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Feuchter Putz kommt von den Wänden

Stadtkirche Rauschenberg Feuchter Putz kommt von den Wänden

Vorsichtig stemmen Arbeiter den Putz von der Fassade des Kirchenschiffs. Rauschenbergs Wahrzeichen wird jetzt Zug um Zug saniert. Der Förderverein der Stadtkirche steuert allein 20000 Euro zu den Kosten bei.

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Arbeiter stemmen den feuchten Putz von der Nordfassade der Stadtkirche. Bei Baubeginn wurden Holzplatten über die gepflasterten Wege gelegt.

Quelle: Michael Rinde

Rauschenberg. Ein Teil der Kirchenfassade ist eingerüstet. Etwa eine Woche wird es dauern, dann ist der alte Putz entfernt, die Sandsteinmauern liegen dann wieder frei, so, wie noch vor einigen Jahrzehnten. Pfarrerin Kathrin Wittich-Jung strahlt: „Es geht endlich los“, freut sie sich beim Ortstermin. Seit Wochenbeginn ist die Firma Linne vor Ort. Sie ist unter anderem spezialisiert auf die Restaurierung von Putz. Zunächst geht es um die Nordseite der historischen Kirche. Dort hat der Putz besonders gelitten in den vergangenen Jahrzehnten (die OP berichtete).

Etwa drei Monate werden die Arbeiten dauern, die Kirche ist in dieser Zeit ohne größere Einschränkungen nutzbar. Allerdings bleibt der Treppenaufgang an der Schlossstraße während der Sanierung gesperrt. Über den anderen Zugang kommen Kirchgänger aber problemlos in das Gotteshaus.

Neuer Außenputz stammt aus der Region

Die Wege hat das Unternehmen zuerst mit Holzplatten abgedeckt und sich damit eine kleine „Baustraße“ geschaffen, auf der nun auch ein Gabelstapler fahren kann. Der evangelische Kindergarten bleibt über den unteren Eingang erreichbar. Dort stehen allerdings zunächst die Ferien unmittelbar bevor.

Im Februar hatte der Kirchenvorstand die Planungen für die Sanierung bei einer Gemeindeversammlung vorgestellt. Künftig erhält die Rauschenberger Stadtkirche einen rötlichen Außenputz. Das Material dafür komme, wie mit der Denkmalpflege abgestimmt, aus der Region, aus Ginseldorf, Niederweimar und Niederwald, erläutert Architekt Stefan Müller vom Ingenieurbüro Ott im Gespräch mit dieser Zeitung.

Der Putz wird vor Ort gemischt und direkt verarbeitet. „Dafür gibt es während des Jahres witterungsbedingt nur ein kurzes Zeitfenster“, erläutert Hartmut Linne. Nach dem Auftragen muss der Putz langsam trocknen, je nach Witterung wird der mit feuchten Tüchern behängt, damit das kontrolliert geschieht. Beim neuen, dem historischen Aussehen wieder entsprechenden Putz der Rauschenberger Stadtkirche verhält es sich ähnlich wie mit dem Mörtel, mit dem die Kirchhainer Stadtmauer saniert wird.

Zweiter Bauabschnitt soll 2016 folgen

Die Pfeiler der Stadtkirchenfassade werden wieder freigelegt. Ist der feuchte Putz erst einmal unten, werden beschädigte Sandsteine ausgetauscht. Auch das Fugenmaterial wird erneuert. Dieser erste Bauabschnitt kostet 74000 Euro. Einen großen Teil davon finanziert der Kirchenkreis Kirchhain aus dem Etat, den er von der Landeskirche erhalten hat. 20000 Euro steuert der Förderverein bei, der sich eigens für die Sanierung der Stadtkirche gegründet hatte. Das Geld stammt durchweg von Veranstaltungen und Spenden. „Und ich hoffe, es kommt noch mehr zusammen“, animiert Pfarrerin Wittich-Jung die Rauschenberger, den Verein weiter zu unterstützen. Denn läuft alles, wie jetzt geplant, dann soll der größere zweite Bauabschnitt gleich im nächsten Jahr nachfolgen. Und der wird erheblich umfangreicher und teurer werden als die jetzigen Arbeiten. Insgesamt sind Baukosten von 350000 Euro für die Sanierung der Stadtkirchen-Fassade veranschlagt. Im jetzigen ersten Bauabschnitt werden 330 von insgesamt 1570 Quadratmetern Fassade saniert.

„Lärm wird sich vor allem am Anfang nicht ganz vermeiden lassen“, wirbt Pfarrerin Wittich-Jung um Verständnis bei den Anliegern. Am 4. Oktober plant der Förderverein der Stadtkirche nach Angaben von Pfarrerin Wittich-Jung sein nächstes Suppenfest. Besucher können dabei wie in der Vergangenheit die weitere Kirchensanierung mit einer Spende unterstützen.

von Michael Rinde

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