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Familie Wasserbüffel wächst und wächst

Naturschutz Familie Wasserbüffel wächst und wächst

Seit etwas mehr als anderthalb Jahren sind die Wasserbüffel von Mario Ebinger und Markus Rhiel die Attraktion im Feld bei Roßdorf. Die Herde ist inzwischen auf 16 Tiere angewachsen, die an vier Standorten leben.

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Seitdem sie Junge haben, beobachten die Wasserbüffelkühe auch ihre Besitzer erst mal aus sicherer Entfernung, ehe sie sich ihnen langsam nähern.

Quelle: Florian Lerchbacher

Roßdorf. Diesmal war es wirklich der extra angeschaffte Bulle Bruno, der für Nachwuchs in der Wasserbüffelherde gesorgt hat: Fünf Kälber vergnügen sich mit ihren Müttern auf einer eingezäunten Fläche in der Flur „Das Arlle“. Im vergangenen Jahr hatten Sara und Ronja noch überraschend Junge von einem unbekannten Vater bekommen (die OP berichtete). Die Tiere waren bereits beim Kauf trächtig gewesen.

Bruno lebt derweil mit einer neuen Begleiterin, sozusagen einer Adoptivwasserbüffelkuh, an einer anderen Stelle in der Roßdorfer Gemarkung: Eigentlich war sie nur zur Herde gestoßen, um gedeckt zu werden. Auf ihrem heimischen Hof starb in dieser Zeit jedoch der Bulle. Und so nahmen Mario Ebinger und Markus Rhiel ­Marischka bei sich auf.

Verbuschung gehört der Geschichte an

Zur Herde der gelernten Landwirte, die beide in anderen Berufen tätig sind, gehören zudem noch die erwähnten, im vergangenen Jahr geborenen „Halbstarken“ (Runa und Herbstwind), die bei Mardorf leben, sowie zwei Bullen, die auf einer Ausgleichsfläche bei Roth aufräumen.

Das Gebiet sei komplett zugewuchert gewesen, doch dank der Tiere gehöre die „Verbuschung“ der Geschichte an, freut sich Willi Kunze, der ehemalige Regionalbevollmächtigte von Hessen Mobil, der so etwas wie der geistige Vater des Wasserbüffel-Projektes ist.

Ebenso begeistert von den Wasserbüffeln ist der Ornithologe Gerhard Wagner. Ein Argument zu Beginn des Projektes bei Roßdorf war, dass die Tiere durch ihre Hufe den Rand des Gewässers bearbeiten und einen Rohboden schaffen, der für verschiedene Vogelarten ein Futterparadies ist. Das scheint zu klappen. „Durch die Kombination aus Grünland, Weidetieren und Wasser entstehen vielfältige Strukturen, die Weide- und Wiesenflächenvögeln zugute kommen“, sagt Wagner.

Ein Beispiel seien junge Kiebitze, für die das Gebiet ein optimaler Lebensraum sei. „Es ist aber nicht nur für Brutvögel perfekt, sondern auch als Rastplatz für Vögel, die hier durchziehen“, stellt der Ornithologe heraus und schwärmt von „perforierten Kuhfladen“ - sprich: von Ausscheidungen der Büffel, die von Vogelschnäbeln auf der Suche nach Dungkäfern durchlöchert wurden.

Bald mehr als ein Hobby?

Zudem lobt er: „Die besondere Form der landwirtschaftlichen Nutzung dient dem Naturschutz. Das zeigt, dass Landwirtschaft und Naturschutz keine feindlichen Brüder sein müssen. Wir müssten solche Projekte nicht nur punktuell, sondern in der Fläche umsetzen.“

Rhiel und Ebinger jedenfalls wollen weiter expandieren: Die Herde soll in den kommenden Jahren kontrolliert wachsen. Allein auf der ursprünglichen Fläche in „Das Arlle“ sei Platz für zehn Mutterkühe, wirft Rhiel ein und betont, dass die Wasserbüffel weiterhin ein Hobby seien. „Aber vielleicht leben wir auch irgendwann davon“, gibt Ebinger zu: „Das war einst nur ein Hintergedanke. Aber inzwischen haben wir viele Möglichkeiten. Es gibt eben zahlreiche Versuchsstellen.“

von Florian Lerchbacher

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