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"Farbe" hat viele Facetten

Tag des Denkmals "Farbe" hat viele Facetten

Die Stadt Kirchhain beteiligt sich seit Jahren am Tag des offenen Denkmals. Beim Thema Farben standen die Marburger Tapetenfabrik und eine Ausstellung in der katholischen Kirche St. Elisabeth im Blickpunkt.

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Jürgen Bromm präsentierte in der Ausstellung in der Stausebacher Kirche historische Hochzeitsschuhe. Fotos: Klaus Böttcher

Kirchhain. Der Geschäftsführer der Marburger Tapetenfabrik Ullrich Eitel begrüßte die Besucher in der Musterkartenabteilung, die seit dem Großbrand in das Gebäude eines früheren Getränkemarktes in der Niederrheinischen Straße untergebracht ist. „Das beste Tapetenmuster mit der falschen Farbe ist unverkäuflich“, stellte Eitel die Wichtigkeit der Farben heraus. Dann entführte Clemens Zinser die Besucher mit interessanten Ausführungen in die Welt der Tapetenherstellung und deren Entwicklung. Dabei zeigte er vielfach an Hand von Beispielen die Entwicklung der Materialien, die zur Tapetenherstellung verwendet werden, und legte einen Schwerpunkt auf die Verwendung der Farben in den vergangenen 100 Jahren. In der Marburger Tapetenfabrik werden im Jahr 10 000 bis 12 000 Tonnen Farbe benötigt.

In der katholischen Kirche St Elisabeth war es Pater Joshua, der die Gäste begrüßte und zusammen mit Willibald Preis Erklärungen zu der Ausstellung „Farbe in der Liturgie“ abgab. In der Kirche spiele die Farb-Sprache seit der Entstehung und Entwicklung der sakralen Kunst eine große Rolle, sagte der Pater und meinte weiter: „Jedes Mal wenn wir die Schwelle der Kirche betreten, nehmen wir mit den Augen den Kirchenraum und die Umgebung wahr. Die Farben sprechen uns dabei an, sie drücken die Stimmung aus, lassen den Raum warm oder kalt wirken.“ Willibald Preis wies darauf hin, dass nicht nur Gewänder und Altarparamente der katholischen Kirche, sondern auch der evangelischen Kirche ausgestellt seien. So waren nicht nur die Priestergewänder in der Farbenvielfalt ausgestellt, sondern auch Talare der evangelischen Kirche. Pater Joshua erklärte bei der Vorstellung der Paramente, dass einige der Gegenstände nicht nur in der römisch-katholischen Kirche Verwendung finden, sondern auch in der evangelisch-lutherischen Kirche.

Konzil legte Farbbedeutung fest

Schwerpunkt der Ausstellung waren die Farben in der Kirche und deren Bedeutung sowie die Farben des Kirchenjahres. Einen verbindlichen Farbkanon gab es mit der Liturgiereform des Trienter Konzils (1545 bis 1563). Danach steht bei den fünf Hauptfarben Weiß für Freude, Rot für Liebe, Grün für Hoffnung, Violett für Buße und Trauer sowie Schwarz für Trauer.

- Außerdem beteiligte sich der Kirchhainer Ortsteil Stausebach am Tag des offenen Denkmals mit alten Traktoren, Trachten und Kirchenführungen bis in das Turmgebälk.

Das Thema „Farbe“ ging der Organisator und Ortsvorsteher von Stausebach, Jürgen Bromm, auf seine Art an: Die sehenswerte Traktorenausstellung mit 14 Traktoren auf dem Kirchhof bildete ein buntes Bild, denn die Traktoren aus den Jahren 1950 bis 1970 waren in vielen Farben gespritzt..

In der Kirche war ein Thema die katholischen Trachten und die Hochzeit. Bei den katholischen Trachten ist besonders die Tracht der Braut sehr farbenfroh, wobei der Bezug zum Thema hergestellt war. Zum Thema Hochzeit hatte der Ortsvorsteher Fotos von Hochzeiten aus Stausebach zusammengestellt, wobei das älteste Hochzeitsfoto aus dem Jahre 1898 stammt. Zusätzlich hing eine Liste mit den Dorfnamen der Familien dabei.

Bei den großen Puppen war ein Brautpaar dargestellt. Gerade die Braut hat eine sehr farbenfrohe aufwendige Tracht, bei der alleine der Kopfschmuck reichlich verziert eine Wissenschaft für sich ist. Bei der Puppengalerie waren nicht nur Braut, Brautjungfer oder Brautmädchen zu sehen, sondern verschiedene Sonntagstrachten, Alltagstrachten oder Arbeitstrachten.

Gemäß dem ökumenischen Gedanken gehörten zu der Ausstellung in der katholischen Kirche Mariä Himmelfahrt auch evangelische Trachten. Abgerundet wurde die sehenswerte Ausstellung durch eine Vitrine mit wertvollen Trachtenteilen und einer Tafel mit Bildern zu der Geschichte Stausebachs.

Bei den Besuchern fand neben der Ausstellung in der Kirche und den Führungen durch Jürgen Bromm die Traktorenausstellung große Beachtung. Wobei ein Allgaier aus dem Jahr 1951, bei dem zum Starten eine Zündpatrone eingelegt werden musste, der älteste war. Ebenso interessant ist der Lanz Bulldog, der nur ein Jahr jünger ist. Bei ihm musste noch mit der Lötlampe vorgeglüht werden.

von Klaus Böttcher

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