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Faschismus, Atomkrieg und Tyrannei

Theaterabend an der AWS Faschismus, Atomkrieg und Tyrannei

Hunderte Meter standen Eltern und andere Theaterbegeisterte an. In die 200 Personen fassende Aula der Alfred-Wegener-Schule in Kirchhain passte nur ein Bruchteil von ihnen.

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Kontrastreiche Farben waren das Markenzeichen aller Stücke in der Alfred-Wegener-Schule.

Quelle: Jonas Hielscher

Kirchhain. Klasse zwölf: Aufruf zur Rebellion

Atomkraft, Kapitalismus, Freiheit, Sicherheit, Krieg. Nur einige der Stichworte, die die Schüler in ihrem kurzen Auftritt verwendeten. Die Zuschauer spürten einen Hauch von Politik, als die Schilder mit den Wörtern schlagartig umgedreht wurden und auf den Rückseiten „NEIN!“ zu lesen war, begleitet von dem Aufschrei: „Die fetten Jahre sind vorbei!“. Eingeleitet wurde die klare Botschaft von einem inszenierten Streit im Publikum. Die beiden junge Schauspieler füllten ihre Rollen so gut aus, dass sie dazu aufgefordert wurden, ihre lautstarke Diskussion doch bitte außerhalb der schuleigenen Aula zu klären.

Helena Boland und Adriana Duynstee: Gerüchte

Genau wie Hofacker und Günther mussten auch diese beiden Schülerinnen für ihr Abitur ein Theaterstück vorbereiten. Als Thema hatten sie sich Gerüchte und deren Auswirkung auf das gesellschaftliche Miteinander ausgesucht. Wie Gerüchte sehr schnell in Mobbing oder gar Gewalt umschlagen können, zeigten sie anhand von Facebook. Während die mitspielenden Darsteller auf der Bühne standen und laut jede Art von ­Vorurteilen und Vorverurteilungen ausriefen, war im Hintergrund die Seite des Sozialen Netzwerks mit den Texten einer Mobbingattack zu sehen. Als Höhepunkt wurde das selbsterdachte Stück politisch: In synchroner und roboterartiger Stimme imitierten sie die Aussagen von Nachrichtensprechern, die Gerüchte mit dem Potential der Vernichtung ansagten.

G8c: Eine Klasse für das Mit- und Gegeneinander

Seit vier Jahren machen die Schüler der G8c gemeinsam Theater. Seitdem hätten sie schon einiges zusammen auf die Bühne gebracht, erzählt Schulleiter Matthias Bosse voller Begeisterung. Dass man eine ganze Klasse dazu bewegen könne, gemeinsam auf die Bühne zu gehen und das Beste zu geben, sei keinesfalls selbstverständlich. Die Darstellung war eine choreografische Meisterleistung. Zunächst waren alle in schwarz gekleidet und riefen „wir, wir, wir“. Einige der Schüler fingen anschließend an, ihre eigene Meinung wiederzugeben. Einer nach dem Anderen riss die Einheitskleidung von sich und es kamen T-Shirts in jeder erdenklichen Farbe zum Vorschein. Langsam bildete sich eine Gruppe, die am Ende einen gewaltsamen Konflikt gegen die Erste führte.

Schiller reloaded

Wer eine Stunde lang ein Stück von Schiller auf die Bühne bringt und dabei ohne ein aufwendiges Bühnenbild auskommen will, der muss sich etwas Besonderes überlegt haben. Die G8c und ihre Lehrerin Frau Trux haben dies getan: Alle Darsteller trugen schlichte, schwarze Kleidung sowie ein weißes Pappkostüm. Alle benötigten Gegenstände wie Messer, Becher, Flaschen oder ein Dolch wurden ebenfalls aus Pappe hergestellt. Ihre Wirkung verfehlten sie nicht. Das schlichte Bühnenbild verstärkte den „Schillereffekt“. Tatsächlich bauten die jungen Künstler einige moderne Stellen wie eine Actionszene mit den Leibwächtern des Königs und Tyrannen ein. Dennoch verwendeten sie bei der Aufführung von „die Bürgschaft“, eines der bekanntesten Werke Friedrich von Schillers, zahlreiche Originalzitate mit ein.

Elena Hofacker und Jana Günther: Medea-Variationen

Medea ist eine der bekanntesten Gestalten der Weltliteratur. Die Figur aus der Griechischen Mythologie wird seit Jahrtausenden in unterschiedlichster Weise auf die Bühne gebracht. Eigentlich wollten dies auch die beiden Abiturientinnen machen. Einige Tage vor der Vorstellung hatte eine der beiden allerdings einen Unfall. Schlimm verletzt wurde sie nicht, an einen Auftritt war aber nicht zu denken. Mit dem Beamer wurde deshalb eine Darstellung gezeigt. Zu sehen waren zwei Frauen - Liebe und Hass, gut und böse - die miteinander um einen Mann rangen.

von Jonas Hielscher

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