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Falsch eingebautes Teil sorgte für Kälte statt für Wärme

Irrtum Falsch eingebautes Teil sorgte für Kälte statt für Wärme

Wenn es nicht so viele traurige Aspekte geben würde, wäre die Geschichte rund um die Probleme mit der Heizung der Roßdorfer Mehrzweckhalle schon fast wieder lustig:

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Vor zwei Jahren wurde Michael Richter-Plettenberg ein Sack voller Dreck aus der Lüftung überreicht.Archivfoto: Lerchbacher

Roßdorf. Die neue Anlage heizte nämlich nicht richtig, weil eine Firma statt eines Wärmetauschers einen Kältewärmetauscher eingebaut hatte, also ein Teil, das eigentlich kühlt. „Das Gerät sieht wohl genauso aus wie der richtige Wärmetauscher. Außerdem unterscheiden sie sich bei der Seriennummer auch nur um eine Ziffer“, berichtete Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg den Stadtverordneten der FWG, die eine Anfrage zur Thematik gestellt hatten. Aus diesem Grund habe die Suche nach dem Fehler wohl rund anderthalb Jahre gedauert. „Es ärgert mich total, dass das so lange gedauert hat“, kommentierte das Stadtoberhaupt und betonte, dass es teilweise sogar extrem peinlich gewesen sei: Der Männergesangverein habe sich zum Beispiel beschwert, dass es bei seiner Weihnachtsfeier 2012 in der Halle extrem kalt gewesen sei - ein Szenario, das sich ein Jahr später wiederholte.

„Die beteiligten Firmen haben die Fehlersuche nicht mit Hochdruck bearbeitet“, sagte Richter-Plettenberg und behauptete, sie hätten indes die Schuld lieber immer beim anderen gesucht: „Eine stand sogar gleich mit einem Anwalt auf der Baustelle und sah sich nicht als schuldig an.“ Da das Unternehmen, das den Fehler gemacht hatte, auf eine Rüge der Stadt nicht reagiert habe, sei eine andere Firma mit der Behebung beauftragt worden - die Reparatur sei indes auf Kosten des Verursachers erfolgt.

Die FWG hatte gleich mehrere Fragen zur Thematik gestellt, unter anderem erkundigte sie sich nach einem Abnahmeprotokoll. Richter-Plettenberg sagte, die entsprechenden Dokumente lägen der Stadt vor: „Als die Anlage in Betrieb genommen wurde, war sie voll funktionstüchtig. Es muss sich um einen versteckten Mangel gehandelt haben.“

Rainer Schick wunderte sich, dass ein falsch eingebautes Teil die Ursache gewesen sein soll: „Es erschließt sich mir nicht, dass die Anlage am Anfang gelaufen sein soll... Aber sei‘s drum.“

Rund 123000 Euro kostete die Stadt Amöneburg die Sanierung der Heizung, in die unter anderem ein neues Lüftungssystem eingebaut wurde - damit hatte eigentlich der jahrelange Ärger mit der Anlage enden sollen. Immer wieder kämpften die Roßdorfer mit der Heizung. Bei der Rathauserstürmung 2012 knallten die Narren dem Bürgermeister sogar eine Plastiktüte voll Dreck auf den Tisch, den sie aus der Lüftung gefischt hatten.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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