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Feiern gegen die Sprachbarriere

Fest Feiern gegen die Sprachbarriere

Seit fast einem Jahr leben Asylbewerber in Rauschenberg. Jetzt feierten Rauschenberger und Flüchtlinge in der Kratz’schen Scheune zusammen ein großes Fest.

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Nach dem Auftritt der Rauschenberger Kinder gaben drei Flüchtlinge mit einem Tanz einen Einblick in ihre Kultur.

Quelle: Heinz-Dieter Henkel

Rauschenberg. Großes Hallo herrscht, als die Flüchtlinge, die in Rauschenberg untergekommen sind, auf der Feier eintreffen - vor allen Dingen bei jenen, die im Rauschenberger Arbeitskreis Flüchtlingshilfe aktiv sind und viele der Hilfesuchenden bereits kennen. Derzeit leben rund 35 Asylsuchende in zwei Gemeinschaftsunterkünften in der Kernstadt. Die sechs, zumeist jüngeren, Familien stammen aus Afghanistan, dem Iran, Mazedonien, Tschetschenien, Eritrea und Äthiopien. Mehrheitlich sind es Christen, die in Deutschland Schutz suchen. Einige von ihnen haben die lebensgefährliche Reise über das Mittelmeer hinter sich gebracht.

Die Gespräche zwischen den Feiernden verlaufen etwas stockend. Die mangelnden Sprachkenntnisse der Flüchtlinge sind das größte Hindernis. Doch bemüht sind beide Seiten. Gundel Neveling, eine pensionierte Pfarrerin, die seit mehr als vier Jahren in Rauschenberg wohnt, übernimmt die Begrüßung. Sie gibt den Flüchtlingen ehrenamtlich Deutschunterricht und scheint alle zu kennen.

Krippenspiel, Zauberer und Tanz

Danach führen einige Kinder ihre Version der Geschichte rund um Christi Geburt auf. Das Mikro macht zwar Probleme, aber die Texte sitzen bereits. Nach Zauberer Andreas Müller-Forst tritt der Posaunenchor Schwabendorf auf, der kurzfristig als Ersatz eingesprungen ist. „Ich wusste vor zehn Minuten noch nicht, dass wir hier spielen würden“, berichtet Uwe Henkel. Danach geben drei der Flüchtlinge mit einem Tanz zu heimatlichen Klängen einen Einblick in ihre Kultur.

Bei der anschließenden Bescherung stehen vier der Männer im Vordergrund: Bürgermeister Michael Emmerich überreicht ihnen ein kleines Geschenk, da sie sich in den vergangenen Monaten an den Pflasterarbeiten im Außenbereich der Kratz‘schen Scheune beteiligt haben.

Dann sind die Kinder dran, die ebenso wie später die Erwachsenen jedes ein kleines Präsent erhält. Besonders schön: Die Feier wurde komplett über Spenden finanziert, berichtete Neveling und freute sich über die große Hilfsbereitschaft im Ort, die sich auch in Sachspenden ausgedrückt habe.

von Heinz-Dieter Henkel

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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