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Felsnase bremst Bauarbeiten

Hangsicherung Im Sand Felsnase bremst Bauarbeiten

Auf den Bauvorhaben der Rauschenberger Anliegerstraße Im Sand ruht kein Segen. Erst mussten die Arbeiten wegen der Kassenlage verschoben werden, dann erwies sich das einzige Angebot als zu teuer. Jetzt hakt es bei der Umsetzung.

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Bislang konnte noch keine der acht bis zehn Meter langen Spundbohlen durch den Spezialbagger in den Boden getrieben werden. Das kleine Foto zeigt den Grund: Gewachsener Buntsandstein-Felsen auf einer Länge von 20 Metern.
Fotos: Matthias Mayer

Rauschenberg. Die steile Stichstraße führt zu zwei Wohnhäusern. Im oberen Teil der Straße traten vor zwei Jahren Setzungsschäden auf, die durch breite Risse am talseitigen Rand der Fahrbahndecke sichtbar wurden. Die Straßendecke neigt sich auf ganzer Länge deutlich. Zur Sicherung der Häuser wurden dort zeitnahe einige Spundbohlen eingerammt.

Spundbohlen lassen sich nicht in die Erde treiben

Die Idee der Ingenieure: Die Straße soll durch den Einbau von Spundwänden stabilisiert werden. Ursprünglich sollten diese Spundwände entlang auf der gesamten Straße in den Boden gerammt werden. Aus Kostengründen einigte sich die Stadt Rauschenberg mit dem Planungsbüro der ausführenden Baufirma darauf, auf die Spundwände auf dem stabilen unteren Straßenstück zu verzichten, wie diese Zeitung mehrfach berichtete.

Zum Baustart trat jetzt für die Anwohner ein hör- und sichtbares Problem auf. Die Spundbohlen ließen sich nicht von einem großen Spezialbagger in das Erdreich treiben. Darauf machten gleich mehrere Anwohner die OP aufmerksam.

Hella Schmidt gehört zu diesen. Sie bewohnt eines der beiden Häuser am oberen Ende der Straße. Und sie benennt im Gespräch mit dieser Zeitung auch gleich die Ursache für die Schwierigkeiten. Entlang des unteren Straßenabschnitts befinde sich eine 20 Meter lange Felsnase, die schon vor Jahrzehnten eine Verlegung der Kanalrohre an dieser Stelle unmöglich gemacht habe, gibt sie das Wissen eines Nachbarn wieder.

Dr.-Ing. Walter Grohmann, Inhaber des mit der Planung und Bauleitung beauftragten Ingenieurbüros, bestätigte auf OP-Anfrage das Problem mit der Felsnase. Solche unangenehmen Überraschungen im Untergrund seien auf Baustellen trotz der Probebohrungen und Bodengutachten nicht ungewöhnlich. Es gehe jetzt darum, für die ersten zehn Meter der Hangsicherung eine praktikable wie kostengünstige Lösung zu finden. Im Gespräch seien nach dem gestrigen Besuch eines Gutachters das Bohren von Löchern, die danach mit Beton verfüllt werden oder das Bohren von Löchern für das Einsetzen der Spundbohlen. Ein Statiker müsse jetzt errechnen, welches Verfahren die Hangsicherheit gewährleiste, sagte der Fachmann.

Keine automatischeKostensteigerung

Der Ingenieur erklärte, dass dies nicht zwangsläufig für die Stadt zu Kostensteigerungen führe. Die Tatsache, dass die provisorischen Spundwände im oberen Teil der Straße mit „schlechterem Gerät“ ohne Probleme gesetzt worden seien, ließen die Vermutung zu, dass das Projekt oberhalb der kritischen zehn Meter planmäßig abgewickelt werden könne. Eine Garantie dafür könne allerdings niemand geben. „Wir sind keine Hellseher und können nicht unter die Erdoberfläche sehen“, sagte Walter Grohmann.

Voraussetzung dafür aber ist, dass der Hang im unteren Teil völlig gesichert ist. Nur dann kann der schwere Kettenbagger die schmale Straße zum Setzen der Spundbohlen auch befahren.

von Matthias Mayer

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