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Feuerwehrchef sorgt sich um Zukunft

Rauschenberg Feuerwehrchef sorgt sich um Zukunft

Rauschenbergs Jugendfeuerwehren klagen über ausbleibenden Nachwuchs, wie bei der Hauptversammlung aller Wehren deutlich wurde.

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Ehrungen und Beförderungen spielten bei den Wehren der Stadt Rauschenberg eine zentrale Rolle. Foto: Heinz-Dieter Henkel

Rauschenberg. Rauschenbergs Stadtbrandinspektor Helmut Muhm blickte schon ein wenig enttäuscht in die Runde derer, die zur Jahreshauptversammlung erschienen waren. Viele Stühle blieben leer. Mit 45 von 119 aktiven anwesenden Feuerwehrkameraden wäre zwar eine Beschlussfähigkeit möglich gewesen, da aber nicht gewählt wurde, war diese formal nicht nötig. Seinen Rechenschaftsbericht stellte Muhm unter das Motto: „Zukunftssicherung hat oberste Priorität.“ Bei seinem Rückblick dankte und lobte Muhm, sparte aber auch nicht mit Kritik, die besonders das Verfahren bei der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung betraf. Als das herausragende Ereignis des Jahres 2014 bezeichnete der Stadtbrandinspektor den zweitägigen Workshop „Technische Unfallhilfe“ mit einem beeindruckenden Praxisteil auf dem Rauschenberger Festplatz (die OP berichtete). Für ihn persönlich war die Aktualisierung des Bedarfs- und Entwicklungsplansallerdings von fast ebenso großer Bedeutung für die Arbeit der Wehren.

Muhm nahm die Einsatzabteilungen der jeweiligen Stadtteile unter die Lupe und meinte, dass der derzeitige Altersdurchschnitt mit Schwerpunkt zwischen 40 und 50 Jahren noch nicht besorgniserregend sei, aber bereits zu denken gebe. Bei der Tagesalarmstärke in der Gemeinde sehe es wegen dem hohen Anteil beruflicher Auspendler insgesamt nicht so gut aus. „Hier müssen wir zusammenarbeiten“, so sein Fazit für die Zeit zwischen 6 und 18 Uhr. Eine besondere Statistik hatte Stadtjugendfeuerwehrwart Heiko Schein im Gepäck. Ungläubiges Staunen bei den ersten Zahlen über die jugendlichen Mitglieder aus den jeweiligen Stadtteilen. Doch das waren die Zahlen aus dem Jahre 2006. Heute hat die Jugendfeuerwehr insgesamt noch 34 Mitglieder, wobei in einigen Stadtteilen die Ausbildung bereits ruht. Das sind 70 Prozent weniger als 2006. Die Bilanz der Einsätze im Jahre 2014 referierte Günter Schmidt. Von den insgesamt 32 Einsätzen seien 18 am Tage erfolgt. Die Einsätze gliederten sich in 28 Prozent technische Hilfeleistung, 35 Prozent Brandeinsätze, 19 Prozent Sonstige und 6 Mal habe man die Kameraden in Wohratal unterstützt. Nicht nur mit der Inbetriebnahme des Fahrzeugs im Stadtteil Ernsthausen sei die Rauschenberger Feuerwehr technisch gut aufgestellt. Auch der Neubau des Rauschenberger Feuerwehrgerätehauses schreite voran. Der Zuschussantrag sei gestellt, die Planungen fertig. Man warte nur auf das Startzeichen aus Wiesbaden, so Bürgermeister Michael Emmerich. Nicht zum ersten Male forderte Kreisbrandinspektor Lars Schäfer, dass aus jedem Haus ein Mitglied in der freiwilligen Feuerwehr sein müsse. Bei den Ehrungen war die Verleihung des „goldenen Brandschutzehrenzeichens Sonderstufe“ an Helmut Wittekindt herausragend.

von Heinz-Dieter Henkel

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