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Ferkelrennen im Schneckentempo

Highlight Ferkelrennen im Schneckentempo

"Öfter mal was Neues" lautet das Motto der Burschenschaft Wohra, die nach dem Kuhbingo im vergangenen Jahr diesmal mit einem öffentlichen Ferkelrennen aufwartete.

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Jens Ratz moderierte das „Ferkelrennen“ und übernahm die Siegerehrung: Christina Homberger hatte in Rudi Rüssel auf den richtigen Sieger getippt.Fotos: Heinz-Dieter Henkel

Wohra. Die Idee zum Ferkelrennen hatte einmal mehr Stefan Leonhäuser gehabt, der zwar selbst Landwirt ist, aber schlicht keine passenden Schweine hat. So mussten die Burschen die „Wettkämpfer“ aus dem nahe gelegenen Langendorf ausleihen, vom dortigen Schweinemastbetrieb Müller.

Das seien schon Läufer, also etwas ältere Ferkel, war ihnen versichert worden. Allerdings wäre Schleicher die bessere Bezeichnung gewesen, denn das Rennen entpuppte sich sehr zum Leidwesen von Moderator Jens Ratz eher als Dahinschleichen. Achtmal sollte es durch den etwa 25 Meter langen, aus Holzpaletten errichteten Parcours gehen. „Da muss es besonders viele Regenwürmer geben“, kommentierte Ratz, wenn es einmal wieder nicht so recht vorwärts gehen wollte.

Die Besucher konnten sich indes ein Frischgezapftes holen, ohne befürchten zu müssen, den Zieleinlauf zu verpassen. Es kam schon mal vor, dass ein Tier einen großen Vorsprung hatte - diesen jedoch durch Zurücklaufen zu den Anderen zum Leidwesen der Wettenden auch gleich wieder hergab.

Tierarzt steht für Notfälle parat

Besondere Probleme bereitete Ratz mit zunehmender Anzahl von Rennen eine Schlammkuhle, die sich gebildet hatte. Mit jedem Rennen wurde sie größer und zog immer mehr die Aufmerksamkeit der Schweine auf sich, bis sich die Tiere zum Schluss sogar darin wälzten.

Jeder der mehr als 100 Besucher hatte auf eines der nummerierten Schweine setzen können und blieb im Wetttopf, wenn seine Sau das jeweilige Rennen gewann. Natürlich wurden Fredi Ferkel, Saskia Sau, Rudi Rüssel, Edgar Eber und Conchita Wurst, wie die Läufer mit richtigem Namen hießen, der nötige Respekt entgegengebracht.

Nach den anstrengenden Rennen wurden sie bei tropischen Außentemperaturen mit Wasser gekühlt, und ein Tierarzt war für einen eventuellen Noteinsatz gewappnet. „Wir wollten uns nicht dem Vorwurf der Tierquälerei aussetzen“, kommentierte Burschenvater Janosch Rieck diese Vorsichtsmaßnahmen.

"Reine Glückssache"

Bis zum Endlauf waren dann noch vier Wettkandidaten bei fünf Schweinen übrig geblieben, die nun auf ein neues Tier setzen mussten. „Endlauf ist reine Glücksache“, kommentierte Ratz, nachdem die Wetter ihre Wahl getroffen hatten.

Wieder einmal mussten Helfer etwas „anschubsen“ damit es voranging, doch am Zielstrich hatte Rudi Rüssel die Schnautze vorne - sehr zur Freude von Christina Homberger. Sie gewann den mit vielen Wurstwaren gespickten Präsentkorb.

Gerhard Zulauf bekam für Platz zwei einen Tankgutschein, und Drittplatzierter Olaf Viereckel einen Essensgutschein für ein nahegelegenes Restaurant.

Bereits am Vorabend hatte die Burschenschaft viele Gäste bei einem Dämmerschoppen auf dem Gelände der Hofreite begrüßt - darunter auch eine Trachtengruppe aus Cicava aus der Slowakei, die zum Folklorefestival in den Landkreis gekommen und in Wohra untergebracht war.

„Wir sind rundum zufrieden“, kommentierte Rieck dann das gesamte Wochenende und war froh, keinen angekündigten Regenguss abbekommen zu haben.

von Heinz-Dieter Henkel

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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