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Fahnen-Odysee hat ein Ende gefunden

Eintracht Stadtallendorf Fahnen-Odysee hat ein Ende gefunden

Lange Zeit war der Verbleib der historischen Vereinsfahne unklar: Jetzt hat sie im Funktionsgebäude des TSV Eintracht 1920 Stadtallendorf ein endgültiges Zuhause gefunden.

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Reiner Bremer (von links) Helmut Rohm und Hermann Weitzel präsentierten die sicher verwahrte Fahne. Foto: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Eine Vereinsfahne ist ein Symbol der Treue: Der Treue zur Heimat und zu den Überlieferungen des Vereins. Sie stellt ein Zeichen der Erinnerung an denkwürdige Ereignisse in der Vergangenheit dar und erhält im Laufe der Zeit selbst historischen Wert.

Für Helmut Rohm, den Ehrenvorsitzender des TSV war deshalb der Tag, an dem die Vereinsfahne ihren endgültigen Platz im Eingangsbereich des Funktionsgebäudes gefunden hatte, ein ganz besonderer Tag. „Nach einem langen Kampf ist heute einer der schönsten Tage“, freute er sich.

Sein Dank galt Reiner Bremer, Fußball Abteilungsleiter der Eintracht, der sich besonders eingesetzt habe, aber auch Jugendleiter Hermann Weitzel. Er hatte die Fahne sichergestellt und ab 2009 sicher verwahrt.

Die Geschichte der Vereinsfahne beginnt im Jahr 1920. Damals bildete der Geselligkeitsverein „Frohsinn“ die Keimzelle des TSV Stadtallendorf, der heute zu den größten Vereinen im Landkreis zählt. Der Verein „Frohsinn“ hatte sich zur Aufgabe gestellt, die Geselligkeit und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der damals noch ländlich geprägten Gemeinde zu pflegen und freundschaftliche Verbindungen zu allen Nachbarvereinen aufzunehmen. Sportbegeisterte Mitglieder regten bald die Bildung einer Fußballabteilung innerhalb des Vereins an. Da aber der Geselligkeitsverein als solcher bei Sportveranstaltungen nicht auftreten konnte, gründete man wenig später den FSV Eintracht 1920. Im Jahre 1990 übernahm Helmut Rohm, gemeinsam mit Herbert Winkelhöfer, den Vereinsvorsitz. Damals gab es kein Vereinsheim und aus der Not heraus hatte der Vorstand bei der Stadt beantragt Container aufzustellen.

Über den Verbleib der Fahne wusste lange Zeit kein Bescheid und nach langer Suche wurde entdeckt, dass ein Spieler sie zu Hause auf dem Speicher verwahrt hatte. Schließlich erhielt die Fahne im Containervereinsheim, der eigentlich nur ein Provisorium sein sollte, einen Platz. Im Jahre 1994 wurde die Fahne aufwendig restauriert und mit viel Geld in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. 2009 wurde das Funktionsgebäude des Herrenwaldstadions eingeweih, doch die Fahne verblieb in dem Container. Schließlich nahm sich Jugendwart Hermann Weitzel der Fahne an, auch um sie vor Diebstahl zu schützen, und verwahrte sie zu Hause.

Nach sechs Jahren sei nun für die Fahne ein endgültiger Platz gefunden, freute sich Rohm. „Scheinbar war die Vereinsfahne ganz in Vergessenheit geraten“, sagte Rohm und würdigte Fußball-Abteilungsleiter Reiner Bremer, der sich sehr in der Sache engagiert habe. „Danke, dass du die Traditionen, wie sie im Verein gelebt werden müssen, hoch hältst“, antwortete Bremer seinerseits in Richtung Helmut Rohms.

In fünf Jahren feiert der TSV Eintracht Stadtallendorf seinen 100. Geburtstag. Dann, so hofft der Ehrenvorsitzende des TSV, wird die Gründungsfahne im Mittelpunkt stehen.

von Karin Waldhüter

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