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"Familie Storch" lässt sich nicht stören

Naturschutz "Familie Storch" lässt sich nicht stören

Das Interesse an einer Exkursion zum Naturschutzprojekt Kreuzborn war sehr groß, was die Organisatoren überraschte und in ihrer Arbeit bestätigte.

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Die Weißstorchfamilie ließ sich von den Exkursionsteilnehmern nicht weiter beeindrucken. Kleines Foto: Biologe Peter Groß gab den Teilnehmern an der von Uwe Volz gehaltenen Karte einige
Erläuterungen.

Quelle: Alfons Wieber

Erksdorf. Mehr als 50 Teilnehmer hatten sich am Erksdorfer Bürgerhaus eingefunden. Dort startete die Exkursion unter Leitung von Uwe Krüger von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und Uwe Volz von der Stadtallendorfer Stadtverwaltung. Im Zentrum stand das vor rund acht Jahren als Ausgleichsmaßnahme der Stadt umgesetzte Naturschutzprojekt und die dort mittlerweile ansässig und heimisch gewordene Flora und Fauna.

Auf dem renaturierten Gelände finden sich mittlerweile Weißstörche, Enten und Schnepfen, Laubfrösche und viele weitere selten gewordene Tierarten. Wie Uwe Volz erläuterte, war der Hintergrund des Projekts, mit einer großen naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahme viele verschiedene Eingriffe in Natur und Landschaft zu kompensieren.

Zug um Zug und über Jahre hinweg kaufte die Stadt Grundstücke in der Gemarkung auf. Anschließend wurden die Flächen nach Naturschutz-Gesichtspunkten aufgewertet. Aus Äckern wurde Weideland, es entstanden entsprechende Gewässer. Im Ergebnis stellten sich seltene und teils vom Aussterben bedrohte Tierarten ein, die auch im Mittelpunkt der Exkursion standen. Auf großes Interesse stießen die von Gerhard Wagner von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz dazu an einer Hinweistafel gelieferten Informationen. Im Falle des Weißstorches ließ sich das Gesagte auch „am lebenden Objekt“ präsentieren. Wie die OP bereits mehrfach berichtete, hat ein Storchenpaar einen Nistmast bezogen. Dort zeigten sich bei der Exkursion auch drei Jungvögel, mit Ferngläsern oder Spektiven gut zu sehen.

Feuerwehr Erksdorf hat Nistmasten aufgestellt

Biologe Peter Groß, der das Projekt als Planer von Beginn an maßgeblich begleitet hatte, erläuterte anhand einer Karte die Entwicklung des eingezäunten, aber für Besucher über sogenannte holländische Überwege zugänglich gemachten Biotops. „Mit seinen renaturierten Wiesen und vielen kleinen Wasserflächen ist mittlerweile ein Biotop entstanden, wie man es in unserer modernen Agrarlandschaft kaum mehr findet“, freute sich Groß. Er hob Uwe Volz‘ Initiative zur Ansiedlung des Weißstorchs hervor. Die Feuerwehr Erksdorf hatte die Nistmasten aufgestellt.

Der Weißstorch findet in dem Biotop reichlich Nahrung für sich und seine Brut. „Ausgehend von einer Quelle, die Kreuzborn heißt und der Gesamtfläche ihren Namen gegeben hat, werden die vielen kleinen Wasserflächen gespeist“, erläuterte Erksdorfs Ortsvorsteher Helmut Schütz. Maßgeblich unterstützt wird das Projekt von der in Erksdorf ansässigen Familie Trier. Wie Iris Trier berichtete, wird das heute insgesamt 30 Hektar große Gelände von ihrer Limousin-Rinderherde, die als robuste, ruhige und ausgeglichene Rasse gilt, ganzflächig und ganzjährig beweidet.

„Die heutige große Resonanz ist eine schöne Motivation für uns, in dieser Richtung weiterzuarbeiten“, resümierte Uwe Volz am Ende.

von Alfons Wieber

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