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Feuerwehr befreit "Verletzte" aus Zimmern

Übung in Neustadt Feuerwehr befreit "Verletzte" aus Zimmern

Fast zwei Stunden probten Feuerwehrleute, Sanitäter und Sicherheitsdienst den Ernstfall in einem leeren Gebäude der Erstaufnahmeeinrichtung in Neustadt.

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Ein Feuerwehrmann holte einen vermeintlichen Verletzten vom Rasen. Das rechte Bild zeigt den abschließenden Löscheinsatz, bei dem unter anderem auch die Wasserversorgung getestet wurde. Fotos: Michael Rinde

Neustadt. Es ging alles schnell. Um Punkt 17.30 Uhr löste die Leitstelle in Marburg den Alarm für die Übung aus: „Unklare Rauchentwicklung in Gebäude zehn in der Erstaufnahmeeinrichtung, Menschenleben in Gefahr“, so die Stichworte, die aus den Funkempfängern zu hören war. Nach fast acht Minuten waren die ersten Martinshörner auf der Anfahrt zu hören. Im Ernstfall hätte Neustadts Kernstadt-Feuerwehr die Hilfsfrist von zehn Minuten definitiv eingehalten.

Alarmiert waren sämtliche Feuerwehren im Stadtgebiet, so wie es die Pläne für den Brandfall vorsehen. Außerdem gab es auch Alarm für die Drehleiter der Feuerwehr Stadtallendorf. Sie brauchte ganze 13 Minuten bis zum vermeintlich brennenden Gebäude. Zeitgleich wurde in einem anderen, bewohnten Haus der Feueralarm ausgelöst. Das war ein ganz eigener Test für den Sicherheitsdienst. Er sollte beweisen, dass er ein Gebäude schnell und wie geplant evakuieren konnte. Alles das passierte unter den Augen von verschiedenen Beobachtern, auch des Regierungspräsidiums Gießen. Auf die Feuerwehr unter der Leitung von Arno Sack wartete ein besonderes Szenario. Im Keller von Haus 10 brannte es lichterloh, das komplette Treppenhaus war verqualmt. In mehreren Zimmern waren vermeintliche Verletzte eingeschlossen. Vor dem Haus lag ein Verletzter, der aus Angst vor Qualm und Feuer aus dem oberen Stock gesprungen war. Er wurde zuerst von den Einsatzkräften aber nicht als „Opfer“ mit schweren Knochenbrüchen erkannt.

Das blieb jedoch nach erster Analyse nach der Übung der einzige größere Fehler. Über die Drehleiter auf der einen Gebäudeseite und mit Steckleitern auf der anderen Seite holten Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten die Verletzten aus dem Haus. Gleichzeitig musste Raum für Raum durchsucht werden. „Da liegt noch jemand, mit einem Schild ‚Rauchgasvergiftung‘ um den Hals“, rief Uwe Segendorf aus dem Korb der Drehleiter nach einem Blick durch eine Fensterscheibe. Ganz zum Schluss probte ein Teil der 40 Feuerwehrleute die Brandlöschung von verschiedenen Seiten mit mehreren Strahlrohren. „Da wir hier eine Ringleitung haben, können wir auch testen, ob bei Bedarf der Wasserdruck ausreicht“, sagte Erhard Wölk, Neustadts Stadtbrandinspektor, der an diesem Tag Beobachter war. Augenscheinlich reichte der Druck.

Es war die zweite Übung in der Erstaufnahme. Die Premiere fand vor der Inbetriebnahme statt. Stadtbrandinspektor Wölk zog am frühen Mittwochabend ein positives erstes Fazit der Übung, vor allem mit Blick auf die Ausrückezeiten. Bei der Kommunikation etwa sah er noch Verbesserungsbedarf.

Dominik Zutz, Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung, betonte die Bedeutung der Übung. „Wir mussten das Zusammenspiel nach vielen Begehungen proben“, sagte er. Gerade die Zusammenarbeit habe auf den ersten Blick gut funktioniert. Auch die Evakuierung eines Gebäudes funktionierte aus seiner Sicht so wie vorgesehen.

Neustadts Feuerwehren mussten seit Eröffnung der Einrichtung erst ein Mal dorthin ausrücken, es ging um eine Hilfeleistung. Die im Vorfeld befürchteten Fehlalarme gab es nicht.

von Michael Rinde

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