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Festplatz bald auch Parkplatz

Amöneburg Festplatz bald auch Parkplatz

Das Regierungspräsidium hat die in Bevölkerung und Stadtverordneten-versammlung umstrittene Freigabe des Festplatzes als Parkplatz genehmigt. Als Ausgleich muss die Stadt aber erst noch eine Streuobstwiese anlegen.

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Mit massiven Baumstämmen hat die Stadt zum Hang hin Abgrenzungen geschaffen, die den Parkplatz sichern sollen.

Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Verkehr zum Festplatz sei im touristisch wertvollen Gebiet rund um Schlossruine und Stiftskirche störend. Parkende Autos im Naturschutzgebiet und am Mauerrundweg wirkten sich negativ auf die Idylle aus. Zudem sei der Parkplatz Kuhberg nie ausgelastet, was eine Umwandlung des Festplatzes nicht notwendig mache. Vornehmlich mit diesen Argumenten hatten sich Bürger und einige Stadtverordnete gegen das Vorhaben gewendet - doch zwecklos: In naher Zukunft darf der Festplatz hinter der Ruine an Wochenenden von April bis Oktober als Parkplatz genutzt werden. Zunächst muss die Stadt oberhalb des Ziegenstalls als Ausgleich noch eine Streuobstwiese anlegen - Autos, die bisher dort parkten, hatten die Fahrer illegalerweise abgestellt.

Für Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg ist‘s Grund zur Freude: Ein Parkplatz im Herzen der Stadt sei notwendig. Zudem eröffne dies Menschen, die weniger gut zu Fuß seien, die Möglichkeit, den herrlichen Ausblick von dort zu genießen und den Mauerrundweg zu erreichen, ohne diverse Anstiege überwinden zu müssen.

"Nicht gegen Naturschutz - aber gegen Naturschutz-Bürokratie"

Die Stadt hatte ursprünglich eine dauerhafte Nutzung angestrebt - vom Regierungspräsidium jedoch eine Absage erhalten - mit dem Hinweis, dass die Notwendigkeit nicht nachgewiesen sei. „Wir haben lange verhandelt, aber es war nix zu machen“, berichtet der Rathauschef.

Der Plan der Stadt, den Festplatz aus dem Naturschutzgebiet zu lösen, schlug fehl: „Dabei gibt es dort eigentlich nichts Schützenswertes“, moniert Richter-Plettenberg, ärgert sich über die „zusätzliche Belastung“ und erklärt, das Forstamt erstelle derzeit einen FFH-Maßnahmenplan für das Naturschutzgebiet - dem er bisher nicht zustimme. Zunächst sei die Datengrundlage falsch, zudem sei die Abgrenzung zur Siedlung ungenau.

Vor allem aber bezeichnet er die Schutzgebietsverordnung als veraltet: „Um auf den Berg zu kommen, muss man durchs Naturschutzgebiet fahren. Es kann nicht sein, dass eine Kreisstraße formal geschützt ist.“ Im Naturschutzgebiet gebe es zahlreiche Höhepunkte - zu denen der Festplatz nicht zähle. „Ich habe Sorge, dass der Maßnahmenplan dem Naturschutzgebiet schadet. Ich bin nicht gegen Naturschutz - aber gegen Naturschutz-Bürokratie“, fasst der Bürgermeister zusammen.

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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