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Tag der offenen Tür

Feedback ist extrem unterschiedlich

Vornehmlich Bürger aus der Kernstadt nutzen den Tag der offenen Tür, um sich einen Eindruck von den Plänen für die Zukunft der Erddeponie zu verschaffen und die Fachleute zu befragen.
Folke Diederich erläuterte die Pläne für die künftige Nutzung der Deponie. Foto: Karin Waldhüter

Folke Diederich erläuterte die Pläne für die künftige Nutzung der Deponie.

© Karin Waldhüter

Amöneburg. „Meine erste Frage ist schon beantwortet“, erklärte einer der ersten Besucher mit Verweis auf ein Schild am Eingang der Deponie. Darauf wird allen Besuchern die Bedeutung des „Atmen“-Projektes gleich erläutert. „Atmen“ steht für Amöneburg, Tourismus, Mobilität, erneuerbare Energien und Natur- und Landschaftsbild.

Der Tag der offenen Tür war die erste Möglichkeit, direkt vor Ort Informationen über die Pläne der Stadt für die Zukunft des Gebietes zu erhalten und sich selbst einen Eindruck zu verschaffen. An den drei Führungen nahmen etwa 50 Personen, hauptsächlich aus der Kernstadt, aber auch aus den Ortsteilen und den Nachbargemeinden, teil. „Wir fühlen uns bestärkt, dass es richtig ist, die Öffentlichkeit auch außerhalb von formalen Verfahren der Bürgerbeteiligung zu informieren“, erklärte Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg dieser Zeitung. Deshalb wolle er auch in Zukunft, wenn sich neue Sachstände ergeben, zu öffentlichen Führungen einladen.

Führung dauert länger als vorgesehen

Die Führungen sollten 30 Minuten lang sein, dauerten dann aber unter anderem wegen zahlreicher detaillierter Fragen meist eine Stunde. Die Besucher wollten zum Beispiel wissen, wie weit die Deponie noch gefüllt wird, wie das Wasser in das geplante Gewässer gelangt, oder was es mit dem Methangasaustritt auf sich hat. Teilnehmer Helmut Graff, Vorsitzender der Wanderfreunde Amöneburg, ist die Größenordnung des Geländes durchaus bekannt. „Es wird im Ort viel erzählt, und deshalb will ich das Angebot nutzen und mich vor Ort selbst informieren“, erklärte er.

In Geologe und Planer Folke Diederich, Geologe Gert Hippenstil (Überwachung der Erdannahme), Volker Kais (von der Stadt beauftragter Betreiber der Erddeponie), Peter Heider (Deponiebeauftragter der Stadt), Bauleitplaner Matthias Wolf (Planungsbüro Fischer) und Richter-Plettenberg standen den Besuchern sechs Fachleute für Fragen zur Verfügung.

Ziel ist die Errichtung einer Hallenkonstruktion

Bauleitplaner Wolf gab einen Einblick in den Bebauungsplan und informierte über den Themenbereich Artenschutz. Die Überführung in ein Bauleitverfahren stehe noch ganz am Anfang, erklärte er und stellte die geplante Nutzung des 6,5 Hektar großen Areals vor. Das Konzept beinhaltet unter anderem die Errichtung einer Aktionsfläche für touristische und kulturelle Veranstaltungen, ein Geopark- und Naturschutzinfozentrum, einen Parkplatz, der für den Veranstaltungsort und für die Altstadt (geplant ist eine autofreie Altstadt) gedacht ist, Naturschutzflächen, Wohnmobil-Stellplätze und vieles mehr (die OP berichtete). Langfristiges Ziel ist die Errichtung einer Hallenkonstruktion. Gastronomie und kleine Übernachtungseinheiten sollen in einer vierten Zone entstehen.

Derzeit sei ein Biologe dabei, planungsrelevante Arten wie Vögel, Amphibien, Eidechsen und Schlingnattern zu erfassen. Bis Sommer sei der gesamte Bestand erfasst, sagte Wolf und betonte, dass bisher „nichts Spektakuläres“ gefunden worden sei.

Solarpark als Alternative für Aktionsfläche

Diederich widmete sich auch dem Thema Methangas: Nach drei von vier Messungen sehe es so aus, dass die als „Hotspots“ angesehenen Stellen ausgegast seien. Eine vierte Messung stehe noch an. Mit Blick auf die geplante Aktionsfläche verdeutlichte er, wie ein Ringwall das Gelände einmal umschließen könnte.

Der Kirchhainer Harald Hertel zeigte sich beeindruckt von der Weitläufigkeit des Geländes. „Ich finde es spannend, dass mal etwas ganz anderes gemacht wird. Man darf auch mal ein bisschen spinnen, im Sinne von Ideen ausspucken“, erklärte er. „Ich glaube es wird schön. Wenn sich kein großer Investor findet, dann vielleicht viele kleine“, resümierte er.

„Ich finde es eine schöne Sache, gerade die geplanten Parkplätze bedeuten eine große Entlastung für uns Amöneburger“, sagte eine andere Teilnehmerin. „Da läuft noch viel Wasser den Berg runter, bis das zustande kommt“, erklärte Karl Gandolf. Gerhard Schraub aus Rüdigheim sprach sich vor allem gegen die geplante Aktionsfläche aus: „Es gibt keinen Investor, und wenn es einen gibt, der das Projekt nicht schaffen kann, dann steht die Stadt mit den Kosten da“, sagte er. Als Alternative schlug er einen Solarpark vor und forderte eine Bürgerbefragung zum Thema.

von Karin Waldhüter

[Florian Lerchbacher]

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