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Feuer, Vermisste und ein Ertrinkender

Übung Feuer, Vermisste und ein Ertrinkender

Große Aufregung herrschte am Kirchhainer Erlensee, als am Samstagnachmittag gleich neun Feuerwehrfahrzeuge in das Erholungsgebiet fuhren, um einen vermeintlichen Waldbrand zu löschen und Menschen zu retten.

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Mit einer Saugleitung entnahmen die Kirchhainer Einsatzkräfte Wasser aus dem Erlensee.

Kirchhain. Die Übung der Kernstadtwehr unter Beteiligung der Wehr aus Stausebach war keine Alarmübung, bei der die Feuerwehrleute zum großen Teil nicht wissen, was sie erwartet. Den Einsatzkräften war vielmehr schon im Vorfeld bekannt, dass sie eine Übung haben. Obwohl diese am Samstagnachmittag stattfand, hatten sich 40 der 65 Mitglieder der Einsatzabteilung der Kernstadt bereiterklärt, mitzumachen. Unterstützung bekamen sie von fünf Feuerwehrleuten aus Stausebach. Es galt, Szenarien zu üben, die nicht alltäglich sind.

Die Ausgangslage war, dass Passanten am Erlensee einen Notruf abgesetzt hatten: „Feuer im benachbarten Wald. Wir sehen vor lauter Rauch den Weg nicht mehr. Wir haben keine Orientierung. Ein Passant ist mit brennender Kleidung in den Erlensee gesprungen.“

Sinn der Übung, die der Kirchhainer Wehrführer Stephan Schmidt ausgearbeitet hatte, war es, das Suchen und Retten von Menschen aus öffentlichen Gewässern mit Hilfe des Feuerwehrbootes und das Verlegen von Schlauchleitungen über lange Wegstrecken zur Bekämpfung des Flächenbrandes zu trainieren.

Die Leitung beschloss schnell, drei Einsatzabschnitte zu bilden: Suche und Wasserentnahme von zwei Seiten des Erlensees und die Menschenrettung mittels Boot. Relativ zügig entdeckten die Feuerwehrleute zwei vermisste Personen auf dem Land. Die Bereitstellung des Löschwassers dauerte etwas länger, da jeweils recht lange Schlauchverbindungen herzustellen waren, wobei jeweils ein Fahrzeug mit Pumpe als Relaisstation zur Druckerhöhung diente.

Schwierig gestaltete sich der Einsatz des Bootes, da das Ufer rund um den See recht bewachsen und relativ steil ist. So musste der Bootsanhänger mit der Seilwinde des Rüstwagens nach einer Rangiererei ins Wasser gelassen werden.

Zwischenzeitlich gab es eine Irritation, wie viele Leute insgesamt vermisst wurden. Das ließ sich zwar schnell aufklären, dennoch musste das ganze Gelände abgesucht werden, da die Angaben des Passanten, der den Notruf abgesetzt hatte, auch unvollständig sein könnten.

„Das Übungsziel ist erreicht“, sagte Stadtbrandinspektor Reinhold Bonacker nach Abschluss der Übung, betonte aber: „Es gibt immer einzelne Punkte zur Verbesserung und Optimierung.“ Die Erkenntnisse aus der Übung würden für die Zukunft umgesetzt. Es sollte auch der neue Zufahrtsweg erprobt werden, meinte Bonacker, da die Brücke zum Erlensee auch für Feuerwehrfahrzeuge gesperrt werden musste.

„Das neue Einsatzleitfahrzeug hat sich bewährt“, erklärte Bonacker. Mit seinen vier Führungsassistenten, einem Erkunder, zwei Funkbedienern und einem Führer der Dokumentation und der Lagekarte habe er gut führen können, freute er sich.

von Klaus Böttcher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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