchen keine Parkplätze, wenn der Einzelhandel aus der Innenstadt verschwindet“.

Zu wertvoll füreinen Parkplatz

Bauamtsleiter Volker Dornseif sprach vom letzten innerstädtischen Filetstück, das für eine Parkplatznutzung viel zu wertvoll sei. 80 Prozent der 2400 Quadratmeter großen Fläche seien überbaubar. Das sei ein Spitzenwert, der das Grundstück für Investoren sehr interessant mache, sagte der Fachmann. Die Kosten für die Ertüchtigung der provisorischen Parkfläche gab Volker Dornseif mit 180000 Euro an.

„Wir stimmen dem CDU-Antrag nicht zu, weil wir sicher sind, dass Bürgermeister und Verwaltung in kurzer Zeit einen Investor finden werden, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Geil. Allerdings forderte er, dass das dort möglicherweise entstehende Gebäude sich der Nachbarbebauung anpassen solle. Der dem Kanzleramt ähnelnde Entwurf auf der Planskizze entspreche dem nicht.

„Wir wollen den ,Frequenzbringer‘“, positionierte sich die FDP-Fraktionsvorsitzende Angelika Aschenbrenner eindeutig. Allerdings könne es nicht schaden, wenn der Bauhof gelegentlich die Riesenlöcher auf dem Parkplatz verfüllen würde.

Dem schloss sich auch der Grünen-Fraktionsvorsitzende Reiner Nau an: „Wir sind gegen den Antrag und für den ,Frequenzbringer‘. Wir sollten dem Bürgermeister genügend Zeit geben, diese Aufgabe zu lösen.“ Nach seiner Erfahrung finde sich in Kirchhain immer ein Parkplatz. Hartmut Pfeiffer (CDU) wünschte dem Bürgermeister „viel Glück bei der Suche nach einem Investor“ und bezeichnete die Kostenschätzung für den Parkplatz als zu hoch gegriffen. Mit drei Ja- und fünf Nein-Stimmen lehnte der Ausschuss den Antrag ab.

Die Umwidmung von nicht verbrauchten KIP-Mitteln für die energetische Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses Langenstein und des Sindersfelder Feuerwehrhauses (die OP berichtete) stimmte der Ausschuss bei einer Enthaltung zu. Allerdings entfachte Reiner Nau mit seinem Einwand, die Gelder seien allein aus Sicht der Energieeffizienz wahrscheinlich im Hallenbad wesentlich besser angelegt, eine Debatte um die Energieeffizienz und um den Einspareffekt von bereits energetisch sanierten städtischen Gebäuden. Statistische Daten dazu gebe es noch nicht, erklärte Volker Dornseif. Wegen der unterschiedlichen Auslastung der Gebäude sei es schwierig, aussagekräftige und vergleichbare Zahlen zu ermitteln.

Einstimmig passierte ein weiterer CDU-Antrag den Ausschuss. In dem wird der Magistrat beauftragt, ein Konzept unter Einbindung der Bürger und der Ortsbeiräte zur Verbesserung der Straßen- und Wege­beleuchtung auszuarbeiten und der Stadtverordnetenversammlung vorzulegen.

Konzept gegendie dunklen Ecken

Die Antragsteller erklärten, dass einzelne Gebiete in der Kernstadt und den Stadtteilen unzureichend beleuchtet seien. Als Beispiele wurden die Parkplätze am Bürgerhaus, am Ärztehaus und an der Feuerwehr sowie in zahlreichen Straßen und Gassen genannt.

Der Bürgermeister zeigte sich offen für den Antrag, warb aber dafür, erst die komplette ­Umstellung auf LED-Technik abzuwarten, „denn dann wird das Licht ein anderes sein“. Sprecher aller Fraktionen unterstützten den Antrag, regten aber im ­Detail Verbesserungen an. Stadtverordnetenvorsteher Klaus Weber (SPD) sah diese Vorschläge durch den Antrag bereits abgedeckt. „Der CDU-Antrag ist gut und richtig - so wie er ist“, konstatierte Klaus Weber.

von Matthias Mayer

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