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Fallschirmspringerwettkampf

Nur wenige Springer gehen "Gemüse pflücken" Fallschirmspringerwettkampf

Drei Tage lang kreisen Hubschrauber rund um Amöneburg. Grund zur Beunruhigung gibt das aber nicht: Die Division Schnelle Kräfte richtet dort ihren 20. Fallschirmjägerwettkampf aus.

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Stabsfeldwebel Andreas Mohr (rechts) hat als Mitglied des Kampfgerichts die Springer aus der Schweiz fest im Blick.

Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. „Bremsen! Bremsen! Bremsen!“ Die Anweisung des letzten Springers eines Schweizer Teams ist auf dem Amöneburger Flugplatz deutlich zu hören. Der Eidgenosse hinkt ein wenig hinter seinen vier Teamkollegen her und fordert sie daher auf, langsam zu machen. Ziel der Mannschaft ist es schließlich, innerhalb eines möglichst kurzen Zeitraums in einem Feld mit einer Größe von 100 mal 100 Metern zu landen. Und bremsen ist in niedrigen Höhen gar nicht so ungefährlich: Wird der Springer zu langsam, reißt die Strömung ab und der Schirm klappt ein.

Schwierige Windverhältnisse

2,9 Sekunden Abstand sind es bei den Schweizern letztendlich, die den ersten vom letzten Springer trennen - eine ordentliche Zeit, sagen die einen; da geht noch mehr, meinen die anderen. Der Rekord liegt bei einer knappen Sekunde. Zwei Sekunden hat zum Beispiel Hauptfeldwebel Steven Deichler vom Regiment 26 aus Zweibrücken mit seinem Trupp als Ziel ausgegeben. Es sei grundsätzlich schwierig, unterschiedlich schwere Springer zeitgleich zu Boden zu bringen. Noch dazu herrschten rund um „den Berg“ schwierige Windverhältnisse. „Es ist hier immer eine Schätzsache, wie viel Wind nun wirklich weht“, betont er. Daher sei es in der Luft besonders wichtig, durch Rufe zu kommunizieren und sich abzusprechen.

Ganz anders schätzen die Inder den Wind ein. Sie sind erstmals beim Fallschirmjägerwettkampf am Start. Die Verhältnisse seien perfekt, erklärt Captain Maneet Pant und berichtet, dass in seiner Heimat viel mehr Wind gehe. Ansonsten gebe es bei den Sprungverhältnissen keine Unterschiede zwischen Europa und Asien. Allerdings sei es in Indien üblich, möglichst lange in der Luft zu sein und sich im Navigieren zu üben. Entsprechend betrete sein Team derzeit Neuland und setze voll auf den olympischen Gedanken des Dabeiseins. Umso gelassener nimmt er hin, dass einer seiner Mitstreiter das Ziel verfehlte und im Maisfeld landete. „Da geht einer Gemüse pflücken“, hatte ein deutscher Springer kommentiert.

Zum Wettkampf zählt nicht nur das Springen

Neben Deutschland, der Schweiz und Indien schicken Brasilien, Algerien, Polen und Großbritannien Soldaten in den Wettkampf. Am Montag mussten die fünf Mitglieder jedes Teams jeweils 100 Meter in Uniform (ohne Stiefel) schwimmen, danach einen Geländelauf über elf Kilometer absolvieren und mit Pistole beziehungsweise Sturmgewehr eine Schießübung absolvieren. Der Wettkampf rund um den Amöneburger Flugplatz findet noch am Mittwoch von 9 bis 17 Uhr und am Donnerstag von 9 bis 14 Uhr statt.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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