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FWG will das Kulturspektakel-Minus begrenzen

Streit geht weiter FWG will das Kulturspektakel-Minus begrenzen

Ist der Gebrauch von Fahrzeugen bei der Vorbereitung des Kulturspektakels ein anrechenbarer Kostenfaktor? Der ständige Streit ist Winfried Kaul nun zu viel: Er wirft im Förder-verein die Brocken hin.

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Beim Kulturspektakel gehen die Meinungen auseinander – mal gehen die Mundwinkel nach oben, mal nach unten.Archivfoto

Amöneburg. Wie hoch ist der Verlust, den die Stadt Amöneburg mit der Ausrichtung des Kulturspektakels seit 2008 gemacht hat? Um diese Frage beantworten zu können, müsste man sich zuallererst über die Bedeutung des Begriffs „Defizit“ einig sein - und genau das sind sich Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg und die FWG-Fraktion selbst nach einer Offenlegung aller Zahlen im Haupt- und Finanzausschuss nicht. Ein langwieriger Streit geht also in die nächste Runde.

Am Montag wird die FWG in der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag stellen, der vorsieht, die Verluste der Veranstaltungsreihe pro Kalenderjahr auf 10 000 Euro zu beschränken. „Wir brauchen eine kostenmäßige Deckelung“, forderte Rudi Rhiel (FWG) und begründete dies in erster Linie mit der Verschuldung der Stadt, die momentan bei etwa fünf Millionen Euro liegt. Ausdrücklich, das geht aus dem Antrag hervor, solle bei der Kostenaufstellung auch die interne Leistungsverrechnung (ILV) mit einbezogen werden.

Sitzung beginnt um 19 Uhr

Hintergrund: Die FWG-Fraktion wirft dem Kämmerer vor, in der Vergangenheit geschönte Zahlen aufgetischt zu haben. „Die, die öffentlich genannt wurden, waren jedenfalls viel zu niedrig“, polterte Rhiel. Im Zentrum der Kritik stand eine Äußerung des Kämmerers nach dem Kulturspektakel von 2013. Auf Nachfrage, wie hoch das Defizit dieser Auflage sei, sprach Richter-Plettenberg damals von exakt 443 Euro.

Die FWG hegte dagegen Misstrauen und konfrontierte Richter-Plettenberg nun im Haupt- und Finanzausschuss mit der Auswertung aller Geschäftsberichte von 2008 bis 2015. Als Gesamtdefizit sind dort 197000 Euro errechnet. Wie kommt diese Kluft zustande? Der Bürgermeister betonte, bezüglich der 443 Euro die Wahrheit gesagt zu haben. „Ich bin auf den kassenmäßigen Abschluss angesprochen worden. Und die Differenz zwischen Aufwand und Ertrag lag genau dort.“ Vielmehr halte er es für „begrifflich nicht richtig“, dass die FWG den Betrag von 197000 Euro zum Defizit erkläre. Denn die Fraktion rechnet bei ihrer Aufstellung eben jene ILV, unter die Aufwendungen für Fahrzeuge sowie Personalaufwendungen fallen, mit ein. Laut Richter-Plettenberg sei das falsch: „Diese Kosten werden allgemein verbucht.“

In Gewissheit, dass der Antrag am Montag (die Stadtverordneten tagen ab 19 Uhr im Bürgerhaus Erfurtshausen) von den Parlamentariern angenommen wird, kündigte Winfried Kaul (SPD) an, seinen Kassierer-Posten im Vorstand des Fördervereins Kulturspektakel niederzulegen. „Die FWG berechnet nur das Defizit, aber dass in dieser Arbeit ein Wert für die Stadt Amöneburg liegt, berücksichtigt sie überhaupt nicht“, ärgerte sich Kaul, der seit der Vereinsgründung im Vorstand tätig ist, nun aber die Nase voll hat: „Unter den Einschränkungen dieses Antrags bin ich nicht bereit, weiterzumachen.“

von Yanik Schick

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